Mehrere Angriffsmöglichkeiten
Unter der Unterbrechung der Internetverbindungen würden der Analyse zufolge nicht nur die Staaten des Nahen Ostens wie die Emirate oder Saudi-Arabien leiden. Finanziell am stärksten wäre Indien mit einem Verlust von 920 Millionen US-Dollar bei einer 24-stündigen Unterbrechung betroffen. Die Auswirkungen einer systematischen Beschädigung der Kabel in der Straße von Hormus und im Arabischen Meer blieben demnach nicht auf die Region beschränkt.
"Vielmehr würde dies unmittelbare Kaskadeneffekte in abhängigen Volkswirtschaften auslösen, die tausende von Kilometern entfernt liegen; ein geografisch begrenzter geopolitischer Konflikt würde sich somit in eine globale Wirtschafts- und Technologiekrise verwandeln, die die Kernfunktionen des internationalen Systems im Mark trifft", heißt es in der Analyse. Ein globaler Internetkollaps würde alleine Deutschland täglich 1,5 Milliarden US-Dollar kosten. In einer kürzlichen Bundestagsdebatte zum Schutz von Unterseekabeln nannte die SPD-Abgeordnete Nancy Faeser sogar einen Betrag von 7 Milliarden Euro, den ein einziger Tag mit Internetausfall das Land kosten würde.
Trump droht mit neuen Angriffen
Auslöser der iranischen Überlegungen ist der Ende Februar 2026 von den USA und Israel gestartete Angriff auf das Land. Seitdem versucht die iranische Regierung, die Meerenge als strategisches Faustpfand in dem Krieg einzusetzen. Die Blockade der Straße von Hormus führte bereits zu stark gestiegenen Benzinpreisen, schränkte die Versorgung mit wichtigen Wirtschaftsgütern ein und gefährdet das Wirtschaftswachstum weltweit.
Zuletzt drohte US-Präsident Donald Trump dem Iran mit dem Ende des aktuellen Waffenstillstandes und der Aufnahme neuer Angriffe. "Für den Iran tickt die Uhr – und sie sollten sich besser beeilen, und zwar schnell, sonst wird nichts mehr von ihnen übrig bleiben. Eile ist geboten!", schrieb er am 17. Mai 2026 auf seiner Plattform Truth Social(öffnet im neuen Fenster). Ein iranischer Militärsprecher drohte nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim, die USA würden mit "neuen offensiven und überraschenden Szenarien" konfrontiert, sollten sie ihre Drohungen in die Tat umsetzen.
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