Streik: "Amazon fehlt Respekt vor den Beschäftigten"
Verdi hat die Absage eines Spitzengesprächs zur Lösung des Tarifkonflikts durch den Geschäftsführer von Amazon.de, Ralf Kleber, kritisiert(öffnet im neuen Fenster) . "Ich habe Herrn Kleber, dem Deutschlandchef von Amazon, ein Spitzengespräch vorgeschlagen, um gemeinsam den Versuch zu machen, unsere Standpunkte, Positionen und Gedanken für eine Lösung des bestehenden Konfliktes im Sinne der Beschäftigten auszutauschen. Es ist unverständlich und zeugt von fehlendem Respekt vor den Beschäftigten, dass die Geschäftsführung von Amazon in ihrem Antwortschreiben darauf beharrt, dass sie nicht mit uns über die Tarifbindung sprechen will" , sagte Stefanie Nutzenberger, Verdi-Bundesvorstandsmitglied für den Handel.
Die Beschäftigten des Amazon-Standortes Leipzig hätten am vergangenen Montag mit einem ersten Streik in diesem Jahr den Anfang gemacht. "Dabei wird es nicht bleiben, denn wir halten an unserem Ziel – der Tarifbindung – fest" , so Nutzenberger.
Die Streikenden und ihre Gewerkschaft wollen bei dem Internetversandhändler einen Tarifvertrag für die Branche durchsetzen. Die Geschäftsführung sieht Amazon jedoch als Logistikunternehmen, für das die Tarifverträge der Versandhandelsbranche nicht gelten, und lehnt Verhandlungen ab. An keinem der deutschen Standorte gibt es eine Tarifbindung. Das Unternehmen zahlt nach einem firmeneigenen Vergütungssystem, das laut Verdi deutlich unter den Tarifen des Einzel- und Versandhandels liegt. In Hessen beträgt der Einstiegslohn bei Amazon 9,83 Euro, nach Tarif müssten es 12,18 Euro sein. In Leipzig beträgt der Einstiegslohn 9,30 Euro, nach Versandhandelstarif müsste Amazon 10,66 Euro pro Stunde bezahlen.