Was ein GovtOS bedeuten würde

Apple betont immer wieder, dass es sich nicht um einen Einzelfall handele. "Stattdessen geht es darum, dass das Justizministerium und das FBI durch ein Gericht gefährliche Befugnisse erhalten wollen, die der Kongress und die US-Bürger ihnen vorenthalten haben: die Möglichkeit, Firmen wie Apple zu zwingen, grundlegende Sicherheits- und Privatsphäre-Interessen von Hunderten Millionen von Menschen weltweit zu untergraben."

Im gesamten Text nennt Apple die Anforderungen der Regierung eine "Backdoor", die für alle iPhones anwendbar wäre. Das ist umstritten, weil die in diesem Fall erstellte Software zunächst nur das iPhone 5C betreffen würde. Allerdings glaubt auch FBI-Chef James Comey, dass die Entscheidung in dem Streitfall auch für weitere Fälle relevant sein wird. "Ich glaube, was immer der Richter in Kalifornien entscheidet - und ich bin mir sicher, dass es angefochten wird -, wird instruktiv sein für andere Gerichte", sagte Comey laut ZDnet. "Und es wird andere Fälle geben, bei denen es um das gleiche Telefon und das gleiche Betriebssystem geht."

"Vollzeitstellen in einem neuen Hacking-Department"

Wenn sich das FBI durchsetzt, könne das für Apple unzumutbare Folgen haben, führt der Konzern aus. "Um die Forderung der Regierung erfüllen zu können, müsste Apple ein neues 'GovtOS' schaffen", heißt es in dem Schriftstück. Und darüber hinaus könnte die Regierung mit der gleichen Logik wie in diesem Fall Apple auch verpflichten, die Kamera oder das Mikrofon eines iPhones aus der Ferne zu aktivieren, um Audio- oder Videoaufnahmen zu machen.

Dies sei illegal und würde dem Unternehmen "unrechtmäßige Bürden auferlegen". Denn Apple müsse "Vollzeitstellen in einem neuen Hacking-Department schaffen", Mitarbeiter des Unternehmens würden dann "als permanenter Arm der forensischen Abteilung der Regierung" missbraucht.

Neue Sicherheitsmaßnahmen für iPhones?

Eine Softwarelösung, wie sie das Gericht für das iPhone 5C fordert, würde bei Geräten der 6er-Reihe nicht ohne weiteres funktionieren. Aus diesem Grund wird spekuliert, ob Apple künftig weitere Sicherungsmaßnahmen einführt, die es dem Unternehmen unmöglich machen würden, in der Zukunft ähnliche Regierungsanfragen zu erfüllen.

So könnte für das Einspielen eines Software-Updates die Eingabe der Nutzer-PIN verpflichtend gemacht werden. Das würde zwar einerseits die Sicherheit erhöhen, könnte aber andererseits zum Problem werden. Denn Reparaturen, bei denen die Software neu auf das Gerät geflasht werden muss, könnten damit für Apple unmöglich durchzuführen sein, wenn der Nutzer nicht anwesend ist. Jeder Mechanismus, um dies zu umgehen, würde Apple wieder in die Lage versetzen, der Regierung helfen zu können.

Außerdem könnten Nutzer, die ihren Passcode vergessen, dann nicht nur ihre Daten nicht mehr vom iPhone herstellen, sondern könnten eventuell noch nicht mal mehr das Gerät neu aufsetzen. Das dürfte iPhone-Diebstähle weitgehend wertlos machen, könnte aber auch zu zahlreichen Frustrationen führen.

Zahlreiche Unterstützer

Apple hat für sein Vorgehen zahlreiche Unterstützer gefunden. Diese sind nicht nur in der Bürgerrechtsszene zu finden, sondern auch bei großen IT-Unternehmen. Während der Microsoft-Gründer Bill Gates vor einigen Tagen sagte, dass er Apples Vorgehen für falsch hält, stellt sich der von ihm gegründete Konzern jetzt hinter Apple. Microsoft will, wie viele andere auch, einen Unterstützerbrief an das Gericht schreiben - einen sogenannten Amicus Curiae.

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 Apple greift den Beschluss auf vielen Ebenen an
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My1 02. Mär 2016

also mMn sollten Softwareupdates OHNE DATENVERLUST nur nach eingabe der PIN/Passwort etc...

Yian 29. Feb 2016

Fingerabdrucksensor

Der Held vom... 28. Feb 2016

Dem Rest des Beitrags stimme ich vorbehaltlos zu, aber obigen Absatz verstehe...

Pjörn 27. Feb 2016

Apple würde am liebsten sagen,was John McAfee vor ein paar Tagen gesagt hat. Es ist keine...



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