Storage Products Association: Lobbygruppe fördert Speicherlösungen ohne SSDs
Die Festplattenbranche will sich so schnell nicht von ihren rotierenden Magnetspeichern verabschieden. Deswegen hat sich die Western-Digital-Tochter HGST zusammen mit Seagate, Toshiba und eben auch Western Digital zur Storage Products Association (SPA) zusammengetan(öffnet im neuen Fenster). In ihrer Ankündigung klingt das fast schon übertrieben positiv. So spricht die SPA von einer wachsenden Rolle der Festplattenlaufwerke, denn genau auf diese konzentriert sich die Organisation. Das Wachstum dieser Industrie ist gigantisch. Allerdings nur, wenn man wie die SPA Wachstum in Gigabytes angibt.
HGST will nun zusammen mit seinen Festplattenpartnern den Markt darüber informieren, welcher Weg der beste ist: Festplattentechnik, Solid-State-Technik oder die Kombination beider Verfahren. Auffallend ist, dass zur SPA kein SSD-Hersteller gehört und auf der Webseite nur Festplatten und SSHDs beworben werden, eben die Produkte jener SPA-Mitglieder. Die SPA macht in ihren Aufnahmeanforderungen(öffnet im neuen Fenster) auch sehr klar, dass reine SSD-Hersteller nicht unbedingt willkommen sind.
Unterschätzt werden sollte die Festplattenbranche allerdings nicht. Während die SSD-Branche auf immer kleinere Strukturen setzt und mittlerweile schon zwischen 10 und 20 nm produziert, arbeitet auch die Festplattenbranche an der Verbesserung ihres Angebots. Die Festplattenbranche wandelt sich zudem derzeit. Einige Datenträger gewinnen massiv an Bedeutung, wie etwa die 2,5-Zoll-Laufwerke, die dank einer Bauhöhenreduktion auf 5 mm auch in moderne Ultrabooks passen und mit 2 TByte bei größerer Bauhöhe für viele Anwender ausreichend und günstigen Speicher bieten.
SSDs erreichen bereits Kapazitäten von Festplatten
Allerdings gibt es durch die SSDs massiven Druck. 1 TByte des schnellen Flash-Speichers lässt sich mittlerweile in 7-mm-Gehäusen im 2,5-Zoll-Formfaktor unterbringen, allerdings zu einem Preis von über 500 Euro. Das gelingt auch in 7-mm-Festplatten zu einem Fünftel des Preises. Zudem beschleunigen die Festplattenhersteller ihre Laufwerke mit Flash-Cache in sogenannten SSHDs, die auch als Hybridlaufwerke bekannt sind. Derzeit konzentrieren sich die Hersteller hierbei auf 5-mm-Laufwerke und machen damit den sehr kleinen mSATA- oder m.2-SSDs in Stickform Konkurrenz.
Andere Formfaktoren verlieren dafür an Bedeutung. 1,8-Zoll-Laufwerke werden immer seltener. Die 3,5-Zoll-Laufwerke sind zwar immer noch wichtig, auch durch viele Heimanwender, die sich eine NAS zu Hause hinstellen und dort bis zu 4 TByte je Festplatte unterbringen. Allerdings gibt es auch hier einen Trend hin zu 2,5-Zoll-Laufwerken durch die Verbreitung von Minirechnern oder Notebooks.
Die Industrie arbeitet weiter an neuen Schreib- und Lesetechniken sowie an der Erhöhung der Speicherkapazität. So ist es Forschern aus der Schweiz und Frankreich gelungen, Magnetfelder mit einem sehr schnellen Terahertz-Laser zu manipulieren. Western Digital arbeitet an mit Helium befüllten Festplatten. 2014 sollen von Seagate bereits die ersten Festplatten mit 6 TByte auf den Markt kommen. Seagate stellt per Heat Assisted Magnetic Recording (HAMR) sogar 60 TByte in Aussicht.
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