Streit um Streamingrechte: Warner verklagt Paramount wegen South Park
Warner Bros. Discovery hat Klage gegen Paramount eingereicht, um die exklusiven Streamingrechte für die TV-Serie South Park zu erhalten. Das berichten unter anderem Variety(öffnet im neuen Fenster) , Deadline(öffnet im neuen Fenster) sowie The Hollywood Reporter(öffnet im neuen Fenster) mit Verweis auf eine eingereichte Klage bei einem Gericht im US-Bundesstaat New York.
Das Medienunternehmen Warner Bros. Discovery benannte sich im Sommer 2022 um. Damit will Warner auf die im Sommer 2021 angekündigte Fusion mit Discovery hinweisen. Im folgenden Text wird das Unternehmen für eine bessere Lesbarkeit mit Warner abgekürzt. In dem Rechtsstreit geht es um einen Lizenzvertrag, den Warner mit Paramount 2019 geschlossen hat und der einen Wert von 500 Millionen US-Dollar haben soll. Dabei geht es um die exklusiven Streamingrechte für die TV-Serie South Park.
Paramount soll einige South-Park-Inhalte über Paramount+ angeboten haben, statt diese Warners Streamingdienst HBO Max zur Verfügung zu stellen. Dem widerspricht Paramount und wirft seinerseits Warner vor, Lizenzzahlungen nicht geleistet zu haben. Dabei soll es um South-Park-Inhalte gehen, die bei HBO Max angeboten wurden.
Der Lizenzvertrag zwischen Warner und SPDS
Der Lizenzvertrag von 2019 wurde seinerzeit zwischen Warner und den South Park Digital Studios (SPDS) geschlossen – einem Joint Venture zwischen Paramount und den South Park-Schöpfern Trey Parker und Matt Stone. Damals soll Warner pro South-Park-Folge 1,69 Millionen US-Dollar gezahlt haben, um die Streamingrechte bis Juni 2025 zu erhalten. Die Gesamtsumme soll bei mehr als 500 Millionen US-Dollar gelegen haben. Paramount soll SPDS veranlasst haben, diesen Vertrag zu brechen, so der Vorwurf von Warner.
Der Lizenzvertrag deckt alle bisherigen South-Park-Episoden ab sowie 30 neue South-Park-Folgen der damals kommenden drei Staffeln der Serie. In der Klage heißt es, dass die Aufteilung der Streamingrechte an der Serie für Warner nicht infrage komme. Die Vereinbarung umfasst zwei Arten von Inhalten: lange Episoden mit einer Länge von mehr als 20 Minuten sowie die Episoden der Staffeln 24 bis 26.
Ein weiterer Lizenzvertrag mit MTV
Warner wirft Paramount Vertragsbruch vor und sieht den Start von Paramount+ als Grund dafür. Mit rechtlichen Winkelzügen soll Paramount versucht haben, den Lizenzvertrag mit Warner zu missachten. Die Paramount-Tochter MTV soll im August 2021 mit den South-Park-Schöpfern Parker und Stone einen Vertrag über 900 Millionen US-Dollar geschlossen haben. Dabei ging es um neue South-Park-Inhalte, die für fünf Jahre exklusiv auf Paramount+ angeboten werden sollten. Das war einige Monate nach dem Start von Paramount+.
Im Rahmen dieser Vereinbarung sollten 14 South Park-Filme auf Paramount+ veröffentlicht werden. Den Anfang sollten im Jahr 2021 zwei Filme machen. In der Klageschrift heißt es, MTV habe die Inhalte als Filme und nicht als Episoden bezeichnet, um den 2019 geschlossenen Vertrag mit Warner zu untergraben. Dieser sei geschlossen worden, um die Bedingungen der Vereinbarung mit Warner zu umgehen, lautet der Vorwurf.
Wer entscheidet wonach, zu welcher Staffel ein South-Park-Inhalt gehört?
MTV und die South-Park-Macher sollen für die Begriffe bewusst von South-Park-Filmen oder Events gesprochen haben, um die vertraglichen Vereinbarungen zwischen SPDS und Warner zu umgehen. Der Vorwurf lautet, dass zwei South-Park-Folgen als Pandemic Specials zuerst exklusiv auf Paramount+ liefen, obwohl diese nach Ansicht von Warner bei HBO Max hätten Premiere feiern müssen.
Im Januar 2022 soll Warner mitgeteilt worden sein, dass die South-Park-Events als gesonderte Staffel erscheinen und nicht zur 25. Staffel der Serie zählen. Zudem erfuhr Warner, dass die Staffel 25 nur aus sechs Episoden bestehe. Warner sieht das als "einen direkten Verstoß gegen die Vereinbarung von SPDS" . Demnach sieht die Vereinbarung mit Warner vor, dass jede neue Staffel "mindestens 10 Episoden" umfasse.
Warner wirft SPDS vor, dass diese Entscheidung nach einer Abstimmung oder auf Anweisung von Paramount erfolgt sei. Bis Februar 2023 habe SPDS Warner nur acht neue South-Park-Episoden geliefert. In der Klage werden auch SPDS und MTV genannt, denen unter anderem Vertragsbruch, betrügerische Praktiken und unerlaubte Schlussfolgerungen vorgeworfen werden.
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