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Streamingmarkt: Netflix verspricht mehr Inhalte für weniger Geld

Um die Übernahme von Warner Bros. Discovery zu retten, argumentiert Netflix -CEO Ted Sarandos mit geringen Kosten pro Streamingstunde.
/ Nils Matthiesen
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Netflix verteidigt den Kauf von Warner. (Bild: Abhishek  Navlakha / Pexels)
Netflix verteidigt den Kauf von Warner. Bild: Abhishek Navlakha / Pexels

Netflix-Chef Ted Sarandos hat vor einem Unterausschuss des US-Senats versucht, Bedenken hinsichtlich einer Marktmonopolisierung durch die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery (WBD) zu entkräften. Das berichtet unter anderem Ars Technica(öffnet im neuen Fenster) . In der Anhörung argumentierte Sarandos, dass ein Zusammenschluss der Streamingdienste und Filmstudios den relativen Wert für die Kunden steigern werde. "Wir werden den Verbrauchern mehr Inhalte für weniger Geld bieten" , sagte der Co-CEO. Er bezog sich dabei allerdings auf das Verhältnis von Inhaltsmenge zum Preis, nicht auf eine Senkung der Abogebühren.

Der Deal ist Teil eines heftigen Bieterwettstreits . Netflix erhöhte sein Angebot zuletzt auf 82,7 Milliarden US-Dollar in bar, um die Filmstudios von Warner Bros. sowie den Dienst HBO Max zu übernehmen. Gleichzeitig versucht Paramount eine feindliche Übernahme des gesamten WBD-Konzerns für 108,4 Milliarden US-Dollar und leitete bereits rechtliche Schritte gegen die Netflix-Pläne ein.

Effizienz als Argument gegen Monopolvorwürfe

Kritik an dem Vorhaben kam unter anderem von der Senatorin Amy Klobuchar, die auf die Preiserhöhungen von Netflix im Januar 2025 verwies. Sarandos entgegnete, dass der Streamingmarkt weiterhin hart umkämpft sei und Netflix-Kunden jederzeit mit einem Klick kündigen könnten. Er betonte die Komplementarität der Dienste: 80 Prozent der HBO-Max-Abonnenten besäßen bereits ein Netflix-Abo. Ein Zusammenschluss stellt laut Sarandos kein Konzentrationsrisiko dar.

Um die marktbeherrschende Stellung zu relativieren, verwies der CEO auf Daten von Nielsen(öffnet im neuen Fenster) . Demnach liegt Netflix beim TV-Zuschaueranteil in den USA mit 9 Prozent hinter Youtube (12,7 Prozent). Ein fusionierter Dienst aus Netflix und HBO Max käme auf rund 21 Prozent des SVOD-Marktes. Zudem verwies er auf die Konkurrenz durch finanzstarke Tech-Giganten wie Apple, Amazon und Google, die das Fernsehgeschäft dominierten.

Berechnung der Kosten pro Stunde

Ein zentrales Argument von Sarandos für den Mehrwert der Übernahme ist die Auslastung. Nach seinen Angaben zahlen Netflix-Nutzer im Durchschnitt nur 35 Cent pro gestreamter Stunde. Im Vergleich dazu lägen die Kosten bei Paramount+ bei etwa 90 Cent pro Stunde. Diese Zahlen decken sich weitgehend mit Analysen von Moffett Nathanson(öffnet im neuen Fenster) aus dem Januar 2025, die für Netflix 34 Cent und für Paramount+ 76 Cent pro Stunde ermittelten.

Aktuell arbeitet Netflix nach eigenen Angaben mit dem US-Justizministerium zusammen, um mögliche Schutzmaßnahmen gegen künftige Preiserhöhungen zu etablieren. Damit sollen die Bedenken der Regulierungsbehörden ausgeräumt werden, bevor die Übernahme abgeschlossen werden kann.


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