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Streaming-Dienst: Twitch-Nutzer müssen angezogen bleiben

In ihren über die Plattform Twitch verbreiteten Videostreams von Spielen müssen Nutzer, die sich selbst per Webcam filmen, ab sofort neue Bekleidungsvorschriften einhalten – auch Männer. Ebenso sind Hetzreden und selbstverletzendes Verhalten verboten.
/ Nico Ernst
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Neue Regeln bei Twitch (Bild: Twitch)
Neue Regeln bei Twitch Bild: Twitch

Das im August 2014 von Amazon übernommene Unternehmen Twitch hat für seine Nutzer neue Verhaltensregeln veröffentlicht(öffnet im neuen Fenster) . Über den Dienst kann man andere per Videostream beim Spielen auf dem eigenen Rechner zusehen lassen, viele Nutzer übertragen dabei auch ihre Reaktionen per Webcam. Das haben offenbar einige Anwender auch für mehr oder weniger erotische Selbstdarstellungen genutzt.

Anders ist kaum zu erklären, dass Twitch nun recht genaue Vorschriften aufgestellt hat, welche die Bekleidung betreffen. Frauen wie Männer müssen ihren Oberkörper vollständig bedecken, auch ein Bikini-Oberteil reicht nicht. Alles was im politisch korrekten US-Englisch als "sexually suggestive clothing" bezeichnet wird – und sich nur unzureichend mit "aufreizend" übersetzen lässt – ist ab sofort verboten. Dazu gehören auch Badebekleidung und Unterwäsche.

Twitch will das aber nicht als Moralkampagne verstanden wissen, sondern biedert sich bei seinen Nutzern an, die sich auf das Wesentliche des Dienstes konzentrieren sollen. "Nerds sind sexy, und ihr seid alle wundervolle, schöne Wesen – aber wollen wir nicht versuchen, es bei den Spielen zu belassen?" schreibt das Unternehmen in seinen Regeln. Auch Übertragungen von anderen Inhalten, die nicht mit Spielen im weitesten Sinne zu tun haben, will Twitch nicht mehr sehen.

Weniger ausführlich sind die eigentlich selbstverständlichen Vorschriften für jeden Onlinedienst, bei dem sich die Nutzer äußern können, und die nun auch Twitch klar aufgelistet hat. So sind Spam, illegale Aktivitäten und selbstverletzendes Verhalten vor der Kamera verboten. Auch Hetzreden will Twitch nicht über sein Angebot verbreiten, dazu nennt das Unternehmen Rassismus, Sexismus und Homophobie. Gleiches gilt für Beleidigungen, gleich ob sie andere Nutzer oder Mitarbeiter und Moderatoren von Twitch betreffen.


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