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Auf dem 32C3 forderte Mathhias Dalheimer eine größere Dezentralisierung des Stromnetzes.
Auf dem 32C3 forderte Mathhias Dalheimer eine größere Dezentralisierung des Stromnetzes. (Bild: Mathias Dalheimer/Screenshot:Golem.de)

Das Stromnetz selbst angreifen

Noch wesentlich geeigneter zum Herbeiführen eines Blackouts sei ein Angriff auf das Stromnetz selbst. Einerseits könnten Umspannwerke angegriffen werden, indem darüber Graphitstaub abgeworfen werde. Dies würde zu einem Kurzschluss im Höchstspannungsnetz führen und Instabilitäten auslösen. Außerdem könnte die physische Infrastruktur angegriffen werden, also etwa die Übertragungsleitungen. Hier zitierte Dalheimer das Beispiel der Abschaltung einer Höchstspannungsleitung im Weser-Ems-Gebiet, als die Meyer-Werft aus Papenburg ein neues Schiff überführte. Die Leitung wurde vom Betreiber Eon planmäßig abgeschaltet, durch einen Fehler bei der Berechnung der benötigten Ersatzkapazitäten kam es danach jedoch zu Instabilitäten im Stromnetz. Das Europäische Verbundnetz zerfiel in der Folge in mehrere Einzelnetze, die jeweils eigene Frequenzen aufwiesen. Die Techniker benötigten in der Folge mehrere Stunden, um die Netze wieder ordnungsgemäß zusammenzuschalten.

Problematisch waren dabei unter anderem die Windkraftanlagen an der Nordsee. Denn diese schalteten sich bei der Erhöhung der Netzfrequenz automatisch ab, was dann im ohnehin instabilen Stromnetz zu weiteren Problemen und einem Frequenzabfall führte. Als die Frequenz niedrig war, liefen die Windräder mit voller Kraft wieder an und führten erneut zu einem sprunghaften Anstieg.

Dalheimer trat zu Beginn seines Vortrages jedoch der allgemeinen Annahme entgegen, dass erneuerbare Energien, die schon bis zu 30 Prozent der deutschen Energieversorgung stellen, das Stromnetz per se instabiler und unsicherer machten. Tatsächlich gebe es einige Herausforderungen, die aber in neuen Solarzellen und Windrädern mittlerweile weitgehend gelöst seien.

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Erneuerbare Energien werden stabiler

Neue Anlagen seien in der Lage, die Einspeisung der Leistung so zu regulieren, dass diese im Netz graduell ankomme und nicht auf einen Schlag. Ein wichtiges Merkmal, das hilft, das Stromnetz stabiler zu machen, fehlt den Anlagen jedoch. Mit der sogenannten Momentanreserve können klassische, turbinenbasierte Kraftwerke zu einer Stabilisierung des Netzes beitragen. Die großen, oft mehr als 20 Tonnen wiegenden Turbinen laufen europaweit mit derselben Frequenz. Tritt eine Störung auf, kann die gespeicherte Rotationsenergie genutzt werden, um Ungleichgewichte im Netz aufzufangen. Außerdem gibt es einen von der Momentanreserve unabhängigen Netzselbstregeleffekt, der durch eine automatische Leistunganpassung verschiedener Verbraucher Störungen von etwa einem Prozent der Netzkapazität mit auffangen kann.

Eine weitere Sicherheitsmaßnahme ist die sogenannte Primärregelung. Viele große Kraftwerke halten einen Teil der eigenen Kapazität als Reserve bereit, um im Notfall innerhalb sehr kurzer Zeit mehr Energie ins Netz einspeisen zu können. Die Richtlinien verlangen hier eine Nachregelung innerhalb von nur 30 Sekunden.

 Stromnetz: Wie man einen Blackout herbeiführen kannAuch der Stromhandel bereitet Probleme 

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Magnet0 05. Jan 2016

Bin zufälligerweise grad an diesem Buch dran. Absolut feiner Technik-Thriller und für...

Kaiopa 04. Jan 2016

Schön, dass hier so ein Artikel drin steht, aber jeder Golem-Leser sollte auch ohne...

Mixermachine 03. Jan 2016

Da wird die Idee mit dem Sprengstoff doch wohl mehr "zünden" ;) Bei einer entsprechenden...

tonictrinker 03. Jan 2016

Manchmal habe ich wirklich den Eindruck, der CCC möchte sich gerne durch irgendwelche...

dasmussnochgesa... 03. Jan 2016

kwt.



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