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Auf dem 32C3 forderte Mathhias Dalheimer eine größere Dezentralisierung des Stromnetzes.
Auf dem 32C3 forderte Mathhias Dalheimer eine größere Dezentralisierung des Stromnetzes. (Bild: Mathias Dalheimer/Screenshot:Golem.de)

Auch der Stromhandel bereitet Probleme

Eine neue Quelle der Instabilität im Stromnetz ist Dalheimer zufolge der zunehmende Stromhandel. Die Pakete werden in 15-Minuten-Paketen gehandelt, aus diesem Grund kommt es in diesem Rhythmus zu leichten Schwankungen der Frequenz. Wer einen Angriff durchführen wollte, könnte genau diese Momente der kleinen Instabilität abpassen, so Dalheimer in seinem Vortrag.

Die Einschätzungen Dalheimers basieren auf zwei Datenquellen. Zum einen hat der Wissenschaftler mithilfe des Informationsfreiheitsgesetzes eine Datenbank angefordert, in der die Bundesnetzagentur alle meldepflichtigen Vorfälle einträgt. Meldepflichtig sind Stromausfälle, die länger als drei Minuten andauern. Die Daten werden in einer SQL-Datenbank gespeichert, die offenbar Probleme mit dem UTF-8-Encoding hat, denn in den Daten tauchen zahlreiche Fragezeichen auf, wo eigentlich Umlaute stehen müssen. Außerdem gibt es offenbar Probleme bei der Kontrolle eingegebener Werte. Einige Datensätze seien mit dem Argument "Bitte Ausfallgrund auswählen" abgespeichert. Bislang hat Dalheimer nur Teile der Ergebnisse erhalten und daher ein Widerspruchsverfahren eröffnet. Der Stand der Anfragen findet sich bei Frag den Staat.

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Selbst die Frequenz messen

Eine andere Quelle für seinen Datensatz sind eigene Messergebnisse. Auf Basis eines Raspberry-Pi hat Dalheimer sich ein Messgerät gebastelt, mit dem er kontinuierlich die aktuelle Frequenz im Stromnetz misst. Mittlerweile hat er Daten aus mehr als anderthalb Jahren aufgezeichnet. Meistens schwankt die Frequenz minimal, etwa im Bereich von 50 mHz. Auf der Webseite des Netzsinus-Projekts stellt er Baupläne und andere Informationen rund um das Projekt zur Verfügung. Wer an dem Projekt mitwirken will, kann sich bei Dalheimer melden. Er zitierte Messergebnisse, die er während einer Schnellabschaltung des AKW Grafenrheinfeld aufgezeichnet hatte. "Für meine Daten könnte ich noch mehr solche Schnellabschaltungen gebrauchen."

Um die Risiken zu minimieren, wünscht Dalheimer sich autonom agierende, verbundene Zellen im Stromnetz. Diese Einheiten könnten zum Beispiel Städte oder bestimmte große Verbraucher sein. Außerdem würden die derzeit entwickelten Stabilisierungsmechanismen nur im Höchstspannungsnetz greifen, durch Solaranlagen würde aber mittlerweile auch im Hochspannungsnetz Energie eingespeist werden - daher bräuchte es neue Sicherheitsmechanismen. Mit den lokalen, kleineren Kraftwerken könnte außerdem eine stärkere Dezentralisierung betrieben werden, so dass es weniger Angriffsfläche geben würde.

Auf eine entsprechende Frage aus dem Publikum antwortete Dalheimer, er habe keine Notvorräte angelegt. Weder Kerzen, noch Ravioli oder Mate befänden sich in seinem Keller. Katastrophenschützer empfehlen für den Katastrophenfall im Übrigen ein einfaches, aber sehr wirkungsvolles Gerät im Besitz zu haben: ein Radio mit Kurbelantrieb.

 Das Stromnetz selbst angreifen

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Magnet0 05. Jan 2016

Bin zufälligerweise grad an diesem Buch dran. Absolut feiner Technik-Thriller und für...

Kaiopa 04. Jan 2016

Schön, dass hier so ein Artikel drin steht, aber jeder Golem-Leser sollte auch ohne...

Mixermachine 03. Jan 2016

Da wird die Idee mit dem Sprengstoff doch wohl mehr "zünden" ;) Bei einer entsprechenden...

tonictrinker 03. Jan 2016

Manchmal habe ich wirklich den Eindruck, der CCC möchte sich gerne durch irgendwelche...

dasmussnochgesa... 03. Jan 2016

kwt.



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