Streiks: Amazon und Verdi nennen einander Weihnachtsverderber

Amazons Logistikvorstand Dave Clark vergleicht Verdi mit dem "Grinch, der Weihnachten gestohlen hat". Verdi hält dagegen, dass sich die Arbeiter sorgten, ob sie genügend Geld für Weihnachtsgeschenke hätten.

Artikel veröffentlicht am ,
Streiks: Amazon und Verdi nennen einander Weihnachtsverderber
(Bild: Lisi Niesner/Reuters)

Im Streit um Streiks in der Vorweihnachtszeit werfen sich Amazon und die Gewerkschaft Verdi gegenseitig vor, Weihnachten zu verderben. Der Streik der Gewerkschaft würde das Weihnachtsgeschäft ruinieren, argumentiert Amazon, will aber weiter nicht mit Verdi verhandeln. Amazons Logistikvorstand Dave Clark sagte der Zeitung Die Welt: "Warum sollen wir uns von jemandem zur Zusammenarbeit erpressen lassen, der damit droht, das Weihnachtsfest für Kinder zu ruinieren?" Es werde sich zeigen, wie viele Lagerarbeiter tatsächlich dem Aufruf von Verdi folgen, sagte er. Das sei wie mit der "Weihnachtsgeschichte des Grinch, der Weihnachten gestohlen hat."

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Verdi hielt dagegen, während Amazon sich sorge, ob es zu streikbedingten Störungen im Weihnachtsgeschäft komme, machten sich die Beschäftigten Sorgen darüber, ob sie genügend Geld für Weihnachtsgeschenke hätten. Ein tarifliches Weihnachtsgeld wird nicht gezahlt. Zwar gibt es in diesem Jahr erstmalig eine Sonderzahlung von 400 Euro für die Versandarbeiter, die im November gezahlt werden soll, doch ist diese freiwillige Leistung des Konzerns weit von dem Tarifanspruch entfernt. Laut Tarifvertrag für den Versandhandel müssten 1.000 Euro gezahlt werden.

Laut MDR Sachsen traten im Verteilzentrum Leipzig etwa 150 Arbeiter in den Ausstand. In Bad Hersfeld waren nach Angaben der Gewerkschaft ebenfalls 150 Beschäftigte vor dem Tor. Ob es im Weihnachtsgeschäft zu weiteren Streiks komme, liege ganz in der Hand von Amazon, sagte Verdi-Gewerkschaftssekretärin Mechthild Middecke: "In der Sekunde, in der Amazon in Verhandlungen einwilligt, sitzen wir am Tisch und stehen nicht mehr vor der Tür."

"Den Beschäftigten wird viel abverlangt, einschließlich Überstunden und Wochenendarbeit", sagte der für Amazon zuständige Gewerkschaftssekretär Thomas Schneider.

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Die Gewerkschaft will bei dem Internetversandhändler einen Tarifvertrag durchsetzen. Die Geschäftsführung bezeichnet Amazon als Logistikunternehmen, für das die Tarifverträge der Versandhandelsbranche nicht gelten, und lehnt Verhandlungen ab. An keinem der deutschen Standorte gibt es eine Tarifbindung. Das Unternehmen zahlt nach einem firmeneigenen Vergütungssystem, das laut Verdi deutlich unter den Tarifen des Einzel- und Versandhandels liegt. In Hessen beträgt der Einstiegslohn bei Amazon 9,83 Euro, nach Tarif müssten es 12,18 Euro sein. In Leipzig beträgt der Einstiegslohn 9,30 Euro, nach Versandhandelstarif müsste Amazon 10,66 Euro pro Stunde bezahlen.

Nachtrag vom 25. November 2013, 17:13 Uhr

Trotz eisiger Temperaturen haben sich laut Verdi am 25. November 2013 mehr als 600 Beschäftigte am Streik bei Amazon in Bad Hersfeld beteiligt. Verdi-Verhandlungsführer Bernhard Schiederig: "Wir haben uns heute beraten und das weitere Vorgehen diskutiert. Das Ergebnis: Wir werden weiter streiken in den kommenden Wochen. Aber wann, das werden wir jeweils spontan entscheiden. Amazon muss jeden Tag damit rechnen, dass die Beschäftigten wieder die Arbeit niederlegen."

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Lemo 28. Nov 2013

Würde ich pauschal so nicht sagen, da es weniger Philologen gibt und man dann schon...

.................. 26. Nov 2013

was sind "solche Kommentare"? Klaer mich doch einfach auf und sag, was du willst...?

gaym0r 26. Nov 2013

Für alle die sich sich jetzt wundern ob "spambox" Recht hat: Nein er hat Unrecht und...

.................. 26. Nov 2013

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