Abo
  • Services:

Streit mit FBI: Apple will in seinem Code nicht lügen

Verfassungswidrig und gefährlich nennt Apple die Aufforderung der Regierung, bei der Entschlüsselung des iPhones eines Terroristen zu helfen. Der Konzern beruft sich darauf, dass Code der Meinungsfreiheit unterliegt.

Artikel von veröffentlicht am
Bürgerrechtler protestieren gegen den Antrag des FBI.
Bürgerrechtler protestieren gegen den Antrag des FBI. (Bild: Bryan Thomas/Getty Images)

Apple wehrt sich weiter gegen die Gerichtsanordnung, eine Hintertür für das iPhone 5C eines Terroristen zu entwickeln - und hat die Einstellung des Verfahrens gefordert. Es beruft sich bei seinem Protest unter anderem auf die Meinungsfreiheit. Der Konzern hat eine interessante Argumentation entwickelt, warum diese auch für den Code-Signing-Schlüssel gilt.

Inhalt:
  1. Streit mit FBI: Apple will in seinem Code nicht lügen
  2. Apple greift den Beschluss auf vielen Ebenen an
  3. Was ein GovtOS bedeuten würde

Apple hat in dem Streit einen Staranwalt angeheuert: Ted Olson, der auch schon einige Prozesse vor dem Obersten Gerichtshof, dem Supreme Court, gewonnen hat. Es ist möglich, dass auch der Streit zwischen Apple und dem FBI so weit gehen wird. Denn für Apple-Chef Tim Cook geht es "um eine Frage der öffentlichen Sicherheit". Und der FBI-Chef geht davon aus, dass das Verfahren einen Präzedenzfall schaffen wird.

Das FBI verlangt von Apple, ihm bei der Entschlüsselung des iPhone 5C zu helfen, das der Terrorist Syed Farook verwendet hat. Er hat im Dezember 2015 bei einem Anschlag mit seiner Frau 14 Menschen erschossen. Das Gericht hat Apple vergangene Woche dazu aufgefordert, bestimmte Sicherheitsmechanismen eines iPhone 5C zu deaktivieren, um den für die Verschlüsselung genutzten Passcode mit Brute-Force-Angriffen brechen zu können.

Ist Code eine Form der Meinungsäußerung?

Apple argumentiert nun in einem Schreiben an das zuständige Gericht, es werde durch die Anordnung zu einer falschen Meinungsäußerung gezwungen. Die Regierung verstoße damit gegen den ersten Verfassungszusatz.

Stellenmarkt
  1. Bosch Gruppe, Abstatt
  2. CURRENTA GmbH & Co. OHG, Leverkusen

Im Detail erklärt Apple das folgendermaßen: Jede veränderte Software, die das Unternehmen für das FBI schreiben würde, müsse Apple mit seinem privaten Schlüssel signieren, damit das iPhone die neue Software akzeptiert. Dies sei aber gleichzusetzen mit der Meinungsäußerung, dass die Software in Ordnung sei - eine vielversprechende Argumentation, wie die Juristin Jennifer Granick im Gespräch mit Wired.com erläutert: "Das menschliche Äquivalent des Code-Signing ist: Wir glauben, dass diese Software so sicher ist, dass ihr sie ausführen könnt". Granick ist Direktorin des Zentrums für Bürgerrechte am Zentrum für Internet und Gesellschaft der Stanford Law School.

Apple müsste eine falsche Meinungsäußerung vornehmen

Tatsächlich würde die neue Software aber nicht den vollen Funktionsumfang bieten. Würde die Regierung Apple zwingen, eine Software zu installieren, die nachgewiesenermaßen unsicherer sei als die eigentliche Firmware, wäre das Unternehmen also gezwungen, eine falsche Meinungsäußerung abzugeben.

Gerade das Code-Signing soll das Vertrauen zwischen dem Konsumenten und dem ausgebenden Unternehmen gewährleisten. Und die Meinungsfreiheit schützt nicht nur das Recht, Meinungen zu haben und mitzuteilen, sondern auch das Recht, bestimmte Meinungen nicht zu haben oder nicht zu äußern.

Durch den Gerichtsbeschluss sieht der Konzern etwa auch Journalisten gefährdet: Nach der Logik der Regierung könnte diese auch "einen Journalisten zwingen, eine falsche Geschichte zu platzieren, um einen Köder für einen flüchtigen Straftäter zu legen", argumentiert Apple.

In dem Gerichtsdokument erklärt der Konzern außerdem, warum der All Writs Act seiner Ansicht nach nicht angewendet werden kann, auf den sich das FBI mit der Anordnung beruft.

Apple greift den Beschluss auf vielen Ebenen an 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4.  


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. 3 Blu-rays für 15€, 2 Neuheiten für 15€)
  2. (u. a. Logan, John Wick, Alien Covenant, Planet der Affen Survival)

My1 02. Mär 2016

also mMn sollten Softwareupdates OHNE DATENVERLUST nur nach eingabe der PIN/Passwort etc...

Yian 29. Feb 2016

Fingerabdrucksensor

Der Held vom... 28. Feb 2016

Dem Rest des Beitrags stimme ich vorbehaltlos zu, aber obigen Absatz verstehe...

Pjörn 27. Feb 2016

Apple würde am liebsten sagen,was John McAfee vor ein paar Tagen gesagt hat. Es ist keine...

Trollversteher 26. Feb 2016

Es geht aber nicht ohne das Gerät und den im geschützten Bereich, der sich nicht von au...


Folgen Sie uns
       


Dark Rock Pro TR4 - Test

Der Dark Rock Pro TR4 von Be quiet ist einer der wenigen Luftkühler für AMDs Threadripper-Prozessoren. Im Test schneidet er sehr gut ab, da die Leistung hoch und die Lautheit niedrig ausfällt. Bei der Montage und der RAM-Kompatibilität gibt es leichte Abzüge, dafür ist der schwarze Look einzigartig.

Dark Rock Pro TR4 - Test Video aufrufen
Gaming-Tastaturen im Test: Neue Switches für Gamer und Tipper
Gaming-Tastaturen im Test
Neue Switches für Gamer und Tipper

Corsair und Roccat haben neue Gaming-Tastaturen auf den Markt gebracht, die sich vor allem durch ihre Switches auszeichnen. Im Test zeigt sich, dass Roccats Titan Switch besser zum normalen Tippen geeignet ist, aber nicht an die Geschwindigkeit des Corsair-exklusiven Cherry-Switches herankommt.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Azio RCK Retrotastatur wechselt zwischen Mac und Windows-Layout
  2. OLKB Planck im Test Winzig, gerade, programmierbar - gut!
  3. Alte gegen neue Model M Wenn die Knickfedern wohlig klackern

Mars Insight: Nasa hofft auf Langeweile auf dem Mars
Mars Insight
Nasa hofft auf Langeweile auf dem Mars

Bei der Frage, wie es im Inneren des Mars aussieht, kann eine Raumsonde keine spektakuläre Landschaft gebrauchen. Eine möglichst langweilige Sandwüste wäre den beteiligten Wissenschaftlern am liebsten. Der Nasa-Livestream zeigte ab 20 Uhr MEZ, dass die Suche nach der perfekten Langeweile tatsächlich gelang.

  1. Astronomie Flüssiges Wasser auf dem Mars war Messfehler
  2. Mars Die Nasa gibt den Rover nicht auf
  3. Raumfahrt Terraforming des Mars ist mit heutiger Technik nicht möglich

Autonome Schiffe: Und abends geht der Kapitän nach Hause
Autonome Schiffe
Und abends geht der Kapitän nach Hause

Weite Reisen in ferne Länder, eine Braut in jedem Hafen: Klischees über die Seefahrt täuschen darüber hinweg, dass diese ein Knochenjob ist. Doch in wenigen Jahren werden Schiffe ohne Besatzung fahren, überwacht von Steuerleuten, die nach dem Dienst zur Familie zurückkehren. Daran arbeitet etwa Rolls Royce.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. Elektromobilität San Francisco soll ein Brennstoffzellenschiff bekommen
  2. Yara Birkeland Autonome Schiffe sind eine neue Art von Transportsystem
  3. Power Pac Strom aus dem Container für Ozeanriesen

    •  /