Streaming: Disneyfilme zeigen Warnhinweis bei rassistischer Darstellung

Der Disney-Konzern will die Vergangenheit reflektieren und gesteht frühere Fehler ein. Daher werden Hinweise angezeigt und Hunnen in Rorans umbenannt.

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Disney ist für mehr Toleranz.
Disney ist für mehr Toleranz. (Bild: Pixabay.com/CC0 1.0)

"Wir können die Vergangenheit nicht ändern, aber wir können sie anerkennen, von ihr lernen und zusammen ein Morgen kreieren, von dem wir heute nur träumen können". Mit Aussagen wie diesen will Disney das eigene Engagement für Diversität und Toleranz bewerben. Das Unternehmen wird dazu die gesamte Bibliothek - Filme und Serien - analysieren und in passenden Fällen mit Warnhinweisen versehen. Diese werden auf der Streamingplattform Disney+ als Warnhinweis eingeblendet. Laut eigenen Aussagen soll ein unabhängiges Team für diese Prüfung verantwortlich sein.

Auch auf der deutschsprachigen Seite des Steamingdienstes ist das bereits der Fall. "Dieses Programm enthält negative Darstellungen und/oder eine nicht korrekte Behandlung von Menschen oder Kulturen. Diese Stereotype waren damals falsch und sind es noch heute", heißt es in dem Warnhinweis, der etwa vor dem Zeichentrickfilm Aristocats eingeblendet wird. Dieser Film enthält rassistische Stereotype von ostasiatischen Kulturen - etwa eine Katze mit Mäusezähnen, die mit Stäbchen und zugekniffenen Augen Klavier spielt.

Der Hinweis wird aber auch vor andere Filme geschaltet, etwa Peter Pan für die Darstellung von amerikanischen Ureinwohnern und Swiss Family Robinson für Brown- und Yellowfacing, also weiße Schauspieler, die mit geschminkter Haut andere Völker imitieren. Im Zeichentrickfilm Dumbo werden auch Stereotypen von Afroamerikanern dargestellt, weswegen Disney auch hier den Hinweis einblendet.

Der Autor meint dazu

Im aktuellen Spielfilm Mulan wurden die angreifenden Antagonisten abgeändert. Statt wie ursprünglich das historisch real dokumentierte Nomadenvolk der Hunnen darzustellen, werden die Reiter als "Rourans" eingeführt, die klar an Reiterstämme des Mittelalters und der Spätantike angelehnt sind und auch im chinesischen Volksmund wohl asiatische Steppenvölker beschreibt. Die Übersetzung lautet: "ringelndes Gewürm". Das fiktive chinesische Königreich wird hingegen als prunkvolle und wohlhabende Nation dargestellt, deren Krieger gepflegt, die Kultur reichhaltig und die Rüstungen glänzend sind.

  • Solche Hinweise werden vor einigen Disneyfilmen gezeigt. (Bild: Disney)
Solche Hinweise werden vor einigen Disneyfilmen gezeigt. (Bild: Disney)

Die Frage stellt sich, ob es dann noch gerechtfertigt ist, eine so angepasste Erzählung vorzuführen, wenn Disney Aussagen wie diese veröffentlicht: "Wir können die Vergangenheit nicht ändern, aber wir können sie anerkennen". Dem Umsatz scheint das zumindest nicht geholfen zu haben. Das Wirtschaftsmagazin Forbes berichtet, dass Mulan zum Start auf dem chinesischen Markt 40 Millionen US-Dollar eingespielt hat. Der Film ist für Disney bisher auch generell ein finanzieller Flop: Er hat wohl insgesamt 66,8 Millionen US-Dollar bei einem Budget von etwa 200 Millionen US-Dollar generiert.

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