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Amprion: Rechenzentren müssen am Netz bleiben

Amprion stellt in seinem Netzgebiet demnach sicher, "dass Rechenzentren bestimmte Anforderungen erfüllen, die über die aktuell geltenden Vorgaben hinaus gehen." Wenn es zu einem Netzfehler komme, etwa zu einem Leitungsausfall wie in Virginia, dürfe sich ein Rechenzentrum nicht einfach vom Netz trennen. "Es muss den Fehler 'durchfahren' und nachdem der Fehler behoben ist, innerhalb von einer Sekunde wieder Strom aus dem Netz beziehen. Dadurch bleibt das Netz stabil und Folgeausfälle werden vermieden" , schrieb Amprion.

Amprion und die GDA stimmen sich demnach eng ab, um übergreifende Anforderungen für das netzdienliche Verhalten von Rechenzentren zu vereinbaren. "Vorschläge für technische Mindestanforderungen für Erzeuger und Verbraucher haben wir zudem bereits in das Forum Netztechnik/Netzbetrieb des VDE als zuständigem Normungsgremium eingebracht. Auch auf europäischer Ebene setzen wir uns für einheitliche Regeln ein" , hieß es weiter.

Technische Anforderungen auf EU-Ebene regeln

Eng abgestimmt waren auch die beiden Stellungnahmen, die fast wortgleich formuliert sind. So heißt es jeweils: "Durch die zunehmende Anzahl und Größe von Rechenzentren erhöht sich der Handlungsbedarf. Die Harmonisierung der technischen Anforderungen für Rechenzentren sollte also entschieden vorangetrieben werden."

Sowohl Amprion als auch die GDA fordern "eine schnelle Verabschiedung des Demand Connection Code(öffnet im neuen Fenster) durch die Europäische Kommission sowie eine schnelle nationale Umsetzung durch den VDE FNN" . Diese Regelungen zum Stromanschluss von Erzeugern und Verbrauchern werden seit einiger Zeit überarbeitet(öffnet im neuen Fenster) .

Nach Darstellung von Amprion stehen die deutschen Übertragungsnetzbetreiber in engem Austausch mit den deutschen und europäischen Verbänden der Rechenzentrumsbetreiber. Ziel sei es, "Anforderungen zu definieren, die für die Netzstabilität erforderlich sind und für die Betreiber technisch umsetzbar und wirtschaftlich sind" . Zusätzlich werde jeder einzelne Netzanschluss eines großen Rechenzentrums individuell geprüft. "Damit stellen wir sicher, dass sich die Anlage auch im Fehlerfall stabil verhält und sich nicht unnötig vom Netz trennt" , schreibt das Unternehmen.

Den Stellungnahmen zufolge sind viele Rechenzentren so ausgelegt, dass sie bei Netzstörungen sehr schnell auf ihre Eigenversorgung umschalten. Auch andere Großverbraucher könnten sensibel auf Netzschwankungen reagieren, etwa Papierfabriken, Elektrolyseure oder Elektroschmelzöfen. Je nach Anlagentyp ließen sich "individuelle Anschlusskonzepte entwickeln, die sowohl die Anforderungen des Stromsystems als auch die Bedürfnisse des jeweiligen Unternehmens berücksichtigen" .

Weniger kritisch sieht der Verteilnetzbetreiber und Stromversorger Mainova die Gefahr durch Rechenzentren.


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