Streikversammlung: Lagerarbeiter weiten Streiks bei Amazon aus

Die Beschäftigten der Amazon-Versandzentren in Bad Hersfeld wollen heute mit Beginn der Nachtschicht erneut in einen ganztägigen Streik treten. Das entschied eine Streikversammlung am Samstag, wie die Dienstleistungsgesellschaft Verdi mitteilte. Auch im Versandzentrum Graben bei Augsburg sind die Lagerarbeiter mit Beginn der Frühschicht zu einem ganztägigen Ausstand aufgerufen.
Bad Hersfeld und Leipzig sind die ältesten Versandzentren Amazons in Deutschland. Es gibt weitere Standorte in Werne, Rheinberg, Koblenz, Graben, Pforzheim und Brieselang bei Berlin. Im Dezember 2013 hatte Amazon 9.000 Beschäftigte in Deutschland.
Bereits am Freitag und Samstag hatten die Beschäftigten in Leipzig und Bad Hersfeld gestreikt. Insgesamt legten an beiden Tagen jeweils mehr als 600 Beschäftigte die Arbeit nieder. In Graben wird am Montag zum zweiten Mal gestreikt. Die Beschäftigten hatten sich erstmals in der Woche vor Weihnachten als dritter Streikstandort den Arbeitsniederlegungen in Leipzig und Bad Hersfeld angeschlossen.
"Mit der Ablehnung jeglicher Gespräche über einen Tarifvertrag verweigert Amazon den Beschäftigten Respekt und die notwendige Wertschätzung ihrer Leistung" , sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger.
Amazon lehnt Verhandlungen für einen Tarifvertrag ab und bezeichnet sich selbst als Logistikunternehmen, dessen Bezahlung schon am oberen Ende des branchenüblichen Niveaus liege. In Hessen beträgt der Einstiegslohn bei Amazon 9,83 Euro, nach Tarif müssten es 12,18 Euro sein. In Leipzig beträgt der Einstiegslohn 9,30 Euro, nach Versandhandelstarif müsste Amazon 10,66 Euro pro Stunde bezahlen.



