Streit mit EU: Deutsche Apple-Läden zahlen trotz hoher Umsätze kaum Steuern

Im Streit über hohe Steuernachzahlungen kracht es heftig zwischen Apple und der EU-Kommission. Auch in Deutschland zahlt der US-Konzern kaum Steuern, obwohl die Stores über 400 Millionen Euro Umsatz im Jahr machen.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Apple Store in Berlin
Apple Store in Berlin (Bild: Sean Gallup/Getty Images)

Kann Deutschland von den möglichen Steuernachzahlungen von Apple in Höhe von 13 Milliarden Euro profitieren? Nach entsprechenden Überlegungen der EU-Kommission hat sich auch der bayerische Finanzminister Markus Söder (CSU) in den Streit zwischen der EU und dem US-Konzern eingeschaltet. Dabei wäre eigentlich das hessische Finanzministerium für Steuern durch die Gewinne der 14 deutschen Apple-Stores zuständig. Apple-Chef Tim Cook warf EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager unterdessen vor, in dem Streit mit falschen Zahlen zu operieren.

Inhalt:
  1. Streit mit EU: Deutsche Apple-Läden zahlen trotz hoher Umsätze kaum Steuern
  2. Scharfe Kritik von Cook

Apple verfügt in Deutschland laut Bundesanzeiger über eine Apple GmbH mit Sitz in München und eine Apple Retail Germany B.V. & Co. KG mit Sitz in Frankfurt am Main. Während die Münchner Apple GmbH lediglich "Verkaufsunterstützungs- und Marketingdienstleistungen" an andere Apple-Firmen leistet, betreibt Apple Retail Germany die 14 Apple Stores in Deutschland. Dabei gibt es erstaunliche Unterschiede bei Umsatz und Gewinn. Laut Geschäftsbericht erzielte die Apple GmbH im Geschäftsjahr 2014/15 einen Umsatz von 112 Millionen Euro und machte dabei einen Gewinn von knapp 40 Millionen Euro. Davon wurden Steuern in Höhe von 12,6 Millionen Euro gezahlt.

Nur wenig Steuern bei hohem Umsatz

Demgegenüber kam die Apple Retail Germany auf einen Umsatz von 425 Millionen Euro. Doch als Gewinn blieben nur elf Millionen Euro übrig, für die dann 1,45 Millionen Euro an Steuern gezahlt wurden. Das entspricht einem Umsatzanteil von 0,3 Prozent. Für die verkauften Geräte wie Macbooks und iPhones gab Apple Retail Germany dabei 290 Millionen Euro aus. Das bedeutet, dass die Geräte bei einer anderen Apple-Tochter für einen relativ hohen Preis bezogen wurden, um die Gewinne und Steuern in Deutschland möglichst gering zu halten. Denn die eigentliche Gewinnspanne bei Apple-Produkten ist bekanntlich sehr groß.

Für mögliche Nachzahlungen an den deutschen Fiskus wären daher die Finanzministerien in Bayern und Hessen zuständig. Nach Angaben der Süddeutschen Zeitung hat eine Prüfung der Apple GmbH jedoch keine Unstimmigkeiten ergeben. Aus dem Bundesfinanzministerium hieß es nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa, dass auf den ersten Blick Deutschland nicht davon profitieren werde. "Die zuständigen deutschen Behörden prüfen jetzt die Auswirkungen der Entscheidung der EU-Kommission", sagte ein Sprecher in Berlin. In der Vergangenheit habe es bei vergleichbaren Fällen auch keine Auswirkungen auf Deutschland ergeben. Das hessische Finanzministerium konnte auf Anfrage von Golem.de zunächst keine Angaben machen, ob die Frankfurter Apple Retail Germany möglicherweise zu wenig Steuern gezahlt habe.

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Scharfe Kritik von Cook 
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Anonymer Nutzer 05. Sep 2016

Au das ist clever. Hat das irgend jemand bei George Soros in den NGO- Leitfäden...

Anonymer Nutzer 05. Sep 2016

Apple ist nur der extreme Auswuchs dieser Entwicklung. Man hat den armen börsennotierten...

StefanGrossmann 03. Sep 2016

Herr Hoeneß ist ein so schlechtes Beispiel. Wenn man nur ein Viertel der echten Strafe...

DrWatson 03. Sep 2016

Das ist auch alles irgendwie reguliert. Was schwebt dir denn konkret vor? Der Gewinn ist...



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