Streaming: Netflix will alle Proxies und Unblocker ausschalten

Netflix muss offenbar auf Druck der Filmindustrie sein Vorgehen gegen Proxies und Unblockers verstärken. Das gab David Fullagar, Vice President Content Delivery Architecture bei Netflix, im Blog des Streaminganbieters bekannt.(öffnet im neuen Fenster) "Einige Mitglieder setzen Proxy-Server oder andere Mechanismen ein, um auf Titel zuzugreifen, die in ihrer Region eigentlich nicht verfügbar sind. Daher wird es in den nächsten Wochen auch mit Proxy-Servern und Mechanismen zur Umgehung von Zugriffsbeschränkungen nicht mehr möglich sein, auf Inhalte zuzugreifen, die in der eigenen Region nicht verfügbar sind."
Besonders das US-Programm von Netflix ist im Ausland beliebt, weil dort bekannte Serien oft bis zu ein Jahr früher verfügbar sind.
Kaum globale Lizenzen
Für viele Serien und Filme aus Hollywood erhält Netflix immer noch nicht die globalen Rechte. "Es wird einige Zeit dauern, bis wir unser gesamtes Angebot zeigen können" , sagte Firmenchef Reed Hastings bei Bekanntgabe der Ausweitung des Angebots auf 130 weitere Länder. Beispielsweise für Fox' Gotham, AMCs Breaking Bad und ABCs How to Get Away with Murder hat das Unternehmen globale Lizenzen. Daher setzt Netflix auf aufwendige Eigenproduktionen, die dann weltweit zeitgleich verfügbar sind.
Netflix führt den Kampf gegen Proxy-Server nur widerwillig. Bisher sind oft nicht einmal bekannte Proxy-Anbieter blockiert. Netflix Chief Product Officer Neil Hunt hatte in dieser Woche erklärt(öffnet im neuen Fenster) , die Firma habe keine "magische Lösung" für das VPN-Problem. Es werde immer ein Katz-und-Maus-Spiel bleiben.
Fullagar erklärte in dem Netflix-Blogbeitrag: "Wären all unsere Inhalte weltweit verfügbar, gäbe es für unsere Mitglieder keinen Grund, auf Proxy-Server oder andere Mechanismen zurückzugreifen, um unseren Systemen vorzutäuschen, dass sie sich in einem anderen Land befinden. Netflix macht diesbezüglich stetig Fortschritte; so zum Beispiel durch die globale Ausweitung des Netflix-Dienstes auf 190 Länder, die letzte Woche verkündet wurde. Dennoch haben wir noch einen weiten Weg vor uns."



