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Malaysia: Milliardenschäden durch Bitcoin-Mining mit geklautem Strom

Malaysische Behörden haben im Laufe der Jahre etwa 14.000 Standorte mit illegal betriebenen Bitcoin - Minern aufgedeckt. Die Betreiber ziehen ständig um.
/ Marc Stöckel
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Malaysische Strafverfolger finden immer wieder illegal betriebene Bitcoin-Miner. (Bild: pixabay.com / Marinefreex)
Malaysische Strafverfolger finden immer wieder illegal betriebene Bitcoin-Miner. Bild: pixabay.com / Marinefreex

In Malaysia zapfen Kriminelle schon seit Jahren immer wieder illegal Strom ab, um Bitcoin-Mining zu betreiben. Einem Bloomberg-Bericht(öffnet im neuen Fenster) zufolge sind dem in Kuala Lumpur ansässigen staatlichen Energieversorger Tenaga Nasional durch diese Praxis im Laufe der Zeit bereits Schäden in Höhe von etwa 1,1 Milliarden US-Dollar entstanden.

Der Kampf der Behörden gegen die Betreiber der Mining-Anlagen wird im Bericht als ewiges Katz-und-Maus-Spiel beschrieben. Immer wieder suchen Strafverfolger mit Drohnen, Wärmesensoren und anderer technischer Ausrüstung nach versteckten Bitcoin-Farmen, die sich unrechtmäßig an Stromleitungen bedienen.

Rund 14.000 illegale Mining-Standorte sollen in Malaysia auf diesem Wege schon aufgespürt worden sein. Und das, obwohl sich die Anlagenbetreiber zu verstecken wissen, etwa durch regelmäßige Umzüge in verlassene Gebäude, eigene Überwachungssysteme sowie durch den Einsatz spezieller Abschirmungen, die die Wärmeemissionen vor den Behörden verbergen sollen.

Mining lohnt sich nur bei günstigem Strom

Die Betreiber von Mining-Anlagen operieren häufig am Rande der Wirtschaftlichkeit. Wirklich lukrativ ist Bitcoin-Mining heutzutage nur noch bei sehr geringen Stromkosten – etwa mit Solarenergie(öffnet im neuen Fenster) , wenn gerade die Sonne scheint und sich zugleich wenige Abnehmer finden.

Das verleitet aber offenbar auch einige Akteure dazu, die Energiekosten durch illegales Abzapfen von Strom gänzlich aus der Rechnung zu streichen, so dass von den geschürften Bitcoin am Ende mehr Geld auf dem eigenen Bankkonto ankommt. Gegen diese Form des illegalen Minings wollen die malaysischen Behörden künftig verstärkt vorgehen.

Laut Bloomberg liegen bezüglich der Hashrate, die Malaysia zum weltweiten Bitcoin-Mining beiträgt, derzeit keine aktuellen Zahlen vor. 2022 soll der Anteil bei etwa 2,5 Prozent gelegen haben.

Grundsätzlich ist Bitcoin-Mining in Malaysia legal, solange die Betreiber ihren Strom auf legalem Wege beziehen und Steuern zahlen. In China wurde das Kryptomining schon vor Jahren verboten , allerdings trug das Land damals auch mehr als die Hälfte der weltweiten Hashrate bei.


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