Strategische Partnerschaft: Corning baut Glasfaserproduktion für Nvidia aus
Nvidia und Corning bauen ihre Zusammenarbeit für KI-Rechenzentren aus. Die Unternehmen haben eine mehrjährige geschäftliche und technische Partnerschaft angekündigt, mit der in den USA mehr optische Verbindungstechnik hergestellt werden soll. Gemeint sind Glasfaser- und Verbindungslösungen, über die große Rechenzentren Daten zwischen Rechnern und Rechensystemen übertragen.
Der Ausbau soll über drei neue Fertigungsstätten in North Carolina und Texas erfolgen. Damit will Corning in den USA die Produktion fertiger optischer Verbindungslösungen auf das Zehnfache erhöhen. Die Herstellung der dafür nötigen Glasfasern soll zugleich um mehr als 50 Prozent wachsen, um die steigende Nachfrage durch große KI-Rechenzentren zu bedienen.
Der Ausbau soll auch auf dem Arbeitsmarkt sichtbar werden: Laut Corning sollen die zusätzlichen Produktionskapazitäten mehr als 3.000 neue Stellen schaffen. Konkrete Standorte der Fertigungsstätten werden in der Mitteilung(öffnet im neuen Fenster) nicht genannt. Laut CNBC(öffnet im neuen Fenster) ist jedoch bereits bekannt, dass die Werke ausschließlich optische Technologien für Nvidia herstellen sollen.
Höhere Reichweite mit Glasfaser
Die Glasfasertechnik ist in KI-Rechenzentren vor allem deswegen so essenziell, weil dort große Datenmengen zwischen Grafikprozessoren, Servern und Netzwerktechnik übertragen werden müssen. Das zeigt sich nicht nur an Nvidia: Auch Meta hat sich bereits verpflichtet, bis 2030 Glasfaserkabel im Wert von bis zu 6 Milliarden US-Dollar bei Corning zu kaufen.
Entscheidend ist dabei nicht nur die Geschwindigkeit, sondern auch die Entfernung: Hohe Datenraten müssen in großen Anlagen über mehr als wenige Meter möglich sein. Bei 800 GBit/s schaffen entsprechende Glasfasermodule je nach Ausführung Reichweiten von 100 bis 500 Metern. Passive Kupferkabel sind dagegen typischerweise auf wenige Meter begrenzt.
Hinzu kommt der Energiebedarf. Corning-Chef Wendell Weeks sagte CNBC im Januar, optische Übertragung benötige beim Datentransport fünf- bis zwanzigmal weniger Energie als elektrische Verbindungen. Das ist für KI-Rechenzentren relevant, weil dort sehr viele solcher Verbindungen gleichzeitig arbeiten und der Strombedarf ohnehin sehr hoch ist.
Milliardenschwere Investitionen möglich
Zu der Partnerschaft gehört auch eine Kapitaltransaktion, die Corning in einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC(öffnet im neuen Fenster) beschreibt. Demnach hat Corning am 6. Mai 2026 eine Wertpapierkaufvereinbarung mit Nvidia geschlossen und dem Unternehmen Optionsscheine ausgegeben. Der Gesamtkaufpreis beträgt zunächst 500 Millionen US-Dollar.
Ein Optionsschein gibt seinem Inhaber das Recht, zu festgelegten Bedingungen Aktien zu kaufen. In diesem Fall umfasst die Vereinbarung bis zu 15 Millionen Corning-Aktien zu einem Ausübungspreis von 180 US-Dollar je Aktie. Hinzu kommt ein vorfinanzierter Optionsschein für bis zu 3 Millionen weitere Aktien, bei dem der Ausübungspreis bei 0,0001 US-Dollar je Aktie liegt.
Sollte Nvidia die Optionsscheine vollständig nutzen, könnte der Umfang der Transaktion deutlich steigen. CNBC beziffert das mögliche Gesamtvolumen auf bis zu 3,2 Milliarden US-Dollar. Dementsprechend positiv fielen auch die Reaktionen an der Börse aus: Während die Aktie von Corning zwischenzeitlich um fast 18 Prozent auf knapp 191 US-Dollar stieg, legte Nvidia vorbörslich um 2 Prozent auf rund 201 US-Dollar zu.
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