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Stromerzeugung: Windkraft dominiert deutsches Stromnetz, auch beim Import

Trotz weniger Wind und eines schleppenden Ausbaus war Windkraft der größte Stromerzeuger im Land. Importe sanken um ein Viertel.
/ Mario Petzold
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Der Ausbau der Windkraft blieb weit hinter den Erwartungen zurück. (Bild: AFP via Getty Images/Daniel Roland)
Der Ausbau der Windkraft blieb weit hinter den Erwartungen zurück. Bild: AFP via Getty Images/Daniel Roland

Eine Auswertung des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE(öffnet im neuen Fenster) zur Einspeisung ins öffentliche Stromnetz zeigt, dass die beiden wichtigsten Quellen im Jahr 2025 Windkraft und Photovoltaik waren. Mit einem Anstieg um 21 Prozent gegenüber 2024 erreichte der produzierte Solarstrom den zweiten Platz.

Dahinter folgen mit deutlichem Abstand Braunkohle und Erdgas. Alle Daten stammen von Energy-Charts(öffnet im neuen Fenster) , dem Statistischen Bundesamt, der Leipziger Strombörse und aus Hochrechnungen.

Der Anteil der erneuerbaren Energie am Gesamtstromverbrauch blieb demnach unverändert bei 55,9 Prozent. In Summe stieg die Produktion aus diesen Quellen um 6 Terawattstunden (TWh) auf insgesamt 278 TWh. Die Zielvorgabe lag laut Fraunhofer ISE allerdings bei 346 TWh, also knapp ein Viertel höher.

Schlechtes Jahr für die Windkraft

Dass die Erzeugung niedriger ausfiel als erwartet, liegt zum einen an weniger Wind. Trotz eines minimalen Zubaus an Leistung sank die Produktion im Vergleich zu 2024 um 3,2 Prozent. Gleichzeitig blieb der Ausbau deutlich hinter den Erwartungen zurück. Die Gesamtleistung stieg um 4,8 Gigawatt – nur ein Drittel der eigentlich vorgesehenen Menge.

Vor allem offshore erhöhte sich die Leistung praktisch nicht, während im Vergleich zu Windkraftanlagen an Land aus jedem Gigawatt 50 Prozent mehr Energie gewonnen werden kann. Teilweise kompensiert werden konnte dies durch den 16-prozentigen Anstieg bei der Photovoltaikleistung.

Wind dominiert auch den Import

Mit einem zum Vorjahr um 11 Prozent höheren Strompreis an der Leipziger Strombörse – durchschnittlich 8,65 Cent pro Kilowattstunde – wird der gesunkene Anteil an importiertem Strom erklärt. So habe es sich gelohnt, häufiger heimische Reservekraftwerke zu nutzen.

Der Importüberschuss lag 2025 bei 22 TWh, ein Viertel weniger als 2024. Den größten Anteil daran hatte Dänemark, gefolgt von Frankreich und den Niederlanden. Somit lag die Menge dänischen Windstroms bei den Importen noch vor französischem Atomstrom.


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