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Streaming-Verträge: Youtube verschiebt Sperre gegen Indielabels

Youtube hat es doch nicht gewagt, die Musikvideos von Indielabels zu sperren. Den Druck auf die unabhängigen Musikunternehmen will die Google-Tochter aber aufrechterhalten.
/ Achim Sawall
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Bild: Andrew Kelly/Reuters

Youtube hat seine Sperrdrohung gegen Indielabels ausgesetzt. Das berichtet die britische Financial Times(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf informierte Kreise. Youtube hatte unabhängigen Musikunternehmen und Künstlern ein Ultimatum gesetzt, neue Verträge für Musikstreaming zu unterschreiben. Wenn die Labels sich weigern, werden ihre Inhalte bei Youtube gesperrt, hieß es.

Vor zwei Wochen kündigte die Google-Tochterfirma an, das Ultimatum "in einigen Tagen" umzusetzen. In letzter Minute habe die weltgrößte Videoplattform aber wegen des öffentlichen Drucks nachgegeben. Youtube versuche aber weiter, die Verträge durchzudrücken.

Der Verband Worldwide Independent Network (WIN), hat das Vorgehen Youtubes kritisiert. Am 19. Juni 2014 erklärte WIN, Youtube verschicke weiterhin entsprechende Drohungen an Mitglieder, die sich weigerten, die "äußerst ungünstigen und nicht verhandelbaren Vertragsbedingungen zu unterschreiben" .

Jörg Heidemann vom Verband unabhängiger Musikunternehmen (VUT) sagte: "Es ist für uns nicht nachvollziehbar, wie Youtube einen außergewöhnlichen und erfolgreichen Musikdienst entwickeln und umsetzen will, wenn 30 Prozent der Inhalte fehlen." Youtube mache sich so gleichzeitig für seine Nutzer, Künstler und die unabhängigen Musikunternehmen unattraktiv. "Wir möchten Youtube erneut in den Verhandlungsdialog bitten, um eine faire Lösung zu erreichen."

Die von Youtube gebotene Vergütung liege unter den Preisen, die andere Streamingdienste wie beispielsweise Spotify zahlen. Musiklabels haben bei Dailymotion, Myvideo oder Clipfish zwar nicht die Reichweite Youtubes, aber dort würden für 1.000 Views nicht nur 1,50 Euro, sondern bis zu fünf oder sechs Euro gezahlt.


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