Stiftung Warentest: O2 und E-Plus umgehen Datenroaming-Kostenlimit im Ausland

Trotz EU-Obergrenzen kann für Kunden von Telefónica O2 und E-Plus das Datenroaming im Ausland unerwartet teuer werden: Weil Netzbetreiber außerhalb Europas ihnen die Daten nicht in Echtzeit lieferten, bleibe der Kostenairbag aus. Bei der Telekom und Vodafone ist das anders.

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Auf dem Honolulu International Airport im Februar 2012
Auf dem Honolulu International Airport im Februar 2012 (Bild: Kent Nishimura/AFP/Getty Images)

Die Stiftung Warentest wirft Telefónica O2 und E-Plus vor, beim Datenroaming außerhalb Europas das Kostenlimit der Europäischen Union von 59,50 Euro zu unterlaufen. Nach dem Bericht der Stiftung Warentest vom 10. August 2012 muss beim Erreichen der Obergrenze die Internetverbindung unterbrochen und nur auf ausdrücklichen Wunsch des Kunden fortgeführt werden. Die Mobilfunkbetreiber machen sich aber eine Sonderregelung zunutze, nach der sie den sogenannten Kostenairbag aussetzen dürfen, wenn der Netzbetreiber im Ausland die entstandenen Kosten nicht in Echtzeit an den deutschen Anbieter übermittelt. Die Redaktion Teltarif hatte bereits am 2. August über dieses Thema berichtet.

Während O2 innerhalb der EU maximal 83,3 Cent pro MByte berechnen darf, verlangt das Unternehmen nach Rechnung der Stiftung Warentest in anderen Teilen der Welt 12,29 Euro je MByte. Wer sich zu diesem Preis auf seinem Smartphone im Ausland einen Kino-Trailer anschaut, muss demnach bei O2 mit Kosten von mehr als 60 Euro rechnen.

Der Deutschen Telekom und Vodafone gelingt es laut Stiftung Warentest dagegen problemlos, die Daten außerhalb der EU in Echtzeit zu erhalten. Die beiden Anbieter bestätigten, dass die weltweite Umsetzung der EU-Verordnung technisch kein Problem ist. Dagegen schaffen es die Roamingpartner von O2 und E-Plus nicht einmal in Ländern wie den USA oder Japan, die Verbrauchsdaten ihrer Kunden in Echtzeit vom Roamingpartner zu erhalten.

E-Plus kündigt kurzfristig eine Lösung an

O2-Sprecher Ralf Opalka erklärte der Stiftung Warentest, dass das Unternehmen seine gesetzlichen Pflichten erfülle, solange es auf das Fehlen der Kostenbeschränkung hinweise: "Soweit es aus technischen Gründen nicht möglich ist, den Cut-off-Mechanismus weltweit flächendeckend umzusetzen, informieren wir unsere Kunden über SMS bei ihrer Einreise ins Ausland. Diese Umsetzung steht im Einklang mit den Transparenzzielen der EU-Roaming-Verordnung."

E-Plus erklärte Golem.de: "Zu unserem Bedauern liegen der E-Plus-Gruppe die Roaming-Datensätze nicht in einer Form vor, dass sie aktuell in Echtzeit von ihren technischen Systemen für ein weltweites Kostenlimit für mobile Datenverbindungen verwertet werden können. Damit unsere Kunden aber bestmöglich über die im Reiseland außerhalb der EU geltenden Mobilfunkgebühren informiert werden, erhalten sie bei Grenzübertritt eine entsprechende Kurzmitteilung. In dieser SMS informieren wir unsere Kunden über den für sie geltenden Tarif und die damit verbundenen Roamingkosten für Sprach- und Datendienste im Gastland. Zusätzlich erhalten sie den Hinweis, dass für das Gastland das Kostenlimit für mobile Datenverbindungen nicht besteht." Vorläufig falle die E-Plus-Gruppe also noch unter die Ausnahmeregelung der Roamingverordnung zum weltweiten Kostenlimit. Aber das Unternehmen arbeite derzeit mit Hochdruck daran, das Kostenlimit in Echtzeit weltweit umzusetzen. Dazu werde E-Plus seinen Kunden kurzfristig eine Lösung bereitstellen.

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asa (Golem.de) 13. Aug 2012

Hallo, habe in den Artikel noch einen deutlichen Hinweis dazu aufgenommen. Danke!

FaLLoC 13. Aug 2012

Folgende Regelung: wenn das Kostenlimit überschritten wird, zahlt das der Provider. Ich...

guineapig 13. Aug 2012

In meinem Dorf: Telekom: schlechtes Netz und GPRS O2 & Eplus: volles Netz und HSDPA und...

Guardian 13. Aug 2012

Genau darum geht's Viele Handys haben Simlock. Das heißt man kann keine andere Karte...



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