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StopCovid: Frankreichs Coronavirus-App eine Million Mal heruntergeladen

In nur vier Tagen hat sich die Corona -Warn-App Frankreichs gut verbreitet - um wirksam zu sein, müssen sie aber noch mehr Menschen herunterladen.
/ Tobias Költzsch
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Der französische Staatssekretär Cédric O mit der Corona-Warn-App StopCovid. (Bild: LUDOVIC MARIN/AFP via Getty Images)
Der französische Staatssekretär Cédric O mit der Corona-Warn-App StopCovid. Bild: LUDOVIC MARIN/AFP via Getty Images

Frankreichs Coronavirus-Warn-App Stopcovid hat nach Angaben der Regierung die erste Millionen-Marke übertroffen: Innerhalb von vier Tagen sei die App eine Million Mal aktiviert worden, schrieb der Staatssekretär für Digitales, Cédric O, am 6. Juni 2020 auf Twitter(öffnet im neuen Fenster) .

Die kostenlose Anwendung steht seit dem 2. Juni 2020 zum Herunterladen für Handys bereit. Damit die App wirksam sei, müsse sie jedoch von mehreren Millionen Französinnen und Franzosen genutzt werden, erklärte die Regierung.

Stopcovid soll mit Hilfe von Bluetooth-Signalen erfassen, welche Smartphones einander nahegekommen sind. Personen sollen gewarnt werden, falls sich später herausstellt, dass sie sich neben Infizierten aufgehalten haben.

Keine Informationen über gemeldete Kontaktfälle

"Wir haben kein genaues Ziel, aber wir wissen, dass diese Anwendung vor allem für Stadtbewohner nützlich ist, die zu Stoßzeiten die U-Bahn nehmen, die in Bars und Restaurants gehen, die mit vielen Menschen in Kontakt stehen" , sagte O dem Sender RMC(öffnet im neuen Fenster) . Dazu, wie viele Kontaktfälle die App bisher gemeldet hat, machte O keine Angaben und verwies an das Gesundheitsministerium.

Experten hatten kritisiert, dass die französische App nicht von den Schnittstellen Gebrauch macht, die Apple und Google für Corona-Tracing-Apps kürzlich für ihre Betriebssysteme iOS und Android bereitstellten. Denn das kann ihnen zufolge zu Problemen wie stärkerer Akkunutzung und einer weniger zuverlässigen Bluetooth-Erkennung führen. Außerdem äußerten Datenschützer immer wieder Bedenken.

"Frankreich macht es vor und Deutschland wurschtelt immer noch vor sich hin" , kritisierte der Vorstand der Deutsche Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch. Dabei sei die Coronavirus-Warn-App ein wichtiger Baustein, um hierzulande weitere Schritte der Sicherheit trotz Öffnung zu gehen. "Es ist überfällig, dass die Bundesregierung endlich ein funktionsfähiges Warn-System startet. Besonders die Menschen der Risikogruppe warten darauf" , so Brysch.


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