Streit um .amazon: Amazonas-Staaten wollen sich Amazon nicht beugen

Die Amazonas-Anrainerstaaten beharren auf ihrem Recht, die Bedingungen der Top-Level-Domain .amazon zu bestimmen. Bereits seit mehreren Jahren streiten sich die Regierungen von Brasilien, Argentinien und Peru mit Amazon in verschiedenen Gremien der Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (Icann).
Amazon hatte vor rund vier Jahren die Verwaltung über die Top-Level-Domain .amazon beantragt, jedoch bislang ohne Erfolg. Die Regierungen der Anrainer hatten Icann aufgefordert, eine entsprechende Bewerbung aus öffentlichem Interesse abzulehnen, wie die Journalistin Monika Ermert schreibt(öffnet im neuen Fenster) . Das zu Icann gehörende Governmental Advisory Committe (Gac) war der Rechtsauffassung der drei Länder gefolgt.
"Kulturell sensitive Begriffe" sollen nicht registriert werden
Amazon und hinzugezogene Schlichter gehen davon aus, dass eine Zuteilung der generischen TLD den Anrainerstaaten nicht schaden würde. Man würde somit alle Bedingungen erfüllen. Amazon hatte noch angeboten, Bewerbungen für die TLDs .amazonas, .amazonia und .amazonica zu unterstützen. Außerdem hatte Amazon versprochen, "kulturell sensitive Begriffe" der drei Länder nicht als .amazon-Domain zu registrieren. Die Länder verweisen aber auf einen Beschluss der Amazonas-Anrainerorganisation OCTA und bleiben bei ihrer ablehnenden Haltung.
Die peruanische Vertreterin bei Icann, Maria Milagros Castanon Seonane, kritisierte Amazon. Sie sagte: "Unternehmen wie Ihres machen was sie wollen. Unternehmen wie Ihres wollen Regierungen und die Bevölkerung, die sie vertreten, einfach nicht respektieren" . Amazon könnte jetzt gegen den Beschluss klagen, unklar ist jedoch, wer nach dem Ende der US-Aufsicht über Icann für eine solche Klage zuständig wäre.