• IT-Karriere:
  • Services:

Stromnetz: Wie man einen Blackout herbeiführen kann

Böse Hacker manipulieren per Knopfdruck das Stromnetz und ganz Europa sitzt im Dunklen? Ganz so einfach ist es nicht, wie ein Vortrag auf dem 32C3 zeigt. Doch es gibt Risiken, ein Blackout ist möglich.

Artikel veröffentlicht am ,
Auf dem 32C3 forderte Mathhias Dalheimer eine größere Dezentralisierung des Stromnetzes.
Auf dem 32C3 forderte Mathhias Dalheimer eine größere Dezentralisierung des Stromnetzes. (Bild: Mathias Dalheimer/Screenshot:Golem.de)

Auf dem Hackerkongress 32C3 in Hamburg hat der Wirtschaftsingenieur Mathias Dalheimer in einem Vortrag erklärt, wie man einen Blackout im Stromnetz herbeiführen kann - und warum das dann doch nicht so einfach ist, wie in Filmen gezeigt. Der Vortrag erinnerte eher an eine universitäre Vorlesung als an wilde Hackerphantasien und erklärte zahlreiche Zusammenhänge des Stromnetzes.

Inhalt:
  1. Stromnetz: Wie man einen Blackout herbeiführen kann
  2. Das Stromnetz selbst angreifen
  3. Auch der Stromhandel bereitet Probleme

Zu Beginn zitierte Dalheimer aus einer Studie, die das Büro für Technikfolgeabschätzung des Bundestages (TAB) vor einigen Jahren veröffentlicht hat. Darin wurde untersucht, wie sich ein andauernder Stromausfall auf Deutschland auswirken würde. Nach rund fünf Tagen würden hierzulande bürgerkriegsähnliche Zustände herrschen, fasst Dalheimer die Studie zusammen. Diese Aussage veranlasste einen der Zuhörer zu einem Jubelschrei, warum auch immer.

Grundsätzlich sei es möglich, einen Ausfall des Stromnetzes herbeizuführen, sagte Dalheimer. Dafür müsste die im Netz vorherrschende Frequenz von 50 Hz entweder nach oben oder nach unten manipuliert werden - in einer sehr kurzen Zeitspanne. Grundsätzlich muss die verbrauchte Leistung im Netz immer der erzeugten Leistung entsprechen. Abweichungen davon führten zu Schwankungen der Standard-Netzfrequenz von 50 Hz und gefährdeten die Stabilität des Haushaltes. Die Komponenten des Stromnetzes sind nach dem N-1-Prinzip abgesichert. Fällt eine Komponente aus, müssen die verbleibenden Komponenten die Last weiterhin tragen können, beziehungsweise den Ausfall kompensieren.

Für einen Angriff müssten daher entweder große Kapazitäten vom Netz genommen werden, also viele große Kraftwerke auf einmal, oder aber viele große Verbraucher schlagartig abgeschaltet werden. Einen Ausfall von zwei AKW-Blöcken unter Volllast könnte das Europäische Verbundnetz in aller Regel ohne Probleme verkraften. Großverbraucher, die genügend Leistung ziehen, um einen Ausfall herbeizuführen, könnten zum Beispiel große Stahlkochwerke sein.

Smart-Meter-Gateways sind nur theoretisch gefährlich

Stellenmarkt
  1. Bonback GmbH & Co. KG, Übach-Palenberg
  2. sepp.med gmbh, Forchheim

Auch mit einer Manipulation von Smart-Meter-Gateways könnten viele Verbraucher abgeschaltet werden, sagte Dalheimer - zumindest theorisch. Dies sei in Deutschland aber wegen der kaum vorhandenen Verbreitung und auf Grund der Tatsache, dass darüber eher einzelne Haushaltsgeräte als ganze Haushalte abgeschaltet werden könnten, keine realistische Option. In anderen europäischen Ländern sei dies aber vorstellbar.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Das Stromnetz selbst angreifen 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4.  


Anzeige
Top-Angebote
  1. 34,99€/49,99€ (mit/ohne Spezialangebote)
  2. (u. a. Acer KG241P 144-Hz-Monitor für 159€)
  3. (aktuell u. a. Mushkin Pilot-E 2 TB für 219,90€ + Versand)

Magnet0 05. Jan 2016

Bin zufälligerweise grad an diesem Buch dran. Absolut feiner Technik-Thriller und für...

Kaiopa 04. Jan 2016

Schön, dass hier so ein Artikel drin steht, aber jeder Golem-Leser sollte auch ohne...

Mixermachine 03. Jan 2016

Da wird die Idee mit dem Sprengstoff doch wohl mehr "zünden" ;) Bei einer entsprechenden...

tonictrinker 03. Jan 2016

Manchmal habe ich wirklich den Eindruck, der CCC möchte sich gerne durch irgendwelche...

dasmussnochgesa... 03. Jan 2016

kwt.


Folgen Sie uns
       


Samsungs 49-Zoll-QLED-Gaming-Monitor - Test

Der Samsung CRG9 ist nicht nur durch sein 32:9-Format beeindruckend. Auch die hohe Bildfrequenz und sehr gute Helligkeit ermöglichen ein sehr immersives Gaming und viel Platz für Multitasking.

Samsungs 49-Zoll-QLED-Gaming-Monitor - Test Video aufrufen
DSGVO: Kommunen verschlüsseln fast nur mit De-Mail
DSGVO
Kommunen verschlüsseln fast nur mit De-Mail

Die Kommunen tun sich weiter schwer mit der Umsetzung der Datenschutz-Grundverordnung. Manche verstehen unter Daten-Verschlüsselung einen abschließbaren Raum für Datenträger.
Ein Bericht von Christiane Schulzki-Haddouti

  1. Datenschmuggel US-Gericht schränkt Durchsuchungen elektronischer Geräte ein
  2. Digitale Versorgung Viel Kritik an zentraler Sammlung von Patientendaten
  3. Datenschutz Zahl der Behördenzugriffe auf Konten steigt

Bosch-Parkplatzsensor im Test: Ein Knöllchen von LoRa
Bosch-Parkplatzsensor im Test
Ein Knöllchen von LoRa

Immer häufiger übernehmen Sensoren die Überwachung von Parkplätzen. Doch wie zuverlässig ist die Technik auf Basis von LoRa inzwischen? Golem.de hat einen Sensor von Bosch getestet und erläutert die Unterschiede zum Parking Pilot von Smart City System.
Ein Test von Friedhelm Greis

  1. Automated Valet Parking Daimler und Bosch dürfen autonom parken
  2. Enhanced Summon Teslas sollen künftig ausparken und vorfahren

Amazon Echo Studio im Test: Homepod-Bezwinger begeistert auch als Fire-TV-Lautsprecher
Amazon Echo Studio im Test
Homepod-Bezwinger begeistert auch als Fire-TV-Lautsprecher

Mit dem Echo Studio bringt Amazon seinen teuersten Alexa-Lautsprecher auf den Markt. Dennoch ist er deutlich günstiger als Apples Homepod, liefert aber einen besseren Klang. Und das ist längst nicht alles.
Ein Test von Ingo Pakalski

  1. Amazons Heimkino-Funktion Echo-Lautsprecher drahtlos mit Fire-TV-Geräten verbinden
  2. Echo Flex Amazons preiswertester Alexa-Lautsprecher
  3. Amazons Alexa-Lautsprecher Echo Dot hat ein LED-Display - Echo soll besser klingen

    •  /