Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Streaminggeräte ohne Android-Apps: Amazon will Vega OS für alle neuen Fire TV Sticks verwenden

Amazon setzt bei Fire TV Sticks voll auf Vega OS. Das bringt Käufern nur Nachteile: Die Geräte werden teurer und leisten weniger als Fire-TV-Geräte mit Fire OS.
/ Ingo Pakalski
15 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
Neue Fire TV Sticks werden wohl nicht mehr mit Fire OS laufen. (Bild: Amazon)
Neue Fire TV Sticks werden wohl nicht mehr mit Fire OS laufen. Bild: Amazon

Offiziell will Amazon das nicht bestätigen, aber intern soll die Entscheidung bereits gefallen sein: Alle künftigen Fire TV Sticks werden mit Amazons neuem Betriebssystem Vega OS laufen. Neue Fire TV Sticks mit Fire OS werde es nicht geben, heißt es in einem Bericht des Magazins Lowpass(öffnet im neuen Fenster), das sich auf mehrere Quellen bezieht, die mit den Plänen bei Amazon vertraut sind.

Das Magazin war in den vergangenen Monaten immer wieder über künftige Amazon-Pläne rund um Fire-TV-Geräte informiert nahm damit offizielle Ankündigungen vorweg. Als Amazon mit dem Fire TV 4K Select im Herbst 2025 ein erstes Fire-TV-Gerät mit Vega OS vorstellte, betonte das Unternehmen, dass weiterhin neue Fire-TV-Produkte mit Fire OS erscheinen werden.

Die aktuelle Information steht dazu nicht direkt im Widerspruch. So wurden bereits neue Fire-TV-Smart-TVs veröffentlicht, die bisher alle weiterhin mit Fire OS laufen. Denn es gibt noch keinen TV-Hersteller, der plant, Smart-TVs mit Vega OS auf den Markt zu bringen. Unklar ist derzeit, ob ein künftiger Fire TV Cube weiterhin mit Fire OS laufen oder ob Amazon bei allen neuen externen Streaminggeräten Vega OS nutzen wird.

Trotz Vega OS steigt der Gerätepreis

Laut Amazon ist Vega OS vornehmlich für Produkte entwickelt, die möglichst preiswert angeboten werden sollen. Davon merken Kunden bei der Vorstellung des neuen Fire TV Stick HD allerdings nichts. Das neue Modell kommt sogar zum gleichen Preis wie das Vorgängermodell auf den Markt. Käufer erhalten also keine geringeren Anschaffungskosten.

Ganz im Gegenteil ist der Fire TV Stick HD bei der Hardwareausstattung sogar eindeutig schlechter, so dass sich das Preis-Leistungs-Verhältnis deutlich verschlechtert. Denn Amazon lässt beim neuen Modell sowohl das USB-Netzteil als auch die HDMI-Verlängerung weg. Allein für das Netzteil verlangt Amazon 20 Euro(öffnet im neuen Fenster), und die HDMI-Verlängerung ist im deutschen Amazon-Shop nicht zu finden. In den USA kostet der HDMI-Extender(öffnet im neuen Fenster) 5,99 US-Dollar. Wer diese Dinge benötigt, zahlt also beim neuen Modell rund 25 Euro mehr als beim Fire-TV-Modell mit Fire OS.

Im Test des Fire TV Stick 4K Select (g+) zeigten sich aus Kundensicht viele Nachteile. Es war das erste Fire-TV-Modell mit Vega OS: Die sonst üblichen Toneinstellungen Nachtmodus und Dialogverstärkung sowie alle Alexa-Heimkinofunktionen fehlten, und es gab kein Matter Casting. Außerdem dekodiert das Select-Modell keine Dolby-Signale mehr, was bei der Alexa-Nutzung zu unschönen Effekten führt.

Amazon verschweigt Vega OS

Generell bieten Geräte mit Vega OS kein Sideloading von Apps mehr. Es können also nur Apps aus Amazons Store installiert werden. Die Auswahl an Apps für Vega OS ist dabei wesentlich geringer als für Geräte mit Fire OS. Im Unterschied zu bisherigen Fire-TV-Geräten mit Fire OS lassen sich zudem keine USB-Speicher mehr an den Vega-OS-Geräten betreiben.

Bei der Vorstellung des zweiten Fire-TV-Modells mit Vega OS unternimmt Amazon alles, um den Einsatz des Betriebssystems zu verschweigen. Weder in Pressematerialien noch auf der Produktseite taucht der Begriff auch nur einmal auf. Lediglich der Hinweis auf das fehlende Sideloading liefert Eingeweihten den entscheidenden Hinweis, dass es sich um ein Gerät mit Vega OS handelt. Das sind keine klaren und transparenten Informationen für Kunden.


Relevante Themen