Abo
  • IT-Karriere:

Streit um Adblock-Video: Abgemahnter Youtuber hat Bild.de verklagt

Der abgemahnte Youtuber Tobias Richter hat eine negative Feststellungsklage gegen Bild.de eingereicht, weil der Axel-Springer-Verlag ihn nicht wie angekündigt verklagt hat. Richter hatte in seinem Youtube-Kanal eine Anleitung zur Umgehung der Bild.de-Werbeblocker-Sperre veröffentlicht.

Artikel von veröffentlicht am
Der Eingangsbereich des Landgerichts Berlin. Hier wird demnächst wohl verhandelt werden.
Der Eingangsbereich des Landgerichts Berlin. Hier wird demnächst wohl verhandelt werden. (Bild: Bubo/CC-BY-SA 3.0)

Im Streit um die Werbeblocker-Sperre von Bild.de wird es zu einem weiteren Gerichtsverfahren kommen. Der Youtuber Tobias Richter hat jetzt vor dem Landgericht Berlin eine negative Feststellungsklage eingereicht, mit der er die Behauptung untersagen lassen will, er habe mit Hilfe einer Videoanleitung eine technische Schutzmaßnahme für urheberrechtlich geschützte Inhalte auf Bild.de umgangen. Auf Basis dieser Argumentation wurde der Youtuber durch die vom Axel-Springer-Verlag beauftragte Kanzlei Lubberger Lehment abgemahnt.

Stellenmarkt
  1. TenneT TSO GmbH, Bayreuth
  2. FREICON GmbH & Co. KG, Freiburg

Hintergrund des Streits ist die Veröffentlichung eines Videos, in dem Richter erklärte, wie die Werbeblockersperre von Bild.de umgangen werden kann. Richter hatte das strittige Video nach der Abmahnung umgehend von seinem Youtube-Kanal entfernt, möchte aber nach wie vor keine Unterlassungserklärung abgeben, wie von Springer gefordert. Er hatte im vergangenen Dezember per Crowdfunding rund 7.000 Euro gesammelt, um gegen Springer klagen zu können. In einem uns vorliegenden Schreiben vom 7. Dezember 2015 hatten die Springer-Anwälte angekündigt, "umgehend" ein Hauptsacheverfahren gegen Richter einleiten zu wollen, wenn dieser die Erklärung nicht bis zum 10. Dezember 2015 abgeben würde. Richters Anwalt Niklas Haberkamm teilt auf Anfrage von Golem.de mit: "Leider wurde die erneute Ankündigung der Einleitung gerichtlicher Schritte trotz fruchtlosem Fristablauf wiederum nicht umgesetzt. Eine Klage wurde nicht erhoben." Daher habe man sich jetzt selbst zur Klageerhebung entschlossen: "Unser Mandant hat nunmehr lange genug darauf gewartet, dass die Gegenseite ihre Ankündigung einer Klage auch wirklich in die Tat umsetzt und seinerseits die bereits damals beabsichtigte negative Feststellungsklage erhoben, um das Nichtbestehen der gegen ihn geltend gemachten Ansprüche gerichtlich klären zu lassen."

In einem jetzt veröffentlichen Video sagt Richter, er würde das Geld, wie angekündigt, zurücküberweisen, wenn die negative Feststellungsklage Erfolg hat. Springers Argumentation der Umgehung einer "Softwareverschlüsselung" für Bild.de ist juristisch umstritten. Im Streit mit der Adblock-Plus-Betreiberfirma Eyeo konnte der Verlag vor dem Landgericht Hamburg jedoch einen juristischen Erfolg erzielen.

Das Landgericht Berlin war für eine Bestätigung der Klage und ein Aktenzeichen bislang nicht zu erreichen. Wir haben außerdem den Axel-Springer-Verlag um ein Statement gebeten und werden dieses gegebenenfalls nachreichen.

Nachtrag vom 9. März 2016, 16:14 Uhr

Der Axel-Springer-Verlag teilt auf unsere Anfrage hin Folgendes mit: "Das Landgericht Hamburg hat im Verfahren gegen die Eyeo GmbH (308 O 375/15) unmissverständlich festgestellt: Die Verbreitung von Umgehungscodes für die Adblocker-Sperre auf BILD.de ist unzulässig. Wir hatten geplant, Herrn Richter mit Hinweis auf die seit heute vorliegenden Urteilsgründe nochmals Gelegenheit zum Einlenken zu geben. Nachdem Herr Richter nun aber die negative Feststellungsklage eingereicht hat, werden wir die gegenläufige Leistungsklage erheben."



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 2,99€
  2. (-80%) 11,99€
  3. (-55%) 5,40€
  4. 3,99€

Impuls.Imperator 16. Mär 2016

ich denke die Serverkosten sind verschwindend klein gegenüber den Kosten für die Autoren...

vulkman 14. Mär 2016

Der riesige Unterschied ist aber, dass hier der Rechtsstaat ausgehebelt wird. Die...

lear 13. Mär 2016

Definitionssache Trojaner hält man ja iA. für was nützliches (zB. ein Holzpferd?) und...

User_x 13. Mär 2016

@teenriot, du verdienst dein geld evtl. mit werbung, zumindest wie du diese so...

lear 12. Mär 2016

nur obfuskiert und nicht randomisiert? gott sind die peinlich...


Folgen Sie uns
       


Honor 20 Pro - Hands on

Das Honor 20 Pro ist das neue Oberklasse-Smartphone der Huawei-Tochter. Als Besonderheit gibt es eine Vierfachkamera, um für möglichst viele Objektivsituationen gewappnet zu sein. Hinweis vom Hersteller: "Bei den gezeigten Geräten der Honor-20-Serie handelt es sich um Demoversionen, die sich in Aussehen und Funktion von der finalen Version unterscheiden können."

Honor 20 Pro - Hands on Video aufrufen
e.Go Life: Ein Auto, das lächelt
e.Go Life
Ein Auto, das lächelt

Das Auto ist zwar klein, bringt aber sogar gestandene Rennfahrer ins Schwärmen: Das Aachener Unternehmen e.Go Mobile hat seine ersten Elektroautos ausgeliefert. In einer Probefahrt erweist sich der Kleinwagen als sehr dynamisch.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. EZ-Pod Renault-Miniauto soll Stadtverkehr in Kolonne fahren
  2. Elektromobilität EnBW will weitere 2.000 Schnellladepunkte errichten
  3. Elektromobilität Verkehrsminister will Elektroautos länger und mehr fördern

Oneplus 7 Pro im Hands on: Neue Konkurrenz für die Smartphone-Oberklasse
Oneplus 7 Pro im Hands on
Neue Konkurrenz für die Smartphone-Oberklasse

Parallel zum Oneplus 7 hat das chinesische Unternehmen Oneplus auch das besser ausgestattete Oneplus 7 Pro vorgestellt. Das Smartphone ist mit seiner Kamera mit drei Objektiven für alle Fotosituationen gewappnet und hat eine ausfahrbare Frontkamera - das hat aber seinen Preis.
Ein Hands on von Ingo Pakalski

  1. Smartphones Android-Q-Beta für Oneplus-7-Modelle veröffentlicht
  2. Oneplus 7 Pro im Test Spitzenplatz dank Dreifachkamera
  3. Oneplus 7 Der Nachfolger des Oneplus 6t kostet 560 Euro

LTE-V2X vs. WLAN 802.11p: Wer hat Recht im Streit ums Auto-WLAN?
LTE-V2X vs. WLAN 802.11p
Wer hat Recht im Streit ums Auto-WLAN?

Trotz langjähriger Verhandlungen haben die EU-Mitgliedstaaten die Pläne für ein vernetztes Fahren auf EU-Ebene vorläufig gestoppt. Golem.de hat nachgefragt, ob LTE-V2X bei direkter Kommunikation wirklich besser und billiger als WLAN sei.
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Vernetztes Fahren Lobbyschlacht um WLAN und 5G in Europa
  2. Gefahrenwarnungen EU setzt bei vernetztem Fahren weiter auf WLAN

    •  /