Abo
  • Services:

Streit mit Bundesnetzagentur: Telekom setzt Stream On unverändert fort

Die Deutsche Telekom will die Auflagen der Bundesnetzagentur bei Stream On vorerst nicht erfüllen. Nun droht ein hohes Bußgeld, wenn das Angebot weiter gegen die EU-Regeln für Roaming und Netzneutralität verstößt.

Artikel veröffentlicht am ,
Die Deutsche Telekom wirbt weiterhin intensiv für Stream On.
Die Deutsche Telekom wirbt weiterhin intensiv für Stream On. (Bild: The Guardian.com/Screenshot: Golem.de)

Die Deutsche Telekom will ihre Zero-Rating-Option Stream On trotz anderslautender Auflagen der Bundesnetzagentur unverändert weiterführen. "An unserer Rechtsauffassung hat sich nichts geändert. Wir hoffen, die Behörde noch von einer Lösung im Sinne der Kunden überzeugen zu können", teilte Firmensprecher Philipp Blank am Freitagabend auf Anfrage von Golem.de mit.

Stellenmarkt
  1. über duerenhoff GmbH, Stuttgart
  2. Medion AG, Essen

Die Bonner Regulierungsbehörde hatte dem Unternehmen Anfang Oktober mitgeteilt, dass die Option "gegen die Vorschriften über die Netzneutralität und das Roaming verstößt." Die Telekom hatte nach einer Fristverlängerung bis zum 10. November Zeit, "hierzu Stellung zu nehmen und Abhilfe zu schaffen."

Letzteres ist offenbar nicht passiert. Wäre dies der Fall, würde die Telekom in ihrem Tarif L die Datenübertragungsrate beim Videostreaming nicht mehr von HD-Qualität auf DVD-Qualität reduzieren. Zudem würde das Angebot nicht nur in Deutschland, sondern in der gesamten EU zur Verfügung stehen. Damit würde der Datentraffic der Stream-On-Nutzer zum einen deutlich größer werden als von der Telekom kalkuliert, zum anderen dürfte die Telekom im Ausland diesen größeren Traffic nicht mehr auf Kosten des Nutzers abrechnen und müsste ihn selbst bezahlen.

Mehr als 500.000 Buchungen

Beides lehnt die Telekom in ihrer Stellungnahme offenbar ab. Der Sprecher verwies in seiner Antwort auf die Anfrage von Golem.de auf den Erfolg der Option: "Stream On ist bei unseren Kunden äußerst beliebt, das zeigen mittlerweile mehr als 500.000 Buchungen. Und auch die Streaming-Anbieter profitieren. Wir haben inzwischen mehr als 100 kleine und große Partner. Jeder Streaming-Anbieter kann mit uns kooperieren, es gibt keine Diskriminierung." Allerdings hatte die Bundesnetzagentur an der Kooperation der Telekom mit den Inhalteanbietern gar nichts auszusetzen.

Die Bundesnetzagentur äußert sich nach Angaben eines Sprechers vermutlich Anfang der kommenden Woche zu der Stellungnahme. Dass die Behörde ihre Position ändert, ist eher nicht zu erwarten. Schließlich war die Option nach deren Einführung im April dieses Jahres fast sechs Monate lang intensiv geprüft worden. Die Telekom erklärte hingegen: "Wir teilen die Rechtsauffassung der Behörde nicht. Sie wendet hier nur ihre eigene, sehr enge Interpretation des EU-Rechts an."

Hohe Bußgelder drohen

Die Telekom fährt daher einen riskanten Kurs. Trotz der Auflagen war die Option in den vergangenen Wochen unverändert beworben worden. Sollte die Bundesnetzagentur bei ihrer Auffassung bleiben, müsste das Unternehmen entweder die Auflagen erfüllen, oder eine halbe Million Nutzer verprellen, wenn sie das Angebot einstellen würde. Es ist daher nicht auszuschließen, dass die Telekom ebenso wie im Falle der Vorratsdatenspeicherung gerichtlich gegen ein mögliches Bußgeld der Bundesnetzagentur vorgeht.

Nach Paragraf 149 des im vergangenen April geänderten Telekommunikationsgesetzes (TKG) kann die Regulierungsbehörde ein Bußgeld von bis zu 500.000 Euro verhängen, wenn ein Provider eine unerlaubte Verkehrsmanagementmaßnahme anwendet. Allerdings soll die Geldbuße "den wirtschaftlichen Vorteil, den der Täter aus der Ordnungswidrigkeit gezogen hat, übersteigen." Daher könnte das Bußgeld noch höher ausfallen.

Vermutlich dürfte die Telekom jedoch eher ein solches Bußgeld zahlen, als das Risiko einzugehen, alle ihre 500.000 Stream-On-Kunden im Ausland HD-Videos streamen zu lassen. Ein 90-minütiger Film in HD-Qualität benötigt bei fünf MBit/s ein Datenvolumen von 3,375 GByte. Bei einem Großhandelstarif von derzeit 7,70 Euro pro Gigabyte würde das die Telekom 26 Euro kosten, wenn ein Kunde einen solchen Film im Ausland streamt.

Nachtrag vom 13. November 2017, 9:40 Uhr

Die Bundesnetzagentur teilte am Montagmorgen auf Anfrage von Golem.de lediglich mit: "Die Telekom hat am 10.11.2017 eine Stellungnahme zu dem Schreiben der Bundesnetzagentur nach § 126 Abs. 1 Telekommunikationsgesetz eingereicht. Die Bundesnetzagentur wertet diese Stellungnahme derzeit aus."



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 28,49€ (erscheint am 15.02.)
  2. für 2€ (nur für Neukunden)
  3. 39,95€
  4. (-61%) 23,50€

domch 29. Nov 2017

Wirst das hier wahrscheinlich nicht lesen/sehen, aber dafür wollte ich dann doch mal...

AndyO 16. Nov 2017

Unsinn! Es geht um Videokomprimierungsalgorithmen. Die Pakete laufen netzneutral. Zum...

Bigfoo29 15. Nov 2017

Schonmal drüber nachgedacht, dass damals ein GB Traffic im Einkauf um den Faktor 10...

dl01 12. Nov 2017

Scheinbar erachtet die Telekom die Marge bei den MagentaEins-Kunden als groß genug, um HD...

Spaghetticode 12. Nov 2017

Ich würde auch eine Ungleichbehandlung sehen, wenn der Traffic je nach Quelle...


Folgen Sie uns
       


Far Cry New Dawn - Test

Far Cry New Dawn ist eine wesentlich rundere und damit spaßigere Version von Far Cry 5 - wenn man über den Ingame-Shop hinwegsieht.

Far Cry New Dawn - Test Video aufrufen
IT-Jobporträt Spieleprogrammierer: Ich habe mehr Code gelöscht als geschrieben
IT-Jobporträt Spieleprogrammierer
"Ich habe mehr Code gelöscht als geschrieben"

Wenn man im Game durch die weite Steppe reitet, auf Renaissance-Hausdächern kämpft oder stundenlang Rätsel löst, fragt man sich manchmal, wer das alles in Code geschrieben hat. Ein Spieleprogrammierer von Ubisoft sagt: Wer in dem Traumjob arbeiten will, braucht vor allem Geduld.
Von Maja Hoock

  1. Recruiting Wenn die KI passende Mitarbeiter findet
  2. Softwareentwicklung Agiles Arbeiten - ein Fallbeispiel
  3. IT-Jobs Ein Jahr als Freelancer

Begriffe, Architekturen, Produkte: Große Datenmengen in Echtzeit analysieren
Begriffe, Architekturen, Produkte
Große Datenmengen in Echtzeit analysieren

Wer sich auch nur oberflächlich mit Big-Data und Echtzeit-Analyse beschäftigt, stößt schnell auf Begriffe und Lösungen, die sich nicht sofort erschließen. Warum brauche ich eine Nachrichten-Queue und was unterscheidet Apache Hadoop von Kafka? Welche Rolle spielt das in einer Kappa-Architektur?
Von George Anadiotis


    Chromebook Spin 13 im Alltagstest: Tolles Notebook mit Software-Bremse
    Chromebook Spin 13 im Alltagstest
    Tolles Notebook mit Software-Bremse

    Bei Chromebooks denken viele an billige, knarzende Laptops - das Spin 13 von Acer ist anders. Wir haben es einen Monat lang verwendet - und uns am Ende gefragt, ob der veranschlagte Preis für ein Notebook mit Chrome OS wirklich gerechtfertigt ist.
    Ein Test von Tobias Költzsch


        •  /