Streit um App-Store-Provision: Apple werden unfaire Methoden vorgeworfen

Wieder mal streitet sich ein Unternehmen mit Apple darum, ob eine App eine Abobuchung über den App Store anbieten muss.

Artikel veröffentlicht am ,
Der App Hey droht der Rauswurf aus dem App Store.
Der App Hey droht der Rauswurf aus dem App Store. (Bild: Alastair Pike/AFP via Getty Images)

Das US-Unternehmen Basecamp hat diese Woche einen neuen E-Mail-Dienst mit der Bezeichnung Hey gestartet. Aber nun droht Apple damit, die zugehörige App aus dem App Store zu entfernen, berichtet Protocol mit Verweis auf die Schilderungen von Zach Waugh, dem leitenden iOS-Entwickler bei Basecamp. Der Grund: Apple ist der Meinung, die App verstoße gegen App-Store-Richtlinien. Basceamp sieht es aber nicht ein, Apples Buchungssystem für In-App-Käufe zu verwenden.

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Der Dienst Hey ist kostenpflichtig und das Abo kostet 100 US-Dollar im Jahr. Für den Dienst stehen passende Apps für Android und iOS bereit - jedenfalls vorerst noch. Hey will vor allem Geschäftskunden für sich gewinnen und sieht sich daher in einem ähnlichen Bereich wie etwa Spark oder Edison, die im App Store verfügbar sind, ohne dass es möglich ist, darüber ein Abo dafür zu buchen. Basecamp sieht sich von Apple unfair behandelt.

Basecamp will gegen Apple kämpfen

Protocol berichtet, dass es ein Fehler im App-Store-Prozess gewesen sei, die Hey-App überhaupt freizuschalten. Apple sieht durch die Hey-App einen Verstoß gegen die App-Store-Richtlinien und drängt daher darauf, die App aus dem App Store zu entfernen. Derzeit ist unklar, ob sich Apple der Argumentation von Basecamp anschließen wird.

Protocol sprach auch mit David Heinemeier Hansson, dem Mitgründer und CTO von Basecamp, über den Vorfall. Heinemeier Hansson berichtet, er höre seit Jahren solche Geschichten von Entwicklern. Und er sagte: "Es gibt in einer Million Jahren keine Chance, dass ich Apple ein Drittel unserer Einnahmen zahle. Das ist unverschämt und kriminell." Er wolle dagegen kämpfen und dafür "jeden US-Dollar ausgeben, den wir haben oder jemals verdienen werden, bis so ein Gebahren unterbunden ist".

EU-Kommision ermittelt gegen Apple

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Dieser Fall dürfte für Apple zu einer ungünstigen Zeit kommen. Diese Woche hat die EU-Kommission nach Beschwerden von Konkurrenten mit Untersuchungen gegen Apple begonnen, die klären sollen, ob Apple unfairen Wettbewerb in seinem App Store und beim Bezahlsystem Apple Pay betreibt. Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager leitete zwei offizielle Verfahren ein.

Hintergrund der Prüfungen ist unter anderem eine Beschwerde des Musikdienstes Spotify über die Abgabe von 30 beziehungsweise 15 Prozent auf Abo-Einnahmen im App Store. Darin sieht der Streamingdienst eine Benachteiligung gegenüber Apples Produkten. Netflix erlaubt aufgrund der App-Store-Provisionen bereits länger keine Buchung eines Abos über den App Store. Bei Apple Pay kritisierten Banken unter anderem, dass sie nicht an Apple vorbei auf den NFC-Chip zum kontaktlosen Bezahlen zugreifen können.

"Es scheint, als habe Apple beim Vertrieb von Apps und Inhalten an Nutzer der beliebten Apple-Geräte die Rolle eines 'Torwächters' eingenommen", sagte Vestager. Es müsse sichergestellt werden, dass dies nicht zu Wettbewerbsverzerrungen führe.

Apple wies die Vorwürfe zurück. "Es ist enttäuschend, dass die Europäische Kommission den haltlosen Beschwerden einiger weniger Unternehmen folgt, die einen Freifahrschein wollen, statt nach den gleichen Regeln zu spielen wie alle anderen auch", sagte ein Sprecher. Apple halte das nicht für richtig. "Wir wollen gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle erhalten, damit jeder mit einer guten Idee und Entschlossenheit Erfolg haben kann."

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wurstdings 19. Jun 2020

Nur weil man sich den Markt zurechtdefiniert wie es gerade passt, macht es das nicht...

Teeklee 18. Jun 2020

Bin mal gespannt wie du bei Webapps einen guten Offline Mode hin bekommst.

chefin 18. Jun 2020

Sollte man die Gebühren für Apple Store bei IOS Anwendungen eben drauf schlagen. 1 Monat...

Teeklee 18. Jun 2020

Klar, wollte das Beispiel aber so gestallten, damit es mit Apple übereinstimmt. Ja in...



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