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Straße von Hormus: Iran will Nutzungsgebühr für Internet-Seekabel verlangen

Nicht nur für den Transit von Schiffen, auch für die Nutzung von Seekabeln will Iran Geld verlangen. Eine Kabelsabotage hätte gravierende Auswirkungen.
/ Friedhelm Greis
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Durch die Straße von Hormus verlaufen wichtige Internetverbindungen. (Bild: submarinecablemap.com/Screenshot: Golem)
Durch die Straße von Hormus verlaufen wichtige Internetverbindungen. Bild: submarinecablemap.com/Screenshot: Golem
Inhalt
  1. Straße von Hormus: Iran will Nutzungsgebühr für Internet-Seekabel verlangen
  2. Mehrere Angriffsmöglichkeiten

Der Iran will die Meerenge von Hormus für eine weitere Einnahmequelle nutzen. Neben den bereits geforderten Gebühren für eine Schiffspassage sollen große IT-Konzerne künftig für die Nutzung von Seekabeln zahlen, die am Meeresboden verlegt sind. "Wir werden Gebühren für Internetkabel erheben", kündigte der iranische Militärsprecher Ebrahim Zolfaghari bereits am 9. Mai 2026 auf X an(öffnet im neuen Fenster).

Einem Bericht des US-Senders CNN zufolge(öffnet im neuen Fenster) drohten regierungsnahe Medien vage damit, dass der Datenverkehr gestört werden könnte, sollten die Firmen nicht zahlen. Gesetzgeber in Teheran diskutierten demnach in der vergangenen Woche einen Plan, der die Seekabel zum Ziel haben könnte.

Wie eine solche Art Datenmaut umgesetzt werden soll, ist jedoch unklar. Laut CNN gehen Medien, die mit der iranischen Revolutionsgarde verbunden sind, davon aus, dass Unternehmen wie Google, Microsoft, Meta und Amazon sich dazu an iranisches Recht halten müssten. Zudem müssten die Seekabelbetreiber Lizenzgebühren für die Kabelverlegung zahlen, wobei Reparatur- und Wartungsrechte ausschließlich iranischen Firmen vorbehalten wären. Wegen der US-Sanktionen gegen Iran dürften die IT-Konzerne allerdings keine Zahlungen an das Land leisten.

Kabel verlaufen eher entlang der omanischen Küste

Dem Bericht zufolge verlaufen mehrere wichtige Unterseekabel durch die Straße von Hormus. Allerdings sollen die Betreiber bewusst iranische Hoheitsgewässer vermieden und die Kabel entlang der omanischen Seite der Meerenge verlegt haben. Laut Submarinecablemap.com(öffnet im neuen Fenster) verlaufen aktuell neun Kabel durch die Meerenge. Zwei dieser Kabel, Falcon und Gulf Bridge International (GBI), sind nach Angaben von Telegeography, einem Telekommunikationsforschungsunternehmen, in iranischen Hoheitsgewässern verlegt.

Das in den Vereinigten Arabischen Emiraten angesiedelte Forschungszentrum Al Habtoor veröffentlichte bereits Ende März 2026 eine 55-seitige Analyse(öffnet im neuen Fenster) zu einem möglichen Angriff Irans auf die Seekabel. Demnach stehen dem Land drei Angriffsmöglichkeiten zur Verfügung: direkte menschliche Eingriffe durch Kampftaucher, unbemannte Unterwasserfahrzeuge und Unterwassermunition sowie kleine taktische U-Boote, die intelligente Seeminen ausbringen könnten. Damit könnten Handelsschiffe versenkt werden, die über den Seekabeln unterwegs seien.


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