Strategie Sportwagenschmiede 35: Porsche baut 5.000 Stellen ab
Der Vorstand des Sportwagenherstellers Porsche hat sich mit dem Betriebsrat auf den weiteren Abbau von Arbeitsplätzen geeinigt. Bis zum Jahr 2035 sollen 5.000 der aktuell rund 42.000 Stellen sozialverträglich abgebaut werden, teilte das Unternehmen am 27. Juli 2026 mit(öffnet im neuen Fenster). "Dies geschieht vor allem über natürliche Fluktuation, demografische Effekte, Erweiterung des Sonderprogramms Altersteilzeit und freiwillige Aufhebungsverträge", hieß es weiter.
Hintergrund der Pläne ist ein starker Absatzrückgang in den vergangenen Jahren. Aus diesem Grund sind die Werke in Stuttgart-Zuffenhausen und Leipzig nur zur Hälfte ausgelastet. Schon 2025 war der Abbau von 1.900 Stellen bis 2029 angekündigt worden.
Die genannten 5.000 Stellen sollen Berichten zufolge vor allem im Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen und im Entwicklungszentrum in Weissach wegfallen. Im Gegenzug sollen bis zum Jahr 2035 zusammen 2,1 Milliarden Euro in die beiden Standorte investiert werden. Betriebsbedingte Kündigungen sollen bis dahin verhindert werden.
Weitere Bestandteile der Vereinbarung sind Kürzungen bei Einmalzahlungen und geplanten Tariferhöhungen. Der freiwillige betriebliche Anteil beim Weihnachtsgeld soll bis zum Jahr 2035 von 45 auf fünf Prozent sinken. Zudem soll mobiles Arbeiten künftig an maximal acht statt zwölf Tagen im Monat möglich sein. Im oberen Management und im Topmanagement wird demnach in den Jahren 2027 und 2028 die Erhöhung der Grundvergütung reduziert.
Für Mitarbeiter, die der Industriegewerkschaft Metall angehören, gibt es künftig einen sogenannten IG-Metall-Bonus. "Dieser umfasst einen zusätzlichen freien Tag pro Mitglied und Jahr sowie einen Wertgutschein in Höhe von 200 Euro pro Jahr", hieß es weiter.
Neuer Verbrenner statt E-Autos
Laut Vorstandschef Michael Leiters soll die Vereinbarung "das Fundament unserer Strategie Sportwagenschmiede 35" bilden. Einem Bericht des Spiegel zufolge(öffnet im neuen Fenster) (Paywall) haben Elektroautos in Leiters Strategie keine Priorität. Zudem verzichtet Porsche darauf, die Software des US-Herstellers Rivian zu nutzen, mit dem der Mutterkonzern VW kooperiert.
Weil Porsche laut Vertrag dennoch mindestens 700 Millionen Euro im Jahr für die Kooperation zahlen muss, prüften die Entwickler einen Einsatz der Rivian-Software in Verbrennermodellen.
Dem Bericht zufolge will Leiters unter anderem einen neuen, zweitürigen Sportwagen, intern S1 genannt, auf den Markt bringen. Dieser soll auf dem 911er basieren, mit einem Achtzylinder-Boxermotor ausgestattet werden und rund 500.000 Euro kosten. Leiters habe die Elektroversion des Panamera (G4) hingegen bis ins nächste Jahrzehnt verlegt. Zuletzt gab es Berichte, dass mehrere Porsche-Modelle komplett wegfallen könnten.
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