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Streaming: Neue Gebührenmodelle bei Spotify

Spotify zahlt keine Tantiemen mehr für kaum gehörte Titel. Und es will die Gebühren in manchen Ländern erneut anheben.
/ Andreas Fischer
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Titel, die nur sehr wenig gehört wurden, honoriert Spotify nicht mehr. (Bild: Pexels)
Titel, die nur sehr wenig gehört wurden, honoriert Spotify nicht mehr. Bild: Pexels

Seit dem 1. April zahlt Spotify keine Tantiemen mehr für Titel, die innerhalb von zwölf Monaten weniger als eintausend Mal abgespielt wurden. 99,5 Prozent aller Streams auf Spotify seien nach Angaben des Streamingportals nicht von der neuen Regelung(öffnet im neuen Fenster) betroffen, da sie über der neuen Grenze liegen.

Der Katalog von Spotify umfasst aktuell mehr als 100 Millionen Titel. Mehrere zehn Millionen davon seien weniger als 1.000 Mal im vergangenen Jahr gestreamt worden und hätten daher im Schnitt Einnahmen von gerade einmal 3 US-Cent pro Monat erzeugt, so das Unternehmen. Dieses Geld erreiche die Uploader oft nicht.

Als Gründe nennt der Anbieter Mindestbeträge für Abhebungen zwischen 2 und 50 US-Dollar sowie Bankgebühren pro Transaktion zwischen 1 und 20 US-Dollar. Die erwirtschafteten Summen seien zudem so niedrig, dass die Künstler sie oft schlicht vergessen würden. In der Summe seien so aber 40 Millionen US-Dollar zusammengekommen, die man nun an diejenigen Künstler verteilen wolle, die "am meisten von den Streaming-Einnahmen abhängig sind" .

Widerspruch von Gewerkschaftern

Hier widerspricht allerdings die Gewerkschaft United Musicians and Allied Workers (UMAW) Spotify. In einem Post auf X(öffnet im neuen Fenster) schreibt sie, dass rund 86 Prozent der Titel auf der Plattform von der neuen Maßnahme betroffen sind. Sie stammten von vielen kleinen Künstlern, also genau jenen, die Spotify angeblich unterstützen wolle.

Nichtsdestotrotz führt Spotify weitere Maßnahmen ein, um Manipulationen zu verhindern. So sei nun eine Mindestzahl an unterschiedlichen Hörern erforderlich, um überhaupt Tantiemen zu erhalten, berichtet das Branchenmagazin DJ Mag(öffnet im neuen Fenster) .

Das Streaming-Portal gehe außerdem gegen "funktionale" Genres wie "weißes Rauschen" ( "White Noise" ) vor. Bisher hätte diese Art von Aufnahmen bereits ab einer Länge von 30 Sekunden Einnahmen erwirtschaftet. Künftig müssten solche Titel mindestens zwei Minuten lang angehört worden sein, so DJ Mag.

Gerüchte über Preiserhöhungen

Bereits am 3. April berichtete Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) , dass Spotify neue Preiserhöhungen in wichtigen Schlüsselmärkten vorbereite. Noch im April wolle das Unternehmen in Großbritannien, Australien und Pakistan die Gebühren um 1 bis 2 US-Dollar pro Monat anheben. Auch in den USA sei eine Erhöhung im Laufe des Jahres geplant. Deutschland wurde nicht genannt. Zuletzt erhöhte das Unternehmen die Gebühren hierzulande im Herbst des vergangenen Jahres .

Spotify wolle damit die durch Hörbücher gestiegenen Kosten decken, so Bloomberg. Das Unternehmen arbeite zudem an einem neuen Basisangebot, das etwas günstiger sein werde, aber dafür keine Hörbücher enthalte


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