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Strafe für Sammlung von Standortdaten: Google zahlt für Ortungsschwindel 391,5 Millionen US-Dollar

Jahrelang hat Google Kunden vorgegaukelt, die Übermittlung von Standortdaten an das Unternehmen könne deaktiviert werden.
/ Ingo Pakalski
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Google hat jahrelang bei der Sammlung von Standortdaten getrickst. (Bild: Dado Ruvic/Reuters)
Google hat jahrelang bei der Sammlung von Standortdaten getrickst. Bild: Dado Ruvic/Reuters

Google muss in den USA eine Strafe von 391,5 Millionen US-Dollar zahlen, weil das Unternehmen über Jahre Standortdaten gesammelt hat, ohne dass Nutzer darüber informiert worden sind. Das geht aus Mitteilungen hervor, die unter anderen die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James(öffnet im neuen Fenster) sowie die Generalstaatsanwältin von Oregon, Ellen Rosenblum(öffnet im neuen Fenster) , veröffentlichten. Google wurde von 40 US-Bundesstaaten verklagt, das gerichtliche Verfahren dazu begann 2018.

Die Klage wurde ausgelöst, als die Nachrichtenagentur AP vor mehr als vier Jahren in einem Bericht darauf hingewiesen hatte, dass Google Standortdaten von Smartphones auch dann sammle, wenn diese Übermittlung eigentlich deaktiviert sein solle . Bereits 2017 war bekannt geworden, dass Google Standortdaten sammelte, auch wenn die Ortungsfunktionen des Smartphones deaktiviert waren .

Die Anklagebehörden von New York und Oregon bezeichneten die Strafzahlung als "historisch" . Rosenblum teilte mit, es sei die "die größte jemals von einem Generalstaatsanwalt geführte Einigung zum Schutz der Privatsphäre von Verbrauchern" in den USA gewesen. In dem Vergleich zwischen den Strafermittlungsbehörden und Google heißt es, dass "Google seine Nutzer in dem Glauben täuschte, sie hätten die Standortverfolgung in ihren Kontoeinstellungen deaktiviert, während Google in Wirklichkeit weiterhin ihre Standortdaten sammelte" .

Kunden erhalten von Google mehr Kontrolle

Google soll sich in den Verhandlungen mit den Staatsanwälten dazu bereit erklärt haben, die Angaben zur Standortverfolgung und die Nutzerkontrollen ab 2023 erheblich zu verbessern. "Jahrelang hat Google den Profit über die Privatsphäre seiner Nutzer gestellt" , beklagte Generalstaatsanwältin Rosenblum. "Das Unternehmen war listig und trügerisch."

"Die Verbraucher dachten, sie hätten ihre Standortverfolgungsfunktionen bei Google ausgeschaltet, aber das Unternehmen zeichnete weiterhin heimlich ihre Bewegungen auf und nutzte diese Informationen für Werbekunden" , erklärte Rosenblum. Kunden bekamen als Begründung den Hinweis, dass mit den gesammelten Daten "die Nutzung von Google-Diensten personalisiert" würden.

Bundeskartellamt ermittelt gegen Google

Seit Sommer 2022 ermittelt das Bundeskartellamt in Deutschland gegen Google und den vom Unternehmen betriebenen Kartendienst Google Maps. Man gehe "Hinweisen nach, wonach Google die Kombination seiner Kartendienste mit Kartendiensten Dritter einschränkt" , erklärte die Behörde.

Es geht darum, dass Standortdaten, die Suchfunktion oder die Straßenansichten von Google Street View in Kartendienste anderer Anbieter zu integriere. Das Kartellamt prüft, ob Google "seine Machtstellung bei bestimmten Kartendiensten" durch die Praxis ausbauen könne.


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