Straftaten im Netz: Polizei setzt auf neue Software gegen Cybercrime

Die Polizei in Niedersachsen will mit einem neuen digitalen Werkzeug gewappnet sein, da sich die Arbeitsweise von Cybercrime-Straftätern ständig ändert.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Die Polizei in Niedersachsen nutzt Cyberguide im Kampf gegen Cybercrime.
Die Polizei in Niedersachsen nutzt Cyberguide im Kampf gegen Cybercrime. (Bild: Pixabay)

Niedersachsens Ermittler sollen künftig besser auf die schnelle Entwicklung der Internetkriminalität reagieren. Mit einem digitalen Assistenten können die ersten Ermittlungsmaßnahmen effizienter und zielgerichteter werden, wie das Innenministerium mitteilte. "Wenn Kriminelle die Vorteile der digitalen Welt nutzen, müssen auch wir kreative und fortschrittliche digitale Verfahren entwickeln, um besser ermitteln zu können", sagte Innenminister Boris Pistorius bei der Vorstellung in Braunschweig.

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Der SPD-Politiker stellte zusammen mit Vertretern der Polizei den sogenannten Cyberguide vor. Dieser soll vor allem Beamten bei der Anzeigenaufnahme helfen, die sonst eher nicht mit Internetkriminalität beschäftigt sind. Eine präzise und schnelle Weitergabe von Informationen sei eine wichtige Voraussetzung im Kampf gegen Kriminalität im Netz.

Der digitale Assistent helfe dabei mit geschickter Fragestellung und integrierter Lotsenfunktion, teilte das Ministerium mit. Das System wurde demnach in elf Inspektionen erprobt und ist seit Mai 2022 landesweit im Einsatz. "Je besser die Qualität einer Anzeige ist, desto besser sind auch die Aufklärungschancen", sagte der Projektverantwortliche Alexander Eckert.

Cyberguide gibt Hilfestellungen

Das System soll aus den ersten Angaben schon mögliche Sofortmaßnahmen erkennen. So könnten etwa Rückholungen von nicht autorisierten Kontoabbuchungen noch möglich sein. Die Ermittler hoffen, dass aufwendige Nacharbeit ausbleibt, wenn wertvolle Daten wie IP-Adressen häufiger gesichert werden.

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Der in Braunschweig entwickelte Cyberguide sei bundesweit ein neues Instrument, sagte Minister Pistorius. Die Software werde keine Fälle lösen, sie helfe aber dabei, schneller zu agieren, sagte er zur Einordnung. Für ihn handelt es sich um ein gutes Zeichen, dass Ermittler in der Lage sind, der fortlaufend optimierten Kriminalität folgen zu können. "Da dürfen wir nicht stehen bleiben", sagte Pistorius.

Andere Bundesländer zeigen Interesse

Zu schnell verändert sich dem Minister zufolge die Arbeitsweise der Straftäter im digitalen Raum, als dass die Ermittler jeweils schon Reaktionen parat hätten. Zudem steigen die registrierten Fälle nach Angaben des Ministeriums kontinuierlich an. Im vergangenen Jahr gab es einen erneuten Anstieg um mehr als 6 Prozent auf fast 50.000 Taten.

"Der Modus Operandi ändert sich in diesem Deliktsfeld praktisch täglich", sagte Pistorius. Er sei daher froh, dass dagegen auch mit eigenen Entwicklungen vorgegangen werde. Die reinen Projektkosten bezifferten die Verantwortlichen bei etwas mehr als 200.000 Euro. Die Kosten werden als gering angesehen. Entsprechende Anfragen aus anderen Bundesländern zur Nutzung des Cyberguide liegen dem Projektteam zufolge bereits vor.

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