• IT-Karriere:
  • Services:

Stratolaunch: Größtes Flugzeug der Welt fliegt ins Nirgendwo

Testflug erfolgreich, aber niemand weiß, wozu er dient. Das größte Flugzeug der Welt ist erstmals geflogen. Die Raketen, die damit gestartet werden sollten, werden aber nicht gebaut.

Artikel veröffentlicht am ,
Das größte Flugzeug der Welt ist endlich abgehoben, aber mit ungewisser Zukunft.
Das größte Flugzeug der Welt ist endlich abgehoben, aber mit ungewisser Zukunft. (Bild: Stratolaunch)

117 Meter Spannweite, sechs Triebwerke und zwei Flugzeugrümpfe bilden zusammen das größte Flugzeug der Welt. Gebaut wurde es von der Firma Stratolaunch, die 2011 von Multimilliardär Paul Allen gegründet wurde. Über sieben Jahre später ist das Flugzeug erstmals abgehoben. Zu spät für Allen, der im Oktober 2018 verstorben ist.

Stellenmarkt
  1. finanzen.de, Berlin
  2. Securiton GmbH Alarm- und Sicherheitssysteme, Achern

Auf dem zweieinhalbstündigen Testflug zog das Flugzeug gemächlich seine Runden über der Mojave-Wüste, nie schneller als 304 km/h und nie höher als 5 Kilometer. "Wir wissen alle, dass Paul stolz gewesen wäre, diesen historischen Erfolg zu sehen. Das Flugzeug ist ein erstaunliche Ingenieursleistung und wir gratulieren allen Beteiligten", sagte Pauls Schwester, Jody Allen, in einer Pressemitteilung von Stratolaunch.

Der Flug war erfolgreich. Testpilot Evan Thomas sagte in einer Pressekonferenz von Stratolaunch, dass er sich keinen besseren Testflug hätte erhoffen können. Nur Kleinigkeiten seien nicht nominal gewesen. Allerdings äußerte sich das Unternehmen nicht zu weiteren Plänen für das Flugzeug oder auch nur das Testprogramm. Die weitere Zukunft des Flugzeugs ist seit dem Tod Paul Allens völlig ungewiss.

Es wird keine Rakete mehr für Stratolaunch entwickelt

Das Stratolaunch-Flugzeug wurde gebaut, um 250 Tonnen schwere Raketen und Raumschiffe aus der Luft starten zu können. Aber schon im Januar 2019 stellte die Firma die gesamte Entwicklungsarbeit an Raketen und Raketentriebwerken ein. In der Vergangenheit versuchte Stratolaunch, zusammen mit anderen Firmen eine Rakete zu entwickeln. Für SpaceX waren die nötigen Modifikationen an der Falcon 9 aber zu aufwendig. Später ging Stratolaunch eine Kooperation mit Orbital ATK (heute: Northrop Grumman Innovation Systems) ein, die in den 1980er Jahren als Startup die Pegasus-Rakete entwickelten, die ebenfalls von einem Flugzeug aus gestartet wird.

Angekündigte Pläne, das Stratolaunch-Flugzeug für Starts der nur 23 Tonnen schweren Pegasus-Rakete oder von sogar drei Pegasus-Raketen auf einmal zu nutzen, waren aber nie glaubwürdig. Die Pegasus fliegt nur noch selten und ist mit 55 Millionen US-Dollar Startkosten ähnlich teuer wie eine Falcon 9, bei einem Bruchteil der Nutzlast. Die aktuelle Mission Icon zur Erforschung der Ionosphäre verzögert sich bereits seit Juni 2017 wegen mehrerer technischer Probleme mit der Rakete. Pläne zur Entwicklung einer größeren Pegasus-II-Rakete wurden 2015 eingestellt. Zumindest offiziell gibt es derzeit keine Firma mit Plänen zum Bau einer Rakete, die dem Stratolaunch-Flugzeug angemessen wäre.

Interesse am Konzept ist vorhanden

Interesse am allgemeinen Konzept von Raketen, die von einem Flugzeug aus gestartet werden, ist aber dennoch vorhanden. Virgin Galactic will noch dieses Jahr mit einer Boeing 747 den ersten Testflug der Launcher-One-Rakete durchführen. Sie ist in Gewicht und Leistung vergleichbar mit der Pegasus, soll mit Startkosten von 10 bis 12 Millionen US-Dollar aber weniger teuer sein.

Historisch gesehen sind die Pläne von Stratolaunch keineswegs einmalig. 1988 wurde in der UdSSR mit der Entwicklung des wiederverwendbaren MAKS-Raumschiffs begonnen, das mit 265 Tonnen Startgewicht vom Rücken einer Antonov-225 gestartet werden sollte. Die Planungen wurden aber nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 eingestellt. Die Antonov-225 wurde aber schon zuvor zum Transport der sowjetischen Buran-Spaceshuttles gebaut und dient bis heute als Frachtflugzeug. Ob hingegen das Stratolaunch-Flugzeug über die Testflüge hinaus noch eine Zukunft hat, muss sich zeigen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 37,49€
  2. 9,49€
  3. 14,99€

Jossele 16. Apr 2019

wobei der verbrauchte Kraftstoff sicher einer der kleinsten Kostenpunkte bei einem...

teenriot* 15. Apr 2019

Einigen wir uns auf einen schrägen Start :)

Katharina... 14. Apr 2019

Nein, keine grünen Mänchen, sondern Pilze: https://www.youtube.com/watch?v=wYhl51FNd_k...

René Nagel 14. Apr 2019

Sieht mehr aus wie die Heinkel He 111 Z1


Folgen Sie uns
       


Alienware Concept Ufo - Hands on (CES 2020)

Das Handheld-Konzept von Dell ähnelt dem der Switch, das Alienware Concept Ufo eignet sich aber eher für ernsthafte Gamer.

Alienware Concept Ufo - Hands on (CES 2020) Video aufrufen
Sicherheitslücken: Microsoft-Parkhäuser ungeschützt im Internet
Sicherheitslücken
Microsoft-Parkhäuser ungeschützt im Internet

Eigentlich sollte die Parkhaussteuerung nicht aus dem Internet erreichbar sein. Doch auf die Parkhäuser am Microsoft-Hauptsitz in Redmond konnten wir problemlos zugreifen. Nicht das einzige Sicherheitsproblem auf dem Parkhaus-Server.
Von Moritz Tremmel

  1. Datenleck Microsoft-Datenbank mit 250 Millionen Support-Fällen im Netz
  2. Office 365 Microsoft testet Werbebanner in Wordpad für Windows 10
  3. Application Inspector Microsoft legt Werkzeug zur Code-Analyse offen

Lovot im Hands-on: Knuddeliger geht ein Roboter kaum
Lovot im Hands-on
Knuddeliger geht ein Roboter kaum

CES 2020 Lovot ist ein Kofferwort aus Love und Robot: Der knuffige japanische Roboter soll positive Emotionen auslösen - und tut das auch. Selten haben wir so oft "Ohhhhhhh!" gehört.
Ein Hands on von Tobias Költzsch

  1. Orcam Hear Die Audiobrille für Hörgeschädigte
  2. Schräges von der CES 2020 Die Connected-Kartoffel
  3. Viola angeschaut Cherry präsentiert preiswerten mechanischen Switch

Arbeit: Warum anderswo mehr Frauen IT-Berufe ergreifen
Arbeit
Warum anderswo mehr Frauen IT-Berufe ergreifen

In Deutschland ist die Zahl der Frauen in IT-Studiengängen und -Berufen viel niedriger als die der Männer. Doch in anderen Ländern sieht es ganz anders aus, etwa im arabischen Raum. Warum?
Von Valerie Lux

  1. Arbeit Was IT-Recruiting von der Bundesliga lernen kann
  2. Arbeit Wer ein Helfersyndrom hat, ist im IT-Support richtig
  3. Bewerber für IT-Jobs Unzureichend qualifiziert, zu wenig erfahren oder zu teuer

    •  /