Strategiespiele: Programmierbare Kampfroboter und Hinterzimmer-Diplomatie
Auch wenn große Rollenspiel wie Baldur's Gate 3 und Starfield den Sommer und den Herbst beherrschen: Für Strategiefans gibt es derzeit viele spannende Neuheiten.
Auffällig ist die enorme Bandbreite empfehlenswerter Titel für Taktiker und Tüftler – da sollte wirklich für jeden etwas dabei sein. Viel Spaß mit den folgenden Empfehlungen!
Desynced: Roboter programmieren
Nach einem Absturz sollen wir auf einem fremden Planeten eine Kolonie aus dem kargen Boden stampfen, um unser beschädigtes Raumschiff zu reparieren.
In Desynced(öffnet im neuen Fenster) führt der Weg dorthin – logo – über die systematische Ausbeutung und Industrialisierung der verfügbaren planetarischen Ressourcen.
Das beliebte Aufbauspiel Factorio stand offenbar Pate, doch das Fehlen der berühmten Förderbänder in Desynced ist nicht der einzige Unterschied zum Vorbild.
Ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal: Komplex programmierbare Roboter sorgen für die nötige Spieltiefe. Die erfordert natürlich auch ein wenig Einarbeitungszeit.
Desynced ist das Debütspiel des japanischen Indiestudios Stage Games, das sich aus erfahrenen Entwicklern rekrutiert. Dementsprechend solide ist der Early-Access-Titel schon jetzt.

Wer die bewährte Mischung aus Logistik-, Automatisierungs- und Aufbauspiel mag, darf hier ohne Bedenken loslegen. Aber Vorsicht: Mit Zeitverlust ist zu rechnen.
Erhältlich für Windows-PC; rund 29 Euro (Early Access).
Great Houses of Calderia: Persönliche Geschichte
Es gibt Globalstrategie, die den Fokus nicht nur auf Wirtschaft und Militär richtet, wie bei Civilization und Humankind. In Great Houses of Calderia(öffnet im neuen Fenster) geht es um sehr persönliche Geschichten.
Das Spiel gibt uns die Führung eines Renaissance-Clans, der in einer Fantasy-Version des Mittelmeerraums um Status, Reichtum und Einfluss kämpft.
Dabei gilt es vor allem, die recht eigenwilligen Familienmitglieder ihren Fähigkeiten gemäß einzusetzen. Ob Heirat, Intrige, Diplomatie oder rohe Gewalt: Viele Wege führen ans Ziel, noch mehr in den Untergang.
Crusader Kings trifft Game of Thrones – mit dieser Kurzbeschreibung hat man die Ambition dieses Spiels am besten erfasst. Great Houses of Calderia ist erst vor kurzem in den Early Access gestartet und lässt noch einige Optionen sowie ein bisschen Abwechslung im Spielverlauf vermissen.

Trotzdem ist es schon jetzt ziemlich unterhaltsam, seine Adelsfamilie mit List, Tücke und viel Hinterzimmer-Diplomatie zu Macht und Einfluss zu führen. Ein Tipp für Strategen, die es gern persönlicher haben.
Erhältlich für Windows-PC; rund 25 Euro (Early Access).
Thronefall: Spaßiges Tower Defense
Strategiespiele müssen nicht riesig sein, im Gegenteil: Manchmal hat der Minimalismus den größten Reiz. Das Tower-Defense-Aufbauspiel Thronefall(öffnet im neuen Fenster) beschränkt sich auf ganz wenig und kann damit trotzdem begeistern. Auf Steam haben schon knapp 5.000 Rezensenten dem Spiel eines winzigen deutschen Entwicklerstudios den Daumen nach oben gegeben.
Als König durchquert man zu Pferd untertags sein Reich und baut an vorgegebenen Orten Verteidigungsanlagen oder Wirtschaftsgebäude. Auf Knopfdruck wird es Nacht und die Verteidigungsschlacht beginnt.

Im Kampf gegen von allen Seiten herannahende Gegner darf man seinen Truppen einfache Befehle erteilen, aber auch selbst mitkämpfen. Essenziell ist, die optimale Mischung aus Militär und Wirtschaft hinzubekommen. Ein winziges Spiel mit großem Spaßfaktor.
Erhältlich für Windows-PC und MacOS; rund 7 Euro (Early Access 7 Euro).
Six Ages 2, The Banished Valut, Xenonauts 2 und Gord
Six Ages 2 – Lights Going Out: Düstere Fantasy
Der 1999 erschienene Klassiker The King of Dragon's Pass gilt unter Kennern als einflussreiches Kultspiel, das eine einzigartige Mischung aus Strategie, Rollenspiel, Wirtschaftssimulation und Adventure bot.
Der Nachfolger Six Ages – Ride Like The Wind hat 2014 diesen Mix neu aufgelegt, jetzt ist mit Six Ages 2: Lights Going Out(öffnet im neuen Fenster) ein weiterer Teil der geplanten Trilogie erschienen. Der ist düsterer, aber genauso faszinierend wie seine Vorgänger. Vorkenntnisse sind für Six Ages 2 nicht nötig.
Als Anführer eines Stammes in einer komplexen Fantasywelt gilt es hier jede Menge Entscheidungen zu treffen. Dabei geht es weniger um richtig oder falsch im herkömmlichen Sinn.
Stattdessen geht es ums Navigieren durch einen aufwendig simulierten, endlos abwechslungsreichen Geschichtengenerator, der Politik, Kultur, Religion und Mythos auf unnachahmliche Weise ineinander mixt. Ein Spiel, das am Lagerfeuer tausend Geschichten erzählt.
Erhältlich für Windows-PC und MacOS; rund 24,50 Euro, iOS rund 10 Euro.
The Banished Vault: Abenteuer im Universum
Im tiefsten Weltraum hat jede Entscheidung Gewicht, immerhin geht es oft um Leben und Tod. Als Kommandant eines riesigen Klosterraumschiffs gilt es in The Banished Vault(öffnet im neuen Fenster) ein Sonnensystem nach dem anderen zu erforschen und Ressourcen zu sammeln.
Wer sich beim Abbau wichtiger Rohstoffe verzettelt, die falschen Planeten anfliegt oder sich sonstwie verplant, endet als schwebender Sarg im endlosen Schwarz – und hofft auf mehr Erfolg im nächsten Run.
The Banished Vault ist ein faszinierendes, herausforderndes Strategiespiel, das ein wenig Einübung erfordert. Dann aber belohnt es Spieler mit großartiger Atmosphäre irgendwo zwischen Dune und Warhammer 40K und einzigartigem Gameplay.

Das liebevoll illustrierte Handbuch im PDF-Format wird man öfter konsultieren. Wer mag, kann es sich separat als Softcover-Handbuch im Onlinehandel bestellen und hat darin genügend Platz für Notizen. Ein Spiel für nervenstarke Tüftler, die das Besondere lieben.
Erhältlich für Windows-PC und MacOS; rund 25 Euro.
Xenonauts 2: Aliens im Alltag
Die Xcom-Serie ist ein moderner Rundentaktik-Bestseller, aber auch die Vorgängerspiele der Reihe – also UFO: Enemy Unknown und Terror from The Deep – genießen Kultstatus. Xenonauts(öffnet im neuen Fenster) hat schon 2014 den großen Originalen Tribut gezollt: Hier war im Unterschied zu den modernen Teilen der Serie aus dem Haus Firaxis alles ein wenig kleinteiliger und komplexer.
Der unter anderem über Kickstarter finanzierte zweite Teil der Reihe bleibt diesem Rückgriff auf die Formel der Klassiker treu und ist größer und schöner geraten – aber ähnlich nostalgisch.
Als Anführer einer globalen militärischen Organisation kämpft man gegen einen außerirdischen Feind, und zwar globalstrategisch auf der einen und rundentaktisch auf der anderen Seite.

Ausbau und Verwaltung der Organisation und ihrer Forschung steht der Kampf Mann oder Frau gegen Alien gegenüber. Xenonauts 2 bleibt bei seinem Grundkonzept, die klassische UFO-Erfahrung in die Gegenwart zu holen. Ein moderner Klassiker nicht nur für Fans der Oldies.
Erhältlich für Windows-PC; rund 40 Euro.
Gord: Story trifft Strategie
In einer finsteren Fantasy-Welt voller Magie und Monster ist der Aufbau einer Siedlung besonders herausfordernd. In Gord(öffnet im neuen Fenster) schicken wir unsere Untertanen trotzdem immer wieder zum Häuslebauen ins Ungewisse.
Die Mischung aus Kolonie-Simulator, Aufbauspiel und Echtzeit-Strategie kann mit dichter Atmosphäre, Survival-Fokus und Quests punkten. Das Management des Geisteszustands unserer Siedler sowie magische Rituale sind dabei zusätzlich originelle Elemente.
Achtung: Wer die Komplexität eines Rimworld oder ähnlicher prominenter Vertreter des Genres erwartet, wird enttäuscht. Der Fokus des hübschen Spiels liegt weniger auf dem Aufbau riesiger, komplexer Siedlungen als vielmehr auf seiner Kampagnenstory und seiner Dark-Fantasy-Welt.
Gord ist kein klassisches Sandbox-Aufbauspiel, sondern ein stimmiges Survival-Strategie-Abenteuer für alle, die von der Atmosphäre düsterer The Witcher-Dörfer nicht genug bekommen.
Erhältlich für Windows-PC, Xbox Series X/S und Playstation 5; rund 35 Euro.
- Anzeige Hier geht es zur Playstation 5 Pro bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.