Strom für Rechenzentren: KI-Boom bringt Transformatorhersteller ans Limit
Der weltgrößte Hersteller von Leistungstransformatoren warnt vor Lieferengpässen in der Branche. "Alle sind von der Nachfrage überwältigt" , sagte Andreas Schierenbeck, Chef des japanischen Herstellers Hitachi Energy, der Financial Times (Paywall)(öffnet im neuen Fenster) . Die Steigerung der Produktionskapazitäten sei nicht einfach und die Produktion könne wahrscheinlich nicht schnell genug hochgefahren werden.
In früheren Zeiten hätten die Lieferfristen von Trafos bei sechs bis acht Monaten gelegen. Stromnetzbetreiber müssten nun jedoch drei bis vier Jahre warten, wenn sie nicht bereits ein Gerät reserviert hätten, sagte Schierenbeck, der zuvor das deutsche Energieunternehmen Uniper führte.
Die Nachfrage wird laut Schierenbeck auch durch den wachsenden Bedarf an Rechenzentren getrieben, die für generative künstliche Intelligenz (KI) benötigt werden. Allerdings werden Transformatoren auch für den Ausbau des Stromnetzes benötigt, um die Anforderungen der erneuerbaren Energien und neuer Belastungen wie Elektroautos und Wärmepumpen zu erfüllen.
Branchenumsatz soll stark steigen
Einer Analyse des Beratungsunternehmens Rystad Energy zufolge sollen die jährlichen Umsätze der Transformatorhersteller in den kommenden Jahren von derzeit 48 Milliarden US-Dollar auf 67 Milliarden US-Dollar im Jahr 2030 steigen. Das entspricht einem Zuwachs von knapp 40 Prozent. "Bei Leistungstransformatoren herrscht derzeit der größte Mangel an Netzgeräten" , sagte Edvard Christoffersen von Rystad Energy.
Hitachi Energy will dem Bericht zufolge sechs Milliarden US-Dollar investieren und in den kommenden drei Jahren 15.000 neue Mitarbeiter einstellen. Die gesamte neue Produktion sei bereits den Kunden zugesagt worden.
Schierenbeck hält es für unwahrscheinlich, dass die Branche in absehbarer Zeit Überkapazitäten aufbauen könnte. Zudem werde es noch eine Zeitlang dauern, bis chinesische Konkurrenten zu einer Bedrohung würden, obwohl die Exporte aus China inzwischen zunähmen. China benötige die neuen Transformatoren vor allem für eigene Zwecke.
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