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Streaming: Netflix wählt Microsoft als Werbe- und Technikpartner

Ein werbefinanziertes Netflix -Abo soll günstiger angeboten werden, um den Kundenrückgang aufzuhalten. Man müsse aber "noch vieles klären" .
/ Achim Sawall
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Standort des Streaminganbieters Netflix (Bild: Netflix)
Standort des Streaminganbieters Netflix Bild: Netflix

Netflix hat Microsoft als Technologie- und Vertriebspartner ausgewählt, um ein werbefinanziertes Abo anzubieten. Das gab Netflix am 13. Juli 2022 bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Im ersten Quartal verzeichnete das Unternehmen den ersten Abonnentenverlust seit mehr als einem Jahrzehnt.

"Microsoft bietet die Flexibilität, im Laufe der Zeit sowohl auf der Technologie- als auch auf der Vertriebsseite innovativ zu sein" , sagte Netflix Chief Operating Officer Greg Peters. "Wir stehen noch ganz am Anfang und müssen noch vieles klären. Aber unser langfristiges Ziel ist klar. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Microsoft, wenn wir diesen neuen Dienst zum Leben erwecken."

Der Betreiber des Streamingdienst hatte im April erstmals angekündigt , ein kostengünstiges, werbefinanziertes Streamingabo anzubieten. Netflix-Chef Reed Hastings erklärte, dass es offensichtlich sei, dass werbefinanzierte Abos bei der Konkurrenz erfolgreich seien. "Ich glaube nicht, dass wir große Zweifel daran haben, dass es funktioniert" , sagte er. "Ich denke also, wir werden wirklich da einsteigen." Zuvor hatte die Netflix-Führung diese Option stets abgelehnt.

Microsoft will weitere Medienunternehmen als Partner

Netflix führte Gespräche mit anderen potenziellen Werbepartnern , darunter Comcast und Google von Alphabet. Zudem werde eine Führungskraft gesucht, die die Schaffung des werbefinanzierten Bereiches in die Hand nehme, berichtete das Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) . Es verlor seit November 2021 zwei Drittel seines Börsenwerts, Analysten verglichen den Rückgang mit dem Dotcom-Crash.

Netflix erwäge jeweils eine werbefinanzierte Option für seine drei Preismodelle, berichtete das Wall Street Journal unter Berufung auf verhandlungsnahe Kreise. Man sei offen dafür, Werbeeinnahmen mit einem Partner zu teilen, der beim Einstieg in das Anzeigengeschäft behilflich sei, hieß es.

Microsoft-Chef Satya Nadella bezeichnete die Partnerschaft als einen ersten Schritt zum Aufbau eines Werbenetzwerks, das eine breitere Gruppe von Medienunternehmen unterstütze. "Wir möchten, dass Verleger langfristig mehr tragfähige Monetarisierungsplattformen für Werbung zur Verfügung haben" , twitterte er(öffnet im neuen Fenster) nach der Ankündigung des Vertrags. Mit Werbung erzielt Microsoft jährlich mehr als zehn Milliarden US-Dollar Umsatz und ist damit der viertgrößte Anbieter digitaler Anzeigen, wobei die meisten Verkäufe über die Suchmaschine Bing und Stellenausschreibungen auf LinkedIn erzielt werden.


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