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Streit mit Verteidigungsministerium: Anthropic bleibt seinen KI-Regeln treu

Vor Ablauf eines Ultimatums beharrt Anthropics CEO auf dem Nutzungsverbot für autonome Waffen und Überwachung. Google-Mitarbeiter fordern gleiche Regeln.
/ Johannes Hiltscher
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Anthropics CEO Dario Amodei bei Techcrunch Disrupt 2023 (Bild: Techcrunch, Flickr)
Anthropics CEO Dario Amodei bei Techcrunch Disrupt 2023 Bild: Techcrunch, Flickr / CC-BY 2.0

Das US-Verteidigungsministerium möchte KI-Modelle komplett frei einsetzen können . Dem widersprechen Anthropics Nutzungsbedingungen: Sie verbieten die Nutzung zur Massenüberwachung – wohlgemerkt nur von US-Bürgern – sowie für vollautonome Waffensysteme. Das KI-Unternehmen hat als bislang einziges einen Vertrag mit dem Pentagon, das scharfe Drohungen aussprach .

Davon lässt sich CEO Dario Amodei nicht beeindrucken und setzt sogar den 200 Millionen US-Dollar umfassenden Vertrag aufs Spiel. Auf Anthropics Homepage wurde eine Mitteilung des CEOs veröffentlicht(öffnet im neuen Fenster) , in der dieser auf den Regeln besteht und sie begründet. So gefährde die Nutzung von KI zur Überwachung die bürgerlichen Freiheiten; für die vollautonomen Waffensysteme sei die aktuelle Technik nicht zuverlässig genug. Man wolle durch unvorsichtige Nutzung US-Soldaten und -Bürger nicht gefährden, so Amodei.

Widersprüchliche Drohungen

Zudem weist Amodei auf die Widersprüchlichkeit der Drohungen des Pentagons hin: So wolle das Pentagon Anthropic einerseits als Lieferkettenrisiko einstufen – was die Nutzung der KI-Modelle des Unternehmens verbietet, – andererseits aber über ein Notstandsgesetz die Aufhebung der aktuellen Nutzungsbeschränkungen erzwingen.

Eine Antwort des Verteidigungsministeriums steht noch aus, dessen Ultimatum an Anthropic läuft noch bis zum Spätnachmittag des 27. Februar 2026. Amodei kündigte aber bereits an, bei Kündigung des Vertrags werde man einen reibungslosen Übergang zu einem neuen Anbieter ermöglichen.

Google-Mitarbeiter wollen gleiche rote Linien

Anthropics Beharren auf seinen Ausschlusskriterien findet auch in anderen Unternehmen Anklang. Denn das Verteidigungsministerium verhandelt auch mit Google und OpenAI über die Nutzung von deren Modellen. Als einziges Unternehmen stimmte bislang x.AI(öffnet im neuen Fenster) der Forderung des Ministeriums zu, den Einsatz von Grok für "alle legalen Anwendungsfälle" zu erlauben.

Mitarbeiter von Google fordern derweil für Gemini die gleichen Richtlinien wie bei Anthropic: Ausschluss der Überwachung von US-Bürgern sowie Verbot der Nutzung in vollautonomen Waffensystemen, so berichtet die New York Times(öffnet im neuen Fenster) über einen Brief an Jeffrey Dean, den wissenschaftlichen Leiter von Deepmind. Dean wird aufgefordert, "alles in seiner Macht Stehende zu tun, um jeglichen Vertrag zu stoppen, der diese grundlegenden roten Linien überschreitet" . 100 Mitarbeiter der KI-Abteilung unterzeichneten den Brief.

Einen offenen Brief an die jeweiligen Unternehmensführungen(öffnet im neuen Fenster) mit gleichlautenden Forderungen unterzeichneten bislang 261 Mitarbeiter von Google und 65 von OpenAI.


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