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Das sonderbare Mausrad am Cherry-Produkt

Die Stream Mouse Ultimate schneidet bereits bei den technischen Spezifikationen schlechter ab als Logitechs aktuelles Spitzenmodell, die MX Master 4 . Die punktet mit einem Sensorbereich samt haptischer Rückmeldung und einem zweiten Mausrad. Cherry-Kunden erhalten lediglich eine Sieben-Tasten-Maus mit einem Mausrad. Das enttäuscht auf ganzer Linie.

Cherry bewirbt das Mausrad damit, dass dafür eine sogenannte Proscroll-Technik entwickelt worden sei, um das Verhalten des Mausrads anpassen zu können. Mittels einer Taste hinter dem Mausrad kann zwischen bis zu vier Profilen gewechselt werden. Leider fehlt eine Rückmeldung am Bildschirm, welcher Modus gerade aktiv ist. Nur an der Maus selbst wird der Modus mittels Blinkintervallen signalisiert – bei Profil vier blinkt die LED also viermal.

Unpraktisch im täglichen Gebrauch: Wir müssen stets alle vier Profile durchschalten. Wer von Profil eins auf Profil vier wechseln will, kann das nicht direkt tun, sondern muss die Taste immer entsprechend oft drücken.

Keine Alternative zu Logitechs Magspeed-Scrollrad

In einem Modus können wir ganz gut zwischen sehr schnellem Scrollen und langsamem Scrollen wechseln, ohne den Modus umschalten zu müssen. An die Eleganz und den Komfort eines Magspeed-Mausrads an den MX-Master-Modellen kommt das Ganze jedoch nicht heran.

Als überflüssig erachten wir die Möglichkeit, das Mausrad-Verhalten durch bis zu sechs Parameter einstellen zu können. Cherry prahlt mit 288 Millionen Möglichkeiten der Anpassung, Kunden sind damit aber überfordert. Die Mausrad-Modus-Taste kann nur dafür verwendet werden, eine dpi-Umschalttaste ist ebenfalls fest mit der Funktion verbunden.

Insgesamt liegt die Maus angenehm in der Hand, das Gehäuse ähnelt bezüglich der Bauform dem Logitech-Vorbild – die Maus ist nur für Rechtshänder gedacht. Die Tasten auf der Oberseite der Maus sind angenehm leise, die beiden gut erreichbaren Seitentasten sind vergleichsweise laut. Das ist auch bei der MX Master 4 so. Beide Hersteller werben mit sehr leisen Tasten, ohne zu erwähnen, dass das nicht für die Seitentasten gilt.

Die Maus kann mit dem Cherry-Dongle drahtlos verwendet werden. Bluetooth ist ebenfalls vorhanden, aber wie bei der Tastatur auf maximal zwei Geräte begrenzt. Zudem kann die Maus per Kabel verbunden werden. Wie bei der Tastatur müssen wir bei der Kabelnutzung immer daran denken, diesen Betriebsmodus manuell zu aktivieren. Es genügt nicht, das Kabel einzustecken.

Software-Situation noch enttäuschender als bei der Tastatur

Damit wir alle Parameter der Maus konfigurieren können, müssen wir zwei Software-Produkte installieren, die Keys-Software(öffnet im neuen Fenster) von der Tastatur und die Utility-Software(öffnet im neuen Fenster) nur für die Maus. Beides gibt es ausschließlich für Windows. Es ist nicht zeitgemäß, zur Konfiguration einer Maus zwei unterschiedliche Applikationen installieren zu müssen.

In der Keys-Software lassen sich ausschließlich die beiden Daumentasten sowie die Scrollradtaste anders belegen. Auch hier sind Tastenkürzel und Makros möglich. Die Tastenänderungen sind auch möglich, wenn wir die Maus im Drahtlosbetrieb verwenden.

Die Utility-Software zur Konfiguration des Mauszeigers und des Mausrads kann hingegen nur verwendet werden, wenn die Maus per Kabel mit dem Windows-Computer verbunden wird – weniger Komfort ist kaum denkbar. Wie gesagt, müssen wir zudem immer daran denken, manuell die Kabelverbindung an der Maus auszuwählen.

Wie bei der Tastatur fehlt eine Angabe zum Akkustand der Maus. Cherry nennt nicht einmal eine Akkulaufzeit für Stream Mouse Ultimate.


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