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Strafe verhängt: Diese Nutzerdaten teilt Whatsapp weiterhin mit Facebook

Angeblich gibt Whatsapp derzeit keine sensiblen Daten von EU-Bürgern zur Nutzung an Facebook weiter. Die spanische Datenschutzbehörde sieht das jedoch anders und verhängt hohe Bußgelder.

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Arbeiten eng zusammen: Facebook und die Tochterfirma Whatsapp
Arbeiten eng zusammen: Facebook und die Tochterfirma Whatsapp (Bild: Justin Sullivan/Getty Images)

Der Messengerdienst Whatsapp gibt bereits eine ganze Reihe von Nutzerdaten an den Mutterkonzern Facebook weiter. Dies geht aus einem Bescheid der spanischen Datenschutzbehörde AEPD hervor, mit dem die beiden Firmen zur Zahlung eines Bußgeldes von jeweils 300.000 Euro verpflichtet werden. Die Weitergabe erfolge unabhängig davon, ob der Whatsapp-Nutzer auch ein Facebook-Konto hat, und diene den unternehmerischen Zwecken von Facebook, heißt es in dem Bescheid. Die AEPD sieht darin einen Verstoß gegen die Datenschutzbestimmungen, weil zudem keine gültige Zustimmung der Nutzer vorliege.

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Der Messengerdienst hatte im August 2016 angekündigt, nach der Übernahme durch Facebook die Telefonnummern seiner Nutzer sowie Informationen zur Nutzungshäufigkeit an das weltgrößte soziale Netzwerk weiterzugeben. Datenschützer wie der Hamburgische Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar hatten dieses Vorgehen von Anfang an kritisiert und die damit verbundene Einwilligungserklärung für unzulässig erachtet. Facebook hatte im November 2016 erklärt, die Datenweitergabe in der EU vorerst auszusetzen.

Keine direkte Nutzung für Werbezwecke

Die Angaben von Whatsapp gegenüber der AEPD stehen in einem gewissen Widerspruch zu einer Erklärung, die Facebook Irland kürzlich gegenüber der britischen Datenschutzbeauftragten abgegeben hatte. Darin hatte das Unternehmen lediglich eingeräumt, Whatsapp als Auftragsdatenverarbeiter "in den Bereichen Infrastruktur, Analyse und Monetarisierung" zu unterstützen. Von eigenen Zwecken war nicht die Rede. Facebook verzichtet bislang darauf, die Whatsapp-Daten zu nutzen, um beispielsweise gezielter personalisierter Werbung auszuspielen.

Dem 80-seitigen Bescheid (PDF, spanisch) zufolge teilt Whatsapp zwar nicht die Telefonnummern seiner Nutzer mit Facebook. Zu den übermittelten Daten gehören jedoch neben der Whatsapp-Account-ID auch Informationen über das genutzte Gerät (Mobilfunknetz, Betriebssystem, App-Version), bestimmte Nutzereinstellungen, die "Zuletzt online"-Angaben sowie das Anmeldedatum des Whatsapp-Accounts.

Facebook verteidigt Datenabgleich

Die irische Facebook-Tochter verteidigte auf Anfrage der AEPD die Weitergabe der Daten mit dem Hinweis, dies sei erforderlich, um die Nutzerzahlen im Facebook-Konzern ermitteln zu können. Aus den Daten gehe hervor, ob der Nutzer nur Whatsapp verwendet oder auch gleichzeitig Facebook nutzt. Angaben zu Nutzerzahl und Nutzungshäufigkeit der Dienste seien für die Investoren relevant.

Die Datenschutzbehörde schließt daraus, dass die Datenweitergabe nicht nur erfolgt, um den Messengerdienst zu ermöglichen, sondern um wirtschaftliche Zwecke des Mutterkonzerns Facebook zu fördern. Dies sei jedoch kein zulässiger Verwendungszweck und damit ein Verstoß gegen spanische Datenschutzbestimmungen. Dem Bescheid zufolge hatte Whatsapp im Februar 2017 rund 37 Millionen Nutzer in Spanien. Von diesen sollen lediglich 21 Prozent eine Nutzung ihrer persönlichen Daten durch Facebook abgelehnt haben. Die Datenschutzbehörde meldete zudem starke Zweifel mit Blick auf die Zustimmung an, da sie nicht als frei, ausdrücklich und informiert eingeschätzt werden könne. Dies sei jedoch für eine gültige Zustimmung erforderlich.

Neuer Versuch angekündigt

Mit ihrem Bußgeld geht die AEPD weiter als die zuständigen Datenschutzbeauftragten in Deutschland und Großbritannien. Diese haben die ursprünglich intendierte Datenweitergabe lediglich für unzulässig erklärt beziehungsweise untersagt. Anfang März 2018 hatte das Oberverwaltungsgericht Hamburg Caspars Anordnung bestätigt, dass Facebook nicht massenhaft personenbezogene Daten seiner Tochterfirma Whatsapp für eigene Zwecke nutzen darf. Inwieweit die Daten deutscher Whatsapp-Nutzer ebenso wie in Spanien von Facebook für seine eigenen Zwecke dennoch statistisch analysiert wurden, ist unklar.

Facebook will nach Inkrafttreten der EU-Datenschutzgrundverordnung im Mai 2018 einen Datenaustausch auf Grundlage der neuen Datenschutzregeln starten. Danach sollen die Daten nur "in voller Übereinstimmung" mit den Erfordernissen der Verordnung weitergeleitet werden. Das gelte sowohl für die Rechtsgrundlage als auch für die Information der Nutzer, teilte das Unternehmen der britischen Datenschutzbeauftragten mit.



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My2Cents 19. Mär 2018

5% des Umsatzes wäre mal eine Ansage dass man es ernst meint...

EddieXP 17. Mär 2018

Mit absoluter Sicherheit analysiert FB Gesprächsinhalte seiner User und verkauft diese...

IT-Nerd-86 17. Mär 2018

Wenn das deine einzigen Sorgen sind, dann bin ich ja beruhigt...

AllDayPiano 16. Mär 2018

Ne, nur die Nummer wird noch angezeigt. Der Name nicht mehr. Das liegt aber daran, weil...


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