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Streaming: Netflix setzt auf mehr KI bei Filmen und Serien

Im Zuge der Veröffentlichung aktueller Quartalszahlen gibt Netflix einen Blick in die Zukunft. Einer der Gründer wird Netflix verlassen.
/ Ingo Pakalski und dpa
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Netflix legt Geschäftszahlen vor und gibt einen Blick in die Zukunft. (Bild: Megan Briggs/Getty Images for Netflix)
Netflix legt Geschäftszahlen vor und gibt einen Blick in die Zukunft. Bild: Megan Briggs/Getty Images for Netflix

Das Unternehmen Netflix gehe davon aus, dass es bei der Produktion von Filmen und Serien künftig mehr künstliche Intelligenz einsetzen werde. KI werde zwar nichts daran ändern, dass es großartige Künstler brauche, um großartige Kunst zu machen, sagte Co-Chef Ted Sarandos nach Vorlage der Quartalszahlen. Aber die Technologie könne diesen Künstlern bessere Werkzeuge bieten, um ihre Visionen zu verwirklichen.

Schon heute wird KI-Software bei Netflix unter anderem bei der Planung von Aufnahmen und für Spezialeffekte eingesetzt. Aber man kratze dabei nur an der Oberfläche, betonte Sarandos. Netflix hatte Anfang März 2026 die von Hollywoodstar Ben Affleck gegründete Firma Interpositive gekauft, die auf KI-Werkzeuge für Filmemacher spezialisiert ist.

Außerdem kommt künstliche Intelligenz inzwischen auch bei den Programmempfehlungen zum Einsatz, die Nutzer auf der Netflix-Plattform zu sehen bekommen. Der Einsatz von KI ist gerade ein heikles Thema in Hollywood. Studios sehen großes Potenzial für Kosteneinsparungen – Kreative fürchten, dass Menschen schrittweise aus dem Geschäft hinausgedrängt werden könnten.

Netflix-Mitgründer verlässt das Unternehmen

Bei der Vorlage der Quartalszahlen gab Netflix bekannt, dass der Mitgründer und langjährige Chef Reed Hastings den Verwaltungsrat verlassen und sich bei Ablauf seines Mandats im Juni 2026 nicht mehr zur Wiederwahl stellen werde, hieß es.

Vom Chefposten bei Netflix verabschiedete sich Hastings bereits vor mehreren Jahren und bestimmte danach nur noch vom Aufsichtsgremium aus die Strategie mit. Er gehörte zu den Gründern von Netflix und wird dann fast 29 Jahre im Unternehmen gewesen sein.

Sarandos betonte nach einer entsprechenden Analystenfrage, Hastings Abgang gehe nicht auf Differenzen rund um die Warner-Übernahmepläne zurück.

Im vergangenen Quartal hatte Netflix die Entscheidung getroffen, den rund 83 Milliarden US-Dollar schweren Übernahmeplan für das Studio- und Streaming-Geschäft des Hollywood-Urgesteins Warner Bros. aufzugeben. Grund war, dass der Rivale Paramount mehr als 110 Milliarden US-Dollar für den gesamten Konzern Warner Bros. Discovery samt der Fernsehsender wie CNN bot. Sarandos sieht das als Zeichen dafür, dass Netflix diszipliniert bei den Ausgaben ist.

Gewinnprognose enttäuscht Wall Street

An der Wall Street wurde davon ausgegangen, dass der Verzicht auf die Warner-Übernahme die Finanzen von Netflix erheblich entlasten werde. Analysten rechneten für das laufende Quartal im Schnitt mit einer Gewinnprognose von 84 US-Cent pro Aktie. Netflix stellte jedoch lediglich 78 Cent Gewinn pro Aktie in Aussicht. Die in den vergangenen Wochen gut gelaufene Aktie fiel im nachbörslichen Handel um neun Prozent.

Auch das starke Abschneiden im vergangenen Vierteljahr zählte wenig. Da steigerte Netflix den Umsatz im Jahresvergleich um 16 Prozent auf 12,3 Milliarden US-Dollar. Letztlich stieg der Gewinn um fast 83 Prozent auf 5,28 Milliarden US-Dollar. Pro Aktie gerechnet verdiente Netflix 1,23 US-Dollar und übertraf damit deutlich die durchschnittliche Analystenprognose von 76 US-Cent pro Aktie. Abozahlen veröffentlicht Netflix nur noch gelegentlich.


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