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Stop Killing Games: Publisher dürfen Computerspiele sterben lassen

Die EU-Kommission will Hersteller nicht verpflichten, eingestellte Spiele dauerhaft spielbar zu halten.
/ Peter Steinlechner
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Artwork von The Crew (Bild: Ubisoft)
Artwork von The Crew Bild: Ubisoft

Für viele Computerspieler war es eine der wichtigsten Verbraucherinitiativen der vergangenen Jahre: Mehr als 1,29 Millionen Menschen unterstützten die europäische Bürgerinitiative Stop Destroying Videogames, besser bekannt als Stop Killing Games.

Ihr Anliegen: Publisher sollen Spiele nach dem Ende des offiziellen Supports nicht einfach unbrauchbar machen dürfen. Nun hat die EU-Kommission jedoch klargestellt, dass sie derzeit keine gesetzlichen Vorgaben plant, die Unternehmen zu einer dauerhaften Spielbarkeit verpflichten würden.

Ins Rollen gebracht wurde die Debatte unter anderem durch die Abschaltung der Server des Rennspiels The Crew von Ubisoft. Nach dem Ende des Onlinebetriebs verloren Käufer faktisch den Zugriff auf das Spiel.

Kritiker sehen darin ein grundlegendes Problem digitaler Produkte: Bezahlt wird oft ein Vollpreis, tatsächlich hängt die Nutzbarkeit aber von Servern und Entscheidungen des Herstellers ab.

Nach Einschätzung der Kommission lassen die bestehenden europäischen Regelungen zu Urheberrecht und geistigem Eigentum derzeit keinen einfachen Weg erkennen, Publisher zu einer dauerhaften Unterstützung ihrer Titel zu verpflichten.

Hoffnung auf künftige Regelungen

Statt neuer Gesetze setzt Brüssel deshalb zunächst auf einen freiwilligen Verhaltenskodex(öffnet im neuen Fenster). Gemeinsam mit Industrievertretern, Verbraucherschützern und weiteren Beteiligten sollen Empfehlungen entstehen, wie Unternehmen mit dem Ende eines Spiels umgehen sollten.

Damit hat sich das Thema allerdings nicht erledigt. Im Europäischen Parlament wurde bereits über mögliche Lösungen diskutiert. Bei künftigen Reformen des Verbraucherrechts oder des digitalen Eigentums könnte das Thema wieder auf den Tisch kommen.

Für die Unterstützer von Stop Killing Games ist die aktuelle Haltung der EU eine Enttäuschung. Die Initiative hat zwar ausreichend Unterstützung gesammelt, um eine offizielle Prüfung und Anhörungen auf europäischer Ebene auszulösen.Vorerst bleibt die zentrale Frage aber offen: Was bedeutet der Kauf eines digitalen Spiels eigentlich noch, wenn dessen Nutzung Jahre später durch eine Serverabschaltung enden kann? Gerade bei Onlinetiteln und Live-Service-Spielen dürfte diese Diskussion weiter an Bedeutung gewinnen.


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