Streaming: VPN-Bug von Netflix ist ein Feature
Weil bei manchen Onlineverbindungen der Namensserver (DNS) des Providers ausfallen kann, verwendet Netflix in seiner aktuellen Android-App als Reserve den DNS von Google. So einfach ist die Erklärung dafür, dass manche Nutzer nicht mehr per VPN auf Netflix zugreifen konnten. Das sagte Produktchef Neil Hunt Golem.de in Las Vegas.
Hunt bestätigte damit auch den Zusammenhang zwischen manchen VPN-Diensten und bestimmten Namensservern. Wenn eine App ausdrücklich auf einen anderen DNS zugreifen will, so Hunt, können VPN-Dienste durcheinanderkommen. Dem Manager zufolge hatten die Entwickler mit dem Fallback auf die Google-DNS an alles Mögliche gedacht, aber nicht daran, dass man damit auch die Nutzung von VPNs erschweren könnte.
Der Zugriff auf die US-Version von Netflix über ein VPN, das eine Verbindung innerhalb der USA vorgaukelt, ist ein beliebter Trick bei Nutzern, in deren Land der Streamingdienst noch nicht verfügbar ist. Auch dort, wo man Netflix schon direkt sehen kann, verwenden manche Fans ein VPN, um auf die größere Bibliothek des US-Angebots zu kommen.
Das unterbindet Netflix in manchen Fällen schon immer, wie Neil Hunt Golem.de sagte. Dafür gibt es eine eigene Blacklist für bestimmte VPN-Dienste, die auf Druck der Rechteinhaber zustande kam. Wie herkömmliche Fernsehanbieter auch, muss Netflix die Lizenzen für jedes Land gesondert erwerben. "Wenn es nach mir ginge, würden wir alles weltweit zeigen – aber das wird wohl noch sehr lange dauern", meinte Hunt.
Das ist aber wohl nicht nur zuschauerfreundlich gemeint, sondern wäre auch eine enorme Kostenersparnis für das Unternehmen. Hunt zufolge gibt Netflix bei Einnahmen von 4 Milliarden US-Dollar jährlich ganze 3 Milliarden für Lizenzrechte aus.
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