Abo
  • IT-Karriere:

Strategiepapier beschlossen: Regierung steckt drei Milliarden Euro in KI-Förderung

Ziemlich ambitioniert: Mit Fördermitteln in Milliardenhöhe will die Bundesregierung Deutschland und Europa zu einem führenden KI-Standort machen. Die IT-Wirtschaft freut sich und mahnt zur Eile.

Artikel veröffentlicht am ,
Das Bundeskabinett tagte im Hasso-Plattner-Institut in Potsdam.
Das Bundeskabinett tagte im Hasso-Plattner-Institut in Potsdam. (Bild: Axel Schmidt/Reuters)

Die Bundesregierung will ihre Strategie zur Künstlichen Intelligenz mit mehreren Milliarden Euro fördern. "Bis einschließlich 2025 will der Bund insgesamt etwa 3 Milliarden Euro für die Umsetzung der Strategie zur Verfügung stellen", heißt es in einem Strategiepapier (PDF), das vom Bundeskabinett am Donnerstag nach einer zweitägigen Digitalklausur in Potsdam verabschiedet wurde. Die Hebelwirkung dieses Engagements auf Wirtschaft, Wissenschaft und Länder soll mindestens zur Verdoppelung dieser Mittel führen. Die Regierung hatte ihre Eckpunkte zu KI-Strategie bereits im Sommer vorgelegt.

Stellenmarkt
  1. SEITENBAU GmbH, Konstanz
  2. Beuth Hochschule für Technik Berlin, Berlin

"Wir wollen, dass in Deutschland mittelständische und exportorientierte Unternehmen bei der Digitalisierung vorangehen, weil wir damit Produktivitätsvorteile erzielen und ein volkswirtschaftliches Wachstum von zusätzlich rund 1,3 Prozent erzielen können", hatte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) zum Auftakt der Klausurtagung am Mittwoch gesagt und hinzugefügt: "Das ist mehr als bei allen großen Basis-Innovationen seit Erfindung der Dampfmaschine."

Dem 81-seitigen Papier zufolge will die Regierung "die bestehenden Kompetenzzentren für KI-Forschung überregional weiterentwickeln und mit weiteren einzurichtenden Zentren zu einem nationalen Netzwerk von mindestens zwölf Zentren und Anwendungshubs ausbauen". Zur wissenschaftlichen Nachwuchsförderung soll es "mindestens 100 zusätzliche neue Professuren" an Hochschulen geben. Neue KI-Trainer sollen über die Kompetenzzentren Mittelstand 4.0 jährlich mindestens bei 1.000 Unternehmen vorstellig werden. Die Mittel für das Existenzgründerprogramm Exist sollen 2019 verdoppelt werden. Auf internationaler Ebene will die Regierung ein europäisches Innovationscluster zu KI bilden, in dem Forschungskooperationsprojekte in den nächsten fünf Jahren gefördert würden.

Trainingsdaten für autonome Autos

Die Pläne gehören zu zwölf Handlungsfeldern, auf denen der Staat aktiv werden will. Dazu gehört es auch, die gewonnenen Daten verfügbar zu machen und deren Nutzung zu erleichtern, beispielsweise im Bereich Mobilität. "Aufgrund der hohen Sicherheitsanforderungen im Automobilbereich kommt dort der Zuverlässigkeit von KI-Verfahren eine zentrale Rolle zu. Hierfür ist die Gewinnung ausreichender Trainingsdaten und der Aufbau entsprechender Datenbanken von besonderer Bedeutung", heißt es in dem Papier. Autofirmen wie Bosch und Daimler betreiben einen großen Aufwand, solche Daten zu erstellen.

Zudem will die Regierung den "Rechtsrahmen auf Lücken bei für Algorithmen- und KI- basierte Entscheidungen, Dienstleistungen und Produkte überprüfen und ggf. anpassen, um sie im Hinblick auf mögliche unzulässige Diskriminierungen und Benachteiligungen überprüfbar zu machen". So hatten kürzlich Informationsfreiheitsbeauftragte von Bund und Ländern eine stärkere Transparenz bei der Implementierung von Algorithmen in der Verwaltung im Interesse eines "gelebten Grundrechtsschutzes" als unabdingbar bezeichnet.

Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) lobt die Pläne als "umsetzungsorientiert" und sieht "wichtige Impulse". BVDW-Vizepräsident Stephan Noller sagte: "Drei Milliarden sind nicht schlecht - wenn es diesmal auch gelingt, diese zügig in konkrete Maßnahmen zu investieren." Bitkom-Präsident Achim Berg mahnte Eile an: "Jetzt muss es schnell gehen, insbesondere bei der Entwicklung der Künstlichen Intelligenz und neuer Technologien wie der Blockchain."



Anzeige
Top-Angebote
  1. 98,00€ (Bestpreis!)
  2. 469,00€
  3. 92,90€ (Bestpreis!)
  4. bis zu 85% reduziert

Frau_Holle 16. Nov 2018

Das "steckt" hört sich so nach Präsens an. Sollte es nicht eher heißen 'Regierung...

Kay_Ahnung 16. Nov 2018

Naja Künstliche Intelligenz wird von vielen als eines der zentralen Zukunftsthemen...

Bruto 16. Nov 2018

Gründe ein Unternehmen und melde dich bei den Forschungsinstituten. Die übernehmen die...

pre3 16. Nov 2018

Na ich wünsche wohl geruht zu haben! Jetzt geht es also los mit der großen Aufholjagd, da...

Blarks 16. Nov 2018

.. hab ich gehört.. vielleicht war es auch noch mehr. Kam gestern auf 3sat in nano


Folgen Sie uns
       


Cinebench R20 auf Threadripper 2950X ausprobiert

Cinebench R20 soll mit bis zu 256 Threads umgehen können.

Cinebench R20 auf Threadripper 2950X ausprobiert Video aufrufen
Adblock Plus: Adblock-Filterregeln können Code ausführen
Adblock Plus
Adblock-Filterregeln können Code ausführen

Unter bestimmten Voraussetzungen können Filterregeln für Adblocker mit einer neuen Funktion Javascript-Code in Webseiten einfügen. Adblock Plus will reagieren und die entsprechende Funktion wieder entfernen. Ublock Origin ist nicht betroffen.
Von Hanno Böck

  1. Urheberrecht Axel-Springer-Verlag klagt erneut gegen Adblocker
  2. Whitelisting erlaubt Kartellamt hält Adblocker-Nutzung für "nachvollziehbar"
  3. Firefox Klar Mozilla testet offenbar Adblocker

Elektromobilität: Was hat ein Kanu mit Autos zu tun?
Elektromobilität
Was hat ein Kanu mit Autos zu tun?

Veteranen der deutschen Autoindustrie wollen mit Canoo den Fahrzeugbau und den Vertrieb revolutionieren. Zunächst scheitern die großen Köpfe aber an den kleinen Hürden der Startupwelt.
Ein Bericht von Dirk Kunde

  1. EU Unfall-Fahrtenschreiber in Autos ab 2022 Pflicht
  2. Verkehrssenatorin Fahrverbot für Autos in Berlin gefordert
  3. Ventomobil Mit dem Windrad auf Rekordjagd

Online-Banking: In 150 Tagen verlieren die TAN-Zettel ihre Gültigkeit
Online-Banking
In 150 Tagen verlieren die TAN-Zettel ihre Gültigkeit

Zum 14. September 2019 wird ein wichtiger Teil der Zahlungsdiensterichtlinie 2 für die meisten Girokonto-Kunden mit Online-Zugang umgesetzt. Die meist als indizierte TAN-Liste ausgegebenen Transaktionsnummern können dann nicht mehr genutzt werden.
Von Andreas Sebayang

  1. Banking-App Comdirect empfiehlt, Sicherheitswarnung zu ignorieren

    •  /