Stoned: Uralter DOS-Virus in der Bitcoin-Blockchain

In die Blockchain von Bitcoin ist die Signatur des DOS-Virus' Stoned eingeschleust worden. Der richtet dort zwar keinen Schaden an, einige Virenscanner sehen jetzt das Bitcoin-Log jedoch als potenziell gefährlich an und wollen es löschen.

Artikel veröffentlicht am , Hanno Böck
Der Code des Stoned-Virus'
Der Code des Stoned-Virus' (Bild: Wikimedia Commons)

Offenbar befinden sich seit kurzem Codeteile eines Virus' in der sogenannten Blockchain der Kryptowährung Bitcoin. In einer Diskussion im Support-Forum von Microsoft berichtet ein Nutzer, dass der Virenscanner von Microsoft Security Essentials seit kurzem beim Download der Blockchain davor warnt.

Wenn die Blockchain durch den Virenscanner gelöscht wird, fängt der Bitcoin-Client erneut an, diese herunterzuladen. Die Blockchain hat zurzeit eine Größe von etwa 17 Gigabyte.

Eine Gefahr geht von dem Virus vermutlich heutzutage nicht mehr aus. Es handelt sich offenbar nicht um den vollständigen Viruscode, sondern lediglich um die Signatur des DOS-Virus' Stoned. Stoned wurde 1987 entwickelt und war einer der ersten Viren, die eine größere Verbreitung fanden. Die ursprüngliche Variante von Stoned richtete in der Regel keinen großen Schaden an, der infizierte PC zeigte lediglich in zufälligen Abständen beim Booten die Meldung "Your PC is now Stoned!" an.

Das Besondere an Stoned war, dass es sich um einen sogenannten Bootsektor-Virus handelte. Er infizierte den Bootbereich von Festplatten und Disketten und wurde somit noch aktiv, bevor das Betriebssystem DOS überhaupt geladen war.

Die Blockchain ist ein zentraler Teil des Bitcoin-Systems. Es handelt sich dabei um eine Art ewiges Logfile, in dem alle Transaktionen von Bitcoin festgehalten werden. Jeder Nutzer von Bitcoin lädt sich die Blockchain herunter und kann somit den Zustand des Bitcoin-Systems prüfen. Bei jeder Transaktion in Bitcoin kann man einen kleinen Datenblock mitschicken, diese Funktion wurde hier offenbar ausgenutzt, um einen Virus in der Blockchain unterzubringen.

Vermutlich handelt es sich dabei lediglich um einen Scherz. Allerdings zeigt der Vorfall auch ein sehr grundsätzliches Problem von Bitcoin auf: Daten, die sich einmal in der Blockchain befinden, können daraus nie wieder entfernt werden. Der aktuelle Vorfall dürfte wohl lediglich dafür sorgen, dass Virenscanner ihre Signaturen anpassen müssen, um die Erkennung von inaktiven Viren in der Blockchain zu verhindern.

Man könnte aber auch statt eines alten Virus' alle möglichen illegalen Inhalte in der Blockchain unterbringen. Das Problem ist bekannt und bereits im Bitcoin-Wiki beschrieben, bislang ist es aber offenbar zu keinem derartigen Vorfall gekommen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Nec 19. Mai 2014

Die Blockchain besteht aus mehreren Blöcken, die wie eine verkettete Liste aufeinander...

GodsBoss 19. Mai 2014

Habe ich tatsächlich nicht vor. Die sind beim Abbau der Bürgerrechte weiter als wir und...

Anonymer Nutzer 19. Mai 2014

Herausforderung angenommen

Granini 19. Mai 2014

Na ganz einfach. Weil das kein Virus ist. Es verhält sich so wie ein "Kuchen" und ein...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Star Wars
Holiday Special jetzt in 4K mit 60 fps

Eine bessere Story bekommt der legendär schlechte Film dadurch leider nicht. Bis heute lieben ihn einige Fans aber vor allem wegen seiner Absurdität.

Star Wars: Holiday Special jetzt in 4K mit 60 fps
Artikel
  1. Lohn und Gehalt: OpenAI-Entwickler verdienen bis zu 800.000 US-Dollar im Jahr
    Lohn und Gehalt
    OpenAI-Entwickler verdienen bis zu 800.000 US-Dollar im Jahr

    Die Firma hinter Chat-GPT zahlt im Vergleich zu Unternehmen wie Nvidia besonders gut. Erfahrene Forscher und Entwickler auf dem Gebiet sind Mangelware.

  2. Software-Probleme: Elektrischer Chevy Blazer mit Verkaufsstopp belegt
    Software-Probleme
    Elektrischer Chevy Blazer mit Verkaufsstopp belegt

    Chevrolet hat einen Verkaufsstopp für sein neues Elektro-SUV Blazer verhängt, weil die Besitzer zahlreiche Softwareprobleme gemeldet haben.

  3. USA: Vertikale Agri-Photovoltaik lässt weiterhin Feldnutzung zu
    USA
    Vertikale Agri-Photovoltaik lässt weiterhin Feldnutzung zu

    Das US-Solarunternehmen iSun und der deutschen Agrivoltaik-Firma Next2Sun bauen in den USA eine Solaranlage mit vertikal aufgestellten Solarmodulen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    • Daily Deals • Crucial P5 Plus 2 TB mit Kühlkörper 114,99€ • Crucial Pro 32 GB DDR5-5600 79,99€ • Logitech G915 TKL LIGHTSYNC RGB 125,11€ • Anthem PC 0,99€ • Wochenendknaller bei MediaMarkt • MindStar: Patriot Viper VENOM 64 GB DDR5-6000 159€, XFX RX 7900 XT Speedster MERC 310 Black 789€ [Werbung]
    •  /