Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Straße von Hormus: Iran testet Bitcoin als Währung für Schiffsdurchfahrt

Iran will Reedereien eine Bitcoin-gedeckte Transitversicherung für die Straße von Hormus anbieten. Mehr als 1.500 Schiffe stecken im Golf fest.
/ Andreas Donath
6 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
Satellitenbild der Straße von Hormus (Bild: MODIS Land Rapid Response Team, NASA GSFC)
Satellitenbild der Straße von Hormus Bild: MODIS Land Rapid Response Team, NASA GSFC

Iran experimentiert mit einem ungewöhnlichen Finanzinstrument für die umkämpfte Schifffahrtsroute. Die halboffizielle Nachrichtenagentur Fars berichtete laut Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) über eine Plattform namens Hormuz Safe, die Versicherungsschutz für Transporte durch den Persischen Golf, die Straße von Hormus und angrenzende Gewässer biete.

Abrechnungen und Policen würden in Bitcoin abgewickelt. Die Website Hormuzsafe.ir ist von außerhalb Irans nicht erreichbar. Schon im April gab es einzelne Meldungen, dass Iran versuche, Bitcoin von Reedereien zu erpressen.

Sanktionsumgehung mit Kryptowährung

Iran greift seit Jahren auf Bitcoin und Tether zurück, weil konventionelle Finanzkanäle durch US-Sanktionen weitgehend gekappt sind. Hormuz Safe passt in dieses Muster.

Iran blockiert die Straße von Hormus seit den amerikanisch-israelischen Luftangriffen vom 28. Februar faktisch. Die Revolutionsgarden und die Regierung arbeiten an einer formalisierten Kontrolle, einschließlich Transitgebühren.

Am Montag wurde die Persian Gulf Strait Authority gegründet, die den Schiffsverkehr durch die Meerenge regulieren soll. Mehr als 1.500 Handelsschiffe sind laut US-Militär derzeit im Persischen Golf gefangen, Ölproduzenten der Region drosselten ihre Förderung stark.

Nutzungsgebühren von IT-Konzernen angekündigt

Iran will die Straße von Hormus auch als Hebel gegen die globale Internetinfrastruktur nutzen. Neun Seekabel verlaufen durch die Meerenge, zwei davon durch iranische Hoheitsgewässer. Teheran kündigte an, Nutzungsgebühren von IT-Konzernen wie Google, Microsoft und Meta zu verlangen, und drohte vage mit Datenstörungen bei Verweigerung. Wegen der US-Sanktionen dürfen die Unternehmen solche Zahlungen allerdings nicht leisten. Wie Iran das Vorhaben durchsetzen will, bleibt offen.


Relevante Themen