Streaming als Konkurrenz: Kinobetreiber pochen auf Exklusivität neuer Filme
Viele US-Kinobetreiber haben auf dem Branchentreff Cinemacon betont, wie wichtig es sei, dass neue Filme zunächst exklusiv im Kino laufen. Es wurde kritisiert, dass Filme parallel zum Kinostart auch als Stream bereitstehen. Darüber berichten unter anderem Deadline(öffnet im neuen Fenster) und Variety(öffnet im neuen Fenster) . Mit dieser Stellungnahme will sich der Verband der US-Kinos gegen die Filmstudios wenden, die aufgrund der Coronapandemie neue Veröffentlichungsformen ausprobiert haben.
John Fithian hat als Leiter des US-Kinoverbands betont, dass die exklusiven Kinoveröffentlichungsfenster "für das Überleben und den Erfolg des Kinos überlebenswichtig sind" . "Gleichzeitige Veröffentlichungen funktionieren für niemanden" , betont er. Nach seiner Auffassung seien exklusive Kinoveröffentlichungen für die Erholung sowohl der Kinos als auch des gesamten Film-Ökosystems "unerlässlich" .
Der Chef der weltweit größten Kinokette AMC, Adam Aron, sagte, dass "massive Piraterie" nur dann eingedämmt werden könne, wenn Filme zuerst in den Kinos liefen.
Sony will das Kinoerlebnis erhalten
Josh Greenstein, der Präsident von Sony Pictures, bekennt sich dazu, dass Sony-Filme zuerst und ausschließlich in den Kinos gezeigt werden. Er sei sich sicher, dass Kinos und das "Kinoerlebnis triumphieren werden" . Eine Streaming-Veröffentlichung parallel zum Kinostart sei "für das gesamte Geschäft verheerend" , sagte er.
Einige der Änderungen durch die Coronapandemie und der lange Zeit geschlossenen Kinos lassen sich wohl nicht mehr zurückdrehen. Filmstudios wie Warner wollen Kinos künftig nur noch ein exklusives Zeitfenster von 45 Tagen einräumen.
Coronapandemie hat das Filmgeschäft verändert
In diese Richtung könnte die Entwicklung auch bei Disney gehen, zumindest die kommende Marvel-Verfilmung Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings wird in den Kinos nur für 45 Tage exklusiv laufen. Und Disney will von Film zu Film entscheiden , wie dieser veröffentlicht wird.
Besonders Disney hat in der Coronapandemie etliche Filme international direkt bei Disney+ veröffentlicht. Einige Titel sind einfach so ins Abo von Disney+ gekommen , andere gab es anfangs gegen eine Zusatzgebühr . Dieses Veröffentlichungsmodell sorgt bei Filmemachern für Frust. Scarlett Johansson wirft Disney vor, dass sie durch die parallele Streaming-Veröffentlichung von Black Widow auf Disney+ um Einnahmen gebracht wurde. Johansson will klagen, Disney will einen Prozess verhindern .