Streaming: Apple TV plant Wachstumskurs ohne Werbung
Die Führungskräfte von Apples Streamingdienst haben im Interview mit Screen International(öffnet im neuen Fenster) neue Einblicke in die Strategie des Unternehmens für Originalinhalte, Kinostarts und Preisgestaltung gegeben. Die Plattform wurde kürzlich von Apple TV+ in Apple TV umbenannt .
Eddy Cue, Apples Senior Vice President of Services, und die beiden Content-Chefs Zack Van Amburg und Jamie Erlicht sprachen über die Entwicklung des Dienstes sechs Jahre nach dem Launch. Sie verwiesen auf jüngste Erfolge wie F1 The Movie mit weltweit rund 630 Millionen US-Dollar Einspielergebnis und 22 Emmy-Gewinne für verschiedene Serien.
Aufbau ohne Katalogfundament
Der Streamingdienst ging einen unkonventionellen Weg, indem er ohne Content-Bibliothek startete. "Alle sagten: Das könnt ihr nicht machen, weil man einen Service nicht ohne Katalog starten kann, und sie hatten wahrscheinlich recht" , erinnerte sich Van Amburg.
Cue betonte, das Unternehmen habe sich von Anfang an für Qualität statt Quantität entschieden. "Meine Erfahrung hat mir immer gezeigt: Wenn man zu viel macht, ist es nahezu unmöglich, großartig zu sein oder Großartiges zu schaffen."
Keine unmittelbaren Pläne für Werbung
Auf die Frage nach einem werbefinanzierten Abomodell sagte Cue: "Aktuell nicht." Er fügte aber hinzu: "Ich möchte nicht für immer nein sagen, aber es gibt keine Pläne. Wenn wir bei unserer aggressiven Preisgestaltung bleiben können, ist es für die Verbraucher besser, nicht durch Werbung unterbrochen zu werden."
Bezüglich der Abonnentenzahlen lehnte Cue konkrete Angaben ab. Drittanbieterschätzungen gehen von 40 bis 45 Millionen aus. Cue deutete an, diese könnten "deutlich höher" sein.
Mit Blick auf die Filmauswertung sagte Van Amburg, das Unternehmen bewerte jedes Filmprojekt individuell. "Wir werden keine einheitliche Strategie haben, sondern von Fall zu Fall entscheiden" , ergänzte Erlicht. Man wolle qualitativ hochwertige Filme machen, unabhängig vom Auswertungsmuster. Anders als Wettbewerber unterhält Apple keine eigene Kinoverleihinfrastruktur, sondern arbeitet bei Starts mit großen Studios zusammen.
Was kommt 2026?
Van Amburg kündigte darüber hinaus an, die Plattform werde 2026 nahezu jede Woche neue Originalinhalte veröffentlichen. Zu den kommenden Projekten gehören eine zweite Staffel von The Family Plan sowie neue Staffeln von Ted Lasso und For All Mankind.
Auf der Filmseite arbeitet Apple weiter mit Regisseur Joseph Kosinski und Produzent Jerry Bruckheimer an einem Ufo-Verschwörungsthriller. Das Unternehmen führt zudem Gespräche über eine erneute Zusammenarbeit mit Martin Scorsese.
Berichte über massive Kürzungen wies Cue zurück. Das Unternehmen habe die Ausgaben für Apple TV nie reduziert, sondern die Investitionen sogar erhöht – auch wenn Anpassungen vorgenommen würden, wie und wo Geld eingesetzt werde.
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