Eine automatisiert erstellte Polizei-Mindmap

Neben der Sprach- und Videoanalyse sollen die Daten auch einer Netzwerkanalyse unterzogen werden. So sollen die Verbindungen und Netzwerke der Personen herausgearbeitet werden. Hierbei soll auch auf die Metadaten wie die IMSI- und IMEI-Nummer (eindeutige Nummern des Telefons bzw. der SIM-Karte) sowie geographische Informationen und Zeitpunkte zurückgegriffen werden. Die entstanden Informationen sollen dabei bidirektional ausgetauscht werden, um die Genauigkeit der Netzwerkanalyse sowie der Sprach- und Videoanalyse zu erhöhen.

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Am Ende soll das System einen Graphen eines kriminellen Netzwerkes erstellen, der mit Namen, Identitäten und Rollen sowie Verbindungen zwischen den Personen und Orten erstellen. Dieses soll zudem mit nützlichen Informationen aus den "klassischen Quellen" angereichert werden. Letztlich klingt das System wie ein automatisiert erstelltes Beziehungsdiagramm, wie man es aus Film und Fernsehen mit Post-ITs, Fotos und Verbindungsschnüren kennt. Die Forschung könne sich aber nicht auf echte Ermittlungsdaten stützen, sondern nutze öffentlich verfügbare Medien, beispielsweise aus sozialen Netzwerken, schreiben die Forscher. Es könnten aber auch echte Aufgaben von den teilnehmenden Strafverfolgungsbehörden einfließen.

"Massenhaft Unbeteiligte im Visier der Behörden"

Der Bürgerrechtsaktivist Matthias Monroy kritisiert das Forschungsprojekt: Letztlich würden mit Roxanne verschiedene Überwachungsmethoden zusammengeführt - ein gefährliches Unterfangen für Datenschutz und Bürgerrechte. Das System untersuche Verbindungen zwischen Personen, Sachen oder Vorgängen und beurteile deren Beziehungen untereinander. "Dadurch geraten massenhaft Unbeteiligte ins Visier der Behörden. Hinzu kommt, dass der Quellcode, also die Funktionsweise der Anwendungen unbekannt ist", sagte Monroy Golem.de.

Das Forschungsprogramm mache Geheimdiensttechnik für die Strafverfolgungsbehörden nutzbar. "Gewöhnlich wird bei solchen Anwendungen der Nutzen gegen Terrorismus und Kinderpornografie herausgestellt. Einmal eingeführt, wird das Spektrum jedoch schnell erweitert. Ich gehe davon aus, dass auch politischer Dissens damit ausgeforscht wird", erklärt Monroy. Strafverfolgungsbehörden könnten Roxanne auch gegen kritische Journalisten oder Aktivisten einsetzen.

  • Roxanne soll Daten aus verschieden Quellen auswerten und eine Netzwerkanalyse durchführen. (Quelle: roxanne-euproject.org)
Roxanne soll Daten aus verschieden Quellen auswerten und eine Netzwerkanalyse durchführen. (Quelle: roxanne-euproject.org)
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Die EU finanziert das Programm mit rund 7 Millionen Euro im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogrammes Horizon 2020. Beteiligt sind 24 Organisationen, darunter auch Strafverfolgungsbehörden aus verschiedenen Ländern sowie die internationale Polizeiorganisation Interpol. Die Projektleitung hat das Schweizer Forschungsinstitut Idiap inne, auch die Universitäten Hannover und Saarland sind beteiligt.

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 Strafverfolgung: Geheimdienstmethoden für Ermittler
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konglumerat 09. Nov 2019

na von den leuten die sich überall - wie bei golem - anmelden, javascript immer und...

sambache 09. Nov 2019

... wenn die Kriminellen auch diese Artikel lesen.

Schnarchnase 08. Nov 2019

Du meinst die Methoden die zur Strafverfolgung nichts bringen? Wo kämen wir da hin? Dann...

bombinho 08. Nov 2019

Hoch kompliziertes Unterfangen mit mindestens ethisch zweifelhaften Methoden und...

quasides 08. Nov 2019

es geht ja auch nciht wirklich um kriminalitätsbekämpfung. wenns darum ginge könnte man...



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