Streaming: Kinox.to zwischenzeitlich nicht erreichbar

Das Streaming-Portal Kinox.to war heute vorübergehend nicht erreichbar. Schuld waren offenbar Zahlungsprobleme.Wer heute Nachmittag versuchte, Kinox.to über die normale URL aufzurufen, bekam folgenden Hinweis: "DDoS protection suspended due to possible payment problems" . Der Befehl Traceroute auf die Adresse Kinox.to angewandt, zeigt derzeit zu dem US-Anbieter Cloudflare (IP-Adressen 104.28.21.67 und 104.28.20.67) - offensichtlich hatten die Macher ihre Rechnung dort zwischenzeitlich nicht bezahlt.
Vergangene Woche hat in Dresden der Prozess gegen die Macher der Streaming-Seite begonnen. Die Plattform ist weiterhin online, weil die Inhaber des Passwortes untergetaucht waren.
In der Golem.de-Redaktion funktioniert der Zugriff auf Kinox.to mittlerweile wieder, auch Nutzer berichten, dass sie die Seite normal aufrufen können. Auf der Startseite von Kinox.to empfehlen die Macher, den öffentlichen DNS-Server von Google zu nutzen, um die Erreichbarkeit der Seite zu gewährleisten. Außerdem werden verschiedene alternative URLs zum Zugriff auf die illegale Streaming-Seite angeboten. Dabei geht es um ein Gerichtsurteil in Östereich, dass eine Sperrung illegaler Streaming-Seiten vorschreibt .
Generalstaatsanwaltschaft ist nicht für die Probleme verantwortlich
Woher die Zahlungsschwierigkeiten der Kinox.to-Macher kommen, ist nicht bekannt. Denn ein direkter Zusammenhang zwischen den Problemen der Webseite und dem aktuell laufenden Verfahren scheint nicht zu bestehen: "Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden ist nicht für die Abschaltung von Kinox.to verantwortlich. Wir haben auch erst heute davon erfahren, dass die Seite offline ist" , sagte Oliver Möller, Oberstaatsanwalt in Dresden, am frühen Nachmittag zu Golem.de.
Der angeklagte mutmaßliche technische Geschäftsführer der Webseite schweigt derzeit zu den Vorwürfen. In der vergangenen Woche bemühte sein Verteidiger Endrik Wilhelm einen denkwürdigen Vergleich, um Kinox.to zu rechtfertigen: "In die echte Welt übertragen wäre Kinox.to ein Bus, der die Menschen zu einer Videothek fährt, wo sie Filme ansehen."
In der vergangenen Woche verlas die Dresdner Generalstaatsanwaltschaft fast vier Stunden lang die 69 Seiten lange Anklageschrift. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 29 Jahre alten Angeklagten gewerbsmäßige Urheberrechtsverletzung in mehr als 767.000 Fällen vor. Außerdem soll er bereits im Kernteam des Kinox.to-Vorgängers Kino.to mitgearbeitet haben. Dieser wurde im Juni 2011 abgeschaltet. Der Angeklagte soll eine Sicherheitskopie der Daten beschafft haben. Daraus sei ein Klon des abgeschalteten Portals programmiert worden, hieß es in der Anklage. Das Verfahren läuft unter dem Aktenzeichen AZ 11 KLs 390 Js 9/15.
Nachtrag vom 5. November 2015, 15:50 Uhr
Kinox.to ist mittlerweile wieder zu erreichen, wir haben den Text entsprechend angepasst.



